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Instagram wächst – und zwar zu Recht

Instagram wächst - und zwar zu Recht

Instagram fasziniert mich – und viele andere, wie aktuelle Zahlen zeigen. Warum ist das so? Und warum ist Instagram auch für Unternehmen interessant?

Instagram, die kleine Foto-App für Apple- und Android-Smartphones, hat inzwischen 80 Millionen registrierte Nutzer weltweit, wie Instagram im eigenen Blog bekannt gegeben hat. Ich bin einer davon und wurde innerhalb weniger Wochen zum Fan der App. Hier ein paar Gründe dafür:

Instagram – kleine Einblicke ins Leben nebenan

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Instagram ist das Bilder-Pendant zu Twitter. Es ist klein und unkompliziert, verwirrt niemanden durch endlose Menüs, Einstellungen oder Privacy-Regelungen. Es will keine eierlegende Wollmichsau sein und kommt sympathischerweise nicht mit großen Ambitionen daher. Es ermöglicht wie Twitter die einfache Nebenbei-Kommunikation. Ich mag Twitter wegen seiner Einfachheit (auch wenn ich skeptisch in Bezug auf seine Zukunft bin), nirgendwo kann man sich schneller und einfacher mitteilen und die Mitteilungen anderer zur Kenntnis nehmen.

Das gilt auch für Instagram: Von der Installation bis zum ersten geteilten Bild: Alles geht einfach und intuitiv. Damit beherzigt auch Instagram das Simplicity-Gebot, das Apple erfolgreich gemacht hat und das ältere Zeitgenossen wie mich, die früher minutenlang dem Betriebssystem dabei zuschauen durften, mit sich selbst beschäftigt zu sein, bevor sie ein digitales Gerät nutzen konnten, immer noch fasziniert.

Instagram – mein drittes Social Network

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Und so ist es nur konsequent, dass Instagram neben Facebook und Twitter mein drittes intensiv genutztes Social Network ist. Facebook weil dort die meisten Freunde und Bekannten sind. Und Twitter weil es der schnellste und beste Nachrichten- und Meinungsdienst ist. XING hat das nicht geschafft, das ich wie viele vor allem als sich selbst pflegendes Kontaktverzeichnis nutze. Und Google+ hat das nicht geschafft, weil Google zwar manches besser gemacht hat als Facebook, aber Facebook schnell die Optimierungen von Google adaptiert hat und durch die Größe seines Netzwerks immer noch einen unschlagbaren Vorteil hat.

Daher nutze ich Instagram nicht nur, um Bilder auf Facebook, Twitter, Flickr und Foursquare zu teilen, sondern auch, um den Bilderstrom innerhalb der App zu verfolgen und zu sehen, was mein Netzwerk mir visuell mitteilt. Dabei erlaube ich mir, deutlich selektiver vorzugehen als auf Twitter. Während mich das Durchrauschen zahlreicher Kurztexte wenig stört, fürchte ich den medialen Overkill bei Bildern. Daher ist mein Instagram-Netzwerk klein und zeigt mir nur Bilder von Leuten, von denen ich auch wirklich Bilder sehen will.

Instagram – das digitale Fotoalbum

Erinnerungen an schöne Momente

Instagram ist klein, flott und modern, eine typische Erscheinung des Apple- und Social Media-Zeitalters. Es stiftet aber auch Nutzen, weil es gute alte analoge Errungenschaften ins digitale Zeitalter rettet oder sie wiederbelebt. Und damit meine ich nicht die viel kritisierten Filter, mit denen sich Fotos bei Instagram so einfach bearbeiten lassen und die ihnen zum Beispiel den Look der 70er verleihen (und wahrscheinlich stimmt es, dass wir uns an diesen Effekten schnell satt sehen werden).

Ich meine zum Beispiel die nostalgischen Momente, als wir früher in Fotoalben geblättert haben (also so richtig geblättert, auf Papier, mit eingeklebten Fotos!) und dadurch Momente vor der Vergänglichkeit bewahrten. Heute blättere ich durch meine Instagram-Fotos und erinnere mich so an einen Ausflug mit der Familie oder einen Vortrag, den ich irgendwo gehalten habe. Und natürlich habe ich als stolzer Vater dreier Kinder – noch so ein Klassiker aus analogen Zeiten – Fotos meiner Kinder im Geldbeutel. Ich gebe aber zu: Immer öfter zücke ich das iPhone, um jemandem solche Bilder aus meinem Leben zu zeigen.

Instagram – eigene Schöpfung statt Link-Schleuder

Ich habe auch Pinterest ausprobiert, jene Bilder-Plattform, um die zurzeit gefühlt viel mehr Bohei gemacht wird als um Instagram, obwohl die Nutzerzahlen noch deutlich niedriger sind. Ich konnte wenig bis gar nichts damit anfangen. Das mag daran liegen, dass ich keine junge Frau bin (70-80% der Nutzer sind Frauen).

Ich glaube aber, es liegt daran, dass Pinterest nur eine weitere Link-Schleuder ist. Hier wird bildlich zum x-ten Mal geteilt, was anderswo als Inhalt bereits existiert. Bei Instagram werden diese Inhalte dagegen produziert und wenn man wie ich der Meinung ist, dass es im Social Web primär um gute Inhalte und nur sekundär ums Teilen, Liken und Plussen geht, ist klar, dass ich Instagram gegenüber Pinterest bevorzuge.

Instagram – nicht nur eine Privatangelegenheit

Auch bei DATEV experimentieren wir mit Instagram

Zu guter Letzt sei am Rande erwähnt, dass Instagram natürlich auch Unternehmen interessante Möglichkeiten bietet, Szenen und Momente aus dem Unternehmen zu visualisieren. So haben wir bei DATEV etwa schon lange einen Flickr-Fotostream. Und seit kurzem machen wir auch Bilder mit Instagram, die man natürlich im Rahmen der App, aber auch im Web anschauen kann; und selbstverständlich nutzen wir auch die Vernetzung mit Facebook und Twitter, um solche Bilder auf anderen Plattformen zu posten.

Unser jüngstes Experiment mit Instagram haben wir im Rahmen des DATEV-Kongresses (sozusagen unsere Hausmesse) vorgenommen. Dort konnten Besucher (und wir) via Hashtag über die Veranstaltung twittern, über eine Kamera vor Ort Bilder von sich hochladen und mittels Instagram Kongress-Impressionen teilen.

Ich bin jedenfalls gespannt, wie es mit Instagram weitergeht. Wenn wir Glück haben, bleibt Instagram wie es ist. Wenn wir Pech haben, wird es als weitere Sub-Funktion in Facebook integriert und von anderen Diensten wir Twitter nicht mehr unterstützt. Warten wir’s ab …

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Bildnachweis: Rainer Sturm / pixelio.de

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