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Angst, Freiheit, Verantwortung

Joachim Gauck

Ich bin nicht leicht zu beeindrucken durch Politiker-Reden. Und ich neige auch nicht zu Sentimentalität. Aber Joachim Gaucks Antrittsrede als Bundespräsident hat mich beeindruckt und ein wenig gerührt. Denn er zeigt, warum ein mit der Kraft des Wortes und des Geistes ausgestatteter Politiker an der Spitze des Staates einem Land gut tun kann …

Tatsächlich habe ich schon lange keine Rede eines Politikers mehr gehört, der es gelingt, einen ähnlich großen Bogen zu schlagen, zugleich nicht auf Allgemeinplätzen zu verweilen und noch dazu politische Plattitüden oder überflüssige Provokationen auszulassen. Mir gefallen die Themen, die Gauck anschneidet, mir gefällt, dass er einen historischen Rahmen spannt, vor dem auch aktuelle Sorgen zu sehen sind, mir gefällt die Art und Weise, wie er die Gesellschaft sieht und wie er Integration versteht, und mir gefallen seine klaren Ansagen in Richtung der totalitären Demokratieverächter, egal ob mit rechtsradikalem oder religiös-fanatischem Hintergrund.

Mit anderen Worten, ich kann euch nur empfehlen, die Rede selbst anzuhören (die bei ca. 1:50 beginnt):

  1. Mir gefällt die Rede nicht. Ich kann für mich in dieser Gesellschaft absolut keinen Grund zur Zuversicht entdecken.
    Der einzige Punkt, bei dem ich mich angesprochen fühlte, war das Frei-sein von Angst. Wenn man kaum noch was zu verlieren hat und nicht besonders am Leben hängt — wovor soll ich Angst haben?

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    23. März 2012
    • Das klingt nicht gut. Ich kenne deine persönlichen Verhältnisse nicht und sie gehen mich auch nichts an. Ich glaube aber nicht, dass sich das verallgemeinern lässt. Ich wüsste jedenfalls nicht, inwiefern die Menschen vor 50, 100 oder 200 Jahren ein besseres Leben in einem besseren Staat gehabt hätten. Und ich wüsste auch nicht, inwiefern es den Menschen in gefühlt 150 anderen Ländern der Welt heute besser geht als uns.

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      23. März 2012
  2. Ich finde es etwas befremdlich, zu Vergleichszwecken in die Vergangenheit zu gehen oder in Entwicklungsländer. Warum nicht in Europa bleiben? Wo gibt es keine Mindest- sondern Dumping-Löhne? In Deutschland. Wo gibt es kaum noch Teilzeitbeschäftgungen, von denen mensch leben kann, dafür aber 400 E Jobs? Wo stellt sich die kanzlerin dreist hin und erklärt: geht es der Wirtschaft gut, geht es auch den Menswchen gut. Trifft auf sehr viele deutsche nicht zu.

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    25. März 2012
  3. Torsten #

    … es ist auch ungemein tröstlich, dass der erste Ostdeutsche an der wiedervereinigten Staatsspitze damit bewiesen hat, das die erste Ostdeutsche an der wiedervereinigten Regierungsspitze nicht beispielhaft für die Rhetorik-Ausbildung in Mecklenburg-Vorpommern ist ;-)

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    26. März 2012

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