Guttenberg und die Apodiktiker

Einige Tage lang habe ich nun die Diskussion um Guttenberg und seine fragwürdige Promotion (vor allem im Web) verfolgt. Und dabei immer schlechtere Laune bekommen. Nicht wegen dem wenig glücklich agierenden Minister, sondern wegen der Art und Weise, wie das Thema öffentlich abgearbeitet wird.

Das schöne, etwas aus der Mode gekommene Wörtchen „apodiktisch“ kommt aus dem Griechischen und meint ursprünglich „beweiskräftig“. Wer apodiktisch spricht, macht, salopp gesagt, keine Gefangenen. Er ist sich seiner Sache sicher und duldet keinen Widerspruch. Apodiktiker sind in ihren Urteilen rigoros, kompromisslos, drakonisch. Man könnte auch sagen: dogmatisch, engstirnig, rechthaberisch und stur. Sie kennen die Kategorien einerseits – andererseits nicht, sie wägen nicht ab und haben keine Zweifel (schon gar keine Selbstzweifel). Mit anderen Worten: Sie sind ziemlich unerträgliche Zeitgenossen.

Leider scheinen in der Causa Guttenberg vor allem Apodiktiker die Diskussion zu bestimmen. Seine Doktorarbeit? Ist ein Plagiat, das erkennt doch jeder! Sein Verhalten? Ein Betrug an der Gesellschaft! Der Minister? Muss zurücktreten, keine Frage! Seine Reputation? Ist ruiniert, ein für allemal! Sein Krisenmanagement? Katastrophal!

Leute, Leute, schaltet mal einen Gang runter. Wie wär’s mit einer etwas differenzierteren Betrachtung der Situation? Und Achtung: Es ist keine Schande, wenn man nicht immer gleich ein finales Urteil parat hat. Man darf sich auch mal unsicher sein, abwägen, nachdenken und zu keiner eindeutigen Entscheidung kommen. Das ist heutzutage vielleicht etwas uncool geworden: Und trotzdem (oder jetzt erst recht) gönne ich mir einige Gedanken zum Thema, die weder in Stein gemeißelt sind noch zu einem finalen Urteil führen. Bitteschön:

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Bei der Bewertung des Themas werden interessanterweise völlig unreflektiert zwei Dinge in einen Topf geworfen, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben: Guttenbergs Promotion und sein Beruf als Politiker. Dabei geht es nüchtern betrachtet schlicht um die Frage, ob er seinen akademischen Titel zu Recht erworben hat oder nicht. Das wird zu klären sein. Angenommen es stellt sich heraus, dass er ihn zu Unrecht erworben hat, ist er ihn los. Das war’s aber auch. Die reflexartigen Rücktrittsforderungen (heute zum Beispiel von Herrn Gysi vorgetragen, der natürlich eine lupenreine Vergangenheit ohne Fehl und Tadel vorzuweisen hat) verstehe ich nicht.

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Aber halt, sagen die Apodiktiker, er hat nicht nur aus Versehen ein paar Fußnoten vergessen, er hat betrogen! Liebe Freunde des scharfen Urteils: In Deutschland gibt es eine schöne, ja geradezu überwältigende Errungenschaft namens „Unschuldsvermutung“. Die gibt es übrigens nicht überall … im Iran, in Nordkorea, in China und in Weißrussland kennt man so einen aufklärerischen Schnickschnack nicht. Da wir aber nun mal leben, wo wir leben, nehmen wir bis zum Beweis des Gegenteils das Beste an, und das heißt: Guttenberg hat Fehler gemacht. (Schlimm genug für Apodiktiker, denen sowas grundsätzlich nicht passiert.) Sollte sich herausstellen, dass er nicht nur Fehler gemacht, sondern bei der Promotion bewusst getäuscht hat, müssen wir den Fall neu bewerten – aber so weit sind wir noch nicht.

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Apropos bewerten: Es gibt genau eine Institution, die nun klären muss und darf, was vorgefallen ist – und das ist die Universität Bayreuth bzw. die dortige Prüfungskommission. Ich finde es schon ziemlich kurios, dass ein paar Hobbydetektive und Möchtegern-Assanges in einer Art Wikileaks-Legoland glauben, sie könnten nun die Qualität der Guttenbergschen Dissertation beurteilen, indem sie irgendwelche Satzfragmente irgendwelchen anderen Satzfragmenten gegenüberstellen. Wenn das die vielbeschworene „Wisdom of the crowd“ ist, kann ich gut darauf verzichten. Dass wir uns richtig verstehen: Die nicht zitierten, aber übernommenen Passagen, die ich zuerst in der Süddeutschen Zeitung zur Kenntnis genommen habe, sind höchst problematisch. Aber inzwischen reden viele völlig unreflektiert von „über 80 geklauten Passagen“.

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Um das nochmal deutlich zu sagen: Fehlerhafte Zitate oder die Übernahme von Textpassagen ohne Quellenangabe sind keine Kleinigkeit, sondern ein GAU in wissenschaftlichen Arbeiten. Ich habe zwar keine Doktorarbeit, aber immerhin eine 150 Seiten starke Magisterarbeit geschrieben. Die finale Überprüfung der paarhundert Zitate in der Arbeit hat mich ein paar Tage meines Lebens gekostet – aber daran führt nun mal kein Weg vorbei. Übrigens habe ich am Anfang meines Berufslebens auch darüber nachgedacht, „nebenbei“ noch zu promovieren, wie der Herr Minister das getan hat. Aber diesen Gedanken habe ich schnell wieder verworfen. Völlig ausgeschlossen, neben Beruf und Familie eine auch nur mittelmäßigen Ansprüchen genügende Doktorarbeit zu schreiben! Das führt zu einem in Deutschland relativ weit verbreiteten Phänomen, den so genannten externen Dissertationen. Vor allem bei Juristen ist dieser Versuch der Vereinbarkeit von Beruf und Wissenschaft wohl weit verbreitet, und wenn ihr mich fragt, sollte man dieses Modell grundsätzlich in Frage stellen.

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Aber letztlich ist auch das nur Symptom für ein viel größeres Problem: Der Doktor-Titel, der doch nicht mehr und nicht weniger ist als eine wissenschaftliche Qualifikation, hat hierzulande ein viel zu großes gesellschaftliches Gewicht. Der Herr Doktor ist in Deutschland gefühlt ein besserer Mensch, klüger, seriöser, von höherer Integrität. Was für ein Blödsinn! Aber genau das ist natürlich der Grund für viele (vor allem extern Promovierende), sich diesen Titel zuzulegen: Es geht ihnen nicht um Forschung und den Gewinn von Erkenntnis, sondern um den Gewinn von Reputation!

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Übrigens gehen mir auch diejenigen Apodiktiker auf die Nerven, die die Kritik an Guttenberg pauschal als „parteitaktisches Manöver“ brandmarken. So geht’s nun auch nicht, das ist eine politische Immunisierungsstrategie, die um nichts besser ist als die Voverurteilungen der Guttenberg-Hasser.

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Nochmal zum Thema Rücktrittsforderungen: Uns kann man’s wirklich nicht recht machen. Erst jammern wir, wie langweilig und farblos die heutigen Politiker sind und faseln etwas von „Politikverdrossenheit“; dann schicken wir die wenigen „farbigen“ Politiker bei der ersten besten Gelegenheit in die Wüste. Wir müssen es ja nicht gleich wie die Italiener machen und unverdrossen einen notgeilen alten Milliardär, der sich die Gesetze nach Gusto vom Parlament maßschneidern lässt, älteren Herrn von zweifelhaftem Ruf regieren lassen. Aber wir wünschen uns „echte“ Politiker wie du und ich, so richtig volksnah und zum Anfassen … aber ohne Fehl und Tadel sollten sie auch auch sein, also so richtige Vorbilder, total perfekt … Na ja, wenn wir den Guttenberg erst mal aus dem Amt kritisiert haben, können wir uns ja wieder darüber aufregen, was für langweilige Büokraten uns regieren.

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Jetzt kommen wir zu einem, wie ich glaube, entscheidenenden Punkt: Warum gibt es seit Tagen Tausende von hämischen Guttenberg-Tweets und warum berichtet die Tagesschau in ihrer ersten Meldung zum ersten Mal seit ich denken kann über eine Doktorarbeit? Es ist natürlich die gute alte Fallhöhe, die schon in der Deutung der Aristotelischen Poetik eine Rolle spielte und erst in Lessings Überlegungen zum Bürgerlichen Trauerspiel wieder verabschiedet wurde: Nur wer ganz oben ist, kann auch ganz tief fallen … und beim Betrachter des Falls die nötige (lustvolle) Erschütterung auslösen. Und jetzt mal ehrlich: Ist es nicht genau das, was den Fall des Strahlemanns Guttenberg, des Vorzeige-Ministers, des Lieblings der Nation in allen Umfragen so schauerlich schön macht? Dass er soooo tief fällt und dort ankommt, wo wir uns alle befinden … Schlechte Nachricht, Freunde: Dahinter stecken ganz unschöne Emotionen wie Neid, Missgunst und Schadenfreude. Das wollt ihr nicht zugeben? Dann denkt mal ganz kurz darüber nach, wie groß die Aufregung wäre, wenn zum Beispiel … ein Verkehrsminister Ramsauer bei seiner Doktorarbeit geschlampt hätte. Das würde keine alte Katze hinter dem Ofen hervorlocken. Fallhöhe, ich sag’s ja …

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Schließlich und endlich, warum ich Guttenberg an seinen politischen Taten und nicht an seiner Doktorarbeit gemessen sehen will: Bei allen Fehlern und taktischen Manövern, die er sich politisch geleistet hat (zum Beispiel zuletzt bei der Affäre um die Gorch Fock): Er hat eine der wenigen großen Reformen dieser glücklos agierenden Regierung auf den Weg gebracht, die Reform der Bundeswehr, die nun de facto eine Berufsarmee wird. Wer wie ich noch seine Wehrdienstverweigerung mühsam rechtfertigen musste und wie selbstverständlich einige Monate seines Lebens länger Zivildienst leisten durfte als seine Zeitgenossen „an der Waffe“, weiß wovon ich rede. Der so genannte „Bürger in Uniform“ war am Schlus nur noch eine Farce: Wer verweigerte, durfte 100-prozentig Zivildienst leisten, wer bei der Musterung ein bisschen gehustet hat, wurde ins freie Leben verabschiedet. So sah die „Wehrgerechtigkeit“ vor Guttenbergs Reform aus, die er gegen den Widerstand in der eigenen Partei und unter dem gelangweilten Desinteresse der Opposition durchgesetzt hat. Vor diesem Hintergrund ist mir völlig egal, ob er adelig, beliebt, promoviert oder sonst was ist.

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PS: Ich habe weder ein Parteibuch noch habe ich in jüngster Vergangenheit CSU gewählt, nur dass das mal klar ist.

Bildnachweis: Alexander Hauk / www.pixelio.de

37 Gedanken zu “Guttenberg und die Apodiktiker

  1. Hallo Herr Buggisch,
    ich stimme Ihnen in Allem zu, möchte jedoch hinzufügen:
    Ein Minister, der bisher vom Medienhype profitiert hat, sollte sich jetzt weder wundern noch beklagen, dass dies nun – wie immer – zum Bumerang wird. Was hat er bisher geleistet – außer gröberen Fehlern als Verteidigungsminister – dass er so hochgelobt wurde? Nun wendet sich das Blatt – genauso unfair! Wer jedoch der (Springer-)Presse so brav folgt (siehe die Suspendierung des Gorch Fock-Kapitäns ohne Untersuchungskommission auf Basis eines Bild- oder Welt-Artikels am gleichen Vormittag), muss einem nicht unbedingt leid tun.
    Gruß

    Antonios Tsiakiris

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  2. Danke! Klasse! Genau! Love it! Richtig! Super! Genial! Auf den Punkt! Ich freue mich, dass es auch noch kluge Menschen gibt! Drei Sterne von mir. Mit Herzchen dazu. Auch an Christian. Und an jeden weiteren, der diesen Beitrag hier weiterleitet.

    In diesem Zusammenhang wirklich klasse finde ich auch folgenden Beitrag von Stefan Münz: „Fast die gesamte Netzbewegung, die sich sonst sehr kritisch gegenüber tradiertem Urheberrecht und erst Recht gegenüber verlegerischen Verwertungsansprüchen äußert, begrüßt jedes neue gefundene Plagiat in des Ministers Doktorarbeit mit Wir-habens-doch-gewusst-Jubel.“ (http://www.newsgrape.com/a/guttenberg-als-turoffner-fur-eine-urheberrechtsreform/)

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    • …kluge Menschen sollten sich mit Sätzen a la „Die wirtschaftlichen Interessen Deutschlands müssen militärisch abgesichert werden“ (Karl-Theodor zu Guttenberg) auseinandersetzen!!!

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    • @mirko

      Googlet, so werdet Ihr finden.

      http://meta.tagesschau.de/id/42433/wirtschaftliche-interessen-militaerisch-verteidigen

      http://www.welt.de/print/die_welt/politik/article10839967/Guttenberg-Handelsinteressen-militaerisch-sichern.html

      Habe ich zum ersten Mal bewusst wahrgenommen und finde es entsetzlich. Ich stelle sogar die steile These auf, dass nicht ohne Grund in Richtung Berufsarmee gesteuert wurde: Ein Soldat von Berufes wegen dürfte bei einem Einsatz in Innern des Landes weniger Skrupel haben, auf Landsleute zu schiessen, als ein kleiner Wehrpflichtiger.

      Oder glaubt wirklich jemand, dass die derzeit herrschende politische Kaste keine Vorkehrungen gegen den stetig wachsenden Zorn in der normalen Bevölkerung keine Vorkehrungen trifft?

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      • Hallo Franz Ferdinand,

        also ich finde es völlig in Ordnung, darüber nachzudenken, ob man die Bundeswehr einsetzen dürfe, um gegen das Kapern deutscher Frachtschiffe vorzugehen. Was ist daran falsch? Und genau das hat er ja wohl gesagt.

        Wenn man allerdings unterstellt, dass KTzG das mit den Piraten nur vorschiebt, und er tatsächlich meinte, dass man auch zum Beispiel Dänemark in einem Angriffskrieg besetzen und die dänische Brauereien zerstören dürfe, um sich einen Absatzmarkt für Bayerisches Bier zu sichern, dann wäre das in der Tat sehr bedenklich. Aber wichtig ist wohl der erste Teil des Satzes: „Wenn man allerdings unterstellt…“

        Für mich ist das also wieder pure Spekulation. Und Christian hat vollkommen Recht: Wenn wir über KTzG diskutieren wollen, dann sollten wir darüber diskutieren, und nicht über seine Doktorarbeit.

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  3. Hui, Verschwörungstheorien … Die Bundeswehrreform als erster Schritt auf dem Weg in die deutsche Diktatur … also bitte! Aber abgesehen davon: Genau das meinte ich, setzen wir uns mit der Politik unserer Politiker auseinander, auch mit solchen Aussagen, und nicht mit ihren wie auch immer erworbenen akademischen Titeln.

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    • … in anderen Ländern würde man Job und Titel auch trennen können, aber nicht im Land der rechtschaffenden Kleingärtner: Wenn einer seinen Freischwimmer-Ausweis gefälscht hat, kann er natürlich nicht mehr Gartenkolonie-Präsident werden ! Und das ist natürlich gut so ! Man stelle sich vor, er fälscht auch die Vorgaben für die Bepflanzung der Gärten ! Wo kämen wir dahin ? Eines Tages würden totbringende Apfelbaum-Äste über die Wege ranken … Nein, unverfälschte Aufrichtigkeit muß natürlich sein. Immer ! Überall !

      Social Media hat für mich übrigens eine heftigen Anteil an diesem fruchtlosen Endlosgeschnatter. Ja, – nicht nur die Revolutionsblumen nehmen, sondern auch mit dem eigenen Anteil an der Verblödungsstrahlenerzeugung klar kommen … ;-)

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  4. hallo herr buggisch,

    ich möchte ihnen voll und ganz zustimmen.
    anmerken möchte ich noch das die ganze doktorarbeit doch geprüft wurde
    und für sehr gut befunden worde ist.
    was hat da eine uni falschgemacht?

    ich möchte noch noch größere geschütze auffahren und sagen, das die ganze
    pressemeute sich einmal fragen soll, ob sie in ihrer berichterstattung nicht
    eingeschränkt werden soll, was ich von vornherein für die berichterstattung über die von uns gewählten volksvertreter verlangen würde.

    es ist eine große sauerei dieser leute, die so nur an große verkaufszahlen kommen wollen.

    bitte entschuldigen sie, aber ich bin sehr aufgebracht in der sache,
    so das auch ich keine gänsefüschen und fußnoten gesetzt habe.

    das ales soll eigentlich sehr zu denken geben was in deutschland
    so los ist.

    gruß h.vögerl

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    • Eine Doktorarbeit kann für ausgezeichnet befunden werden und trotzdem plagiiert sein. Das Perfide ist ja, dass man es eben nicht auf den ersten Blick merken muss, wenn jemand trickst. Soll beispielsweise der Doktorvater all die Quellen (die zitierten und die nicht zitierten) auswendig im Kopf haben? Dem Doktoranden wird hier ein Vertrauensvorschuss gewährt, und diesen zu missbrauchen ist eben unehrenhaft. Unter anderem düpiert es ja auch den Betreuer und die Uni, die gut und gerne ohne diese Aufmerksamkeit auskommen können. Keiner wird gerne reingelegt und steht dann dumm vor dem Rest der Welt da.

      Und was die Presse angeht: Ja, diese Leute gebären sich in der Tat manchmal wie eine Horde Bluthunde. Aber das ist auch gut so. Hin und wieder muss man Fährten aufnehmen und zielstrebig verfolgen. Dabei gibt es aber auch Spielregeln, und diese zu verletzen ist genauso unehrenhaft. Im Gegenzug eine Einschränkung der Pressefreiheit zu fordern, zumal wenn über unsere Politiker berichtet wird, halte ich aber für extrem gefährlich. Haben Sie Sich am Ende etwa über das neue Pressegesetz in Ungarn gefreut?

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      • Richtig – noch peinlicher ist es, wenn eine plagiierte fuer „rite“ befunden wird – ob’s dann Geld zurueck gibt?

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  5. Hallo lieber Christian Buggisch,
    HERZLICHEN DANK – Endlich mal ein differenzierter Beitrag zu diesem Thema. Ich staune immer sehr, wie schnell Viele bereit sind die große Axt auszupacken und in die immer gleiche Kerbe zu schlagen. *Egal ob böse Politiker oder verdorbene Prominente, dort oben sind alle geldgierig und machthungrig!* In windeseile stellen wir Personen des öffendlichen Lebens auf einen Sockel und beten sie förmlich als Lichtgestalten an, um sie dann, bei erstbester Gelegenheit, mit großer Schadenfreude von eben jenem Sockel zu stoßen! Wir sind zutiefst empört wenn sie sich als normale Menschen mit normalen menschlichen Eigenschaften entpuppen.
    Mal ehrlich – Wer hat noch nie abgeschrieben, geschummelt, die Steuer geschönt, grenzlegal Geld eingesteckt, berufliche Fehlentscheidungen getroffen oder sich daneben benommen?!
    Politiker und Promis machen einen Job, dafür werden sie gut bezahlt und diesen Ausschnitt darf und soll die Öffendlichkeit beurteilen. Die ganze Hysterie hat damit wenig zu tun!
    Tulla

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  6. Auch ich mag die Apodiktiker nicht, allerdings mag ich sie lieber als die, die ihre Stammtischparolen nun auch virtuell gröhlen, und zwar in schärferem Ton, als die meisten der Ankläger: http://touch.facebook.com/#/profile.php?id=167581093290247&v=feed

    Was mir aber am meisten zu denken gibt, ist, dass viele derer, die Täuschung und Lüge verachten, offenkundig Medien, Wissenschaft und vor allem das andere politische Lager noch stärker verachten. Dieser Weg in eine relativistische Ethik ist beängstigend, und die öffentliche Figur zu Guttenberg – nicht die Person – erinnert uns, dass dieser Weg erfolgsversprechend sein kann. Und ich kann nicht anders, als Eure Affirmation als dieser Entwicklung förderlich zu bewerten.

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  7. Christian,

    ich stimme Dir zu, dass die „Apodiktiker Kultur“ schrecklich nervt. Und zwar bei jedem Thema. Ich lebe in den USA, und hier ist es genauso, wenn nicht schlimmer.

    Mit Deiner ansonsten vorgetragenen, sagen wir mal, Nonchalance, was den Fall angeht, habe ich aber Probleme. Beispielsweise ist Politik immer zu einem (erschreckend hohen) Bruchteil Showgeschäft. Das mag man kritisieren, es ist aber einfach nun mal so. Guttenberg zum Beispiel hat vom Saubermann-Image profitiert. Dieses wurde eindeutig beschädigt, und das hat umgehend eben auch politische Konsequenzen. Wenn desweiteren stimmt, was der Spiegel jüngst berichtete, dass Guttenberg sogar den Bundestagsdienst eingespannt und danach ebenfalls nicht ordentlich zitiert hat, dann ist für mich der Fall abgeschlossen. Finito. Aus. Vorbei. Und mir ist dann wurscht, was die Uni Bayreuth sagt. Und Dein Argument mit der Fallhöhe ist zwar teilweise wahr, lenkt aber von einem anderen Punkt ab: Im Bewusstsein der Menschen schleicht sich schon seit langem der Verdach ein, je höher man klettert, desto leichter kommt man mit allerlei krummen Dingen davon. Während zum Beispiel Studenten drakonische Strafen fürchten müssen, wenn sie ihre Hausarbeiten per copy-paste erarbeiten, oder in der Physik ihre Experimente türken, wird bei gestandenen Wissenschaftlern schon nicht mehr so genau hingeguckt. Untersuchungen in den USA zum Thema „wissenschaftliches Fehlverhalten“ malen hier ein ganz düsteres Bild. Wenn dann einer, der geschummelt hat und es weit gebracht hat dennoch erwischt und zur Rechenschaft gezogen wird, kann man das auch als Genugtuung der Kleinen auffassen, dass ein solch ungleicher Maßstab eben nicht immer angelegt wird.

    Ich selbst habe einen Doktor, und verwende ihn im Privaten nicht. Keiner meiner Nachbarn weiss davon. Steht nicht auf dem Klingelschild. [Steht aber im Ausweis, für den Fall, dass mich mal irgendein Beamte oder (medizinischer) Doktor nicht ernst nimmt.] Warum mache ich keinen Wirbel um meinen Doktor? Weil er für’s Privatleben furchtbar egal ist. Er macht mich nicht zu einem besseren Menschen. Er weist aber nach, dass ich einmal wissenschaftlich gut gearbeitet habe, und das war das Eintrittsticket in mein gegenwärtiges Berufsleben. (Jetzt, da ich bin wo ich bin, ist der Titel irgendwie auch schon wieder wurscht.) Wofür also braucht Guttenberg einen Doktortitel? Eben, braucht er nicht. Vielleicht denkt er, dass er nochmal doppelt unterstreichen will oder muss, dass er sich in Politikwissenschaften (oder was genau auch immer das Feld war, ist letztlich ebenfalls wurscht) ganz toll auskennt. Sollte sich die Arbeit als Plagiat entpuppen, dann wäre diese Spekulation nach hinten losgegangen.

    Gerade weil der Doktortitel mit einer völlig überdimensionierten Aura des Erhabenen einherkommt, und gerade weil es Leute gibt, die den Titel einzig aus diesem Grund anstreben, ist es unredlich, sich solche Titel zu ergaunern. Es ist völlig verständlich, dass der „Normalbürger“ hier ganz besonders empfindlich reagiert: Wenn sich herausstellt, oder auch nur der Verdacht besteht, dass jemand mit unlauteren Mitteln das konventionelle Pensum an Extrabewunderung einfordert, ist das tadelnswert. Und dass hier die wissenschaftliche und politische Seite vermischt werden ist lediglich die Kehrseite der Medaille, dass nämlich der Titelträger oftmals dieselbe Vermischung ja von Anfang an offensiv anstrebt und genau deswegen den Titel will.

    Schlussendlich: Ich bin kein Fan von Gregor Gysi. Und er mag viel auf dem Kerbholz haben. Aber wie verrucht auch immer er sein mag, nichts davon berührt den Wahrheitsgehalt dessen, was er über Guttenberg gesagt hat. Das war ein unangebrachter rhetorischer Seitenhieb, der auch einen schönen lateinischen Namen hat: „ad hominem„…

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    • Hallo Markus,

      ich glaube nicht, dass wir weit auseinander sind. Ich schreibe, man möge sich an die Fakten halten und mit Vorverurteilungen vorsichtig sein. Du sagst ja selbst: WENN er den Bundestagsdienst eingespannt hat und der Spiegel also Recht hat … Aber warten wir das doch erst mal ab. Und letztlich entscheidet nicht der Spiegel, ob ihm der Titel entzogen wird und aus welchen Gründen, sondern seine Universität, und das ist auch gut und richtig so. Und nur weil’s der Spiegel schreibt, heißt das noch lange nicht, dass es so gewesen ist.

      Du hast mich auch missverstanden wenn du meinst, ich fände es generell nicht so tragisch, wenn Guttenberg in seiner Diss falsch zitiert oder plagiiert hat. Das Gegenteil ist der Fall: Für seine akademische Arbeit wäre das verheerend und man würde ihm zu Recht den Titel entziehen. Er soll mit den gleichen Maßstäben gemessen werden wie jeder Student und genau die gleichen Konsequenzen tragen müssen. Ich sehe nur nicht, warum sich das automatisch auf sein Amt auswirken muss. Du vermutest (unterstellst?), er habe den Titel nur als Tuning-Maßnahme für seine Karriere angestrebt, Einbau eines Karriere-Turbos sozusagen – ok. Dann wird er gegebenenfalls diesen Turbo wieder verlieren und mit normalem Antrieb weiterfahren. Das heißt aber nicht, dass er gleich den Führerschein abgeben und sein Auto verschrotten muss, um mal im (etwas wackeligen) Bild zu bleiben.

      Na ja, und Gysi … Ich finde es schon etwas gewagt, von anderen Aufklärung und Transparenz einzufordern, wenn man sich mit der Aufklärung der eigenen Vergangenheit schwer tut. Oder genauer gesagt: Aufklärung über die eigene Vergangenheit zu verhindern sucht, siehe zum Beispiel hier: http://www.focus.de/kultur/kino_tv/focus-fernsehclub/die-akte-gysi-im-werbung_aid_590169.html

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  8. Also ich habe die Diskussion beginnend von „leisen Plagistsvorwürfen“ bis zu dem nun alles beherrschendem Tagesthema verfolgt und vor ellem die Berichtsserstattung des heutigen Tages in einigen Tageszeitungen hat mich sehr wütend gemacht.
    Da werden Artikel geschrieben, in denen die Dissertationsproblematik UND 3 Tote im Einsatz in Afghanistan iteinender vermischt werden. Noch dazu mit Schwerpunkt „Plagiat“. Also hier finde ich, dass dies eine schreckliche Nichtwürdigung der Toten in Afghanistan ist. Furchtbar, wenn 3 Todesfälle praktisch „nebenbei“ erwähnt werden und das Hauptproblem eben nur das Verhalten von Guttenberg bei seiner Dissertation zu sein scheint.
    Was die Dissertation selbst betrifft bin ich der Meinung, dass nun wirklich erst mal das Urteil der Universtität abgewartet werden muss. Hier wird wirklich zu klären sein ob Guttenberg bewußt auf Zitieren vergessen hat oder ob, wie er selbst aussagt, in der Fülle der Zitate „ein paar vergessen“ worden sind.
    Problematisch ist es in beiden Fällen. Wenn er bewusst betrogen hat ist eine Aberkennung des Titels unumgänglich – aber selbst wenn es „nur Flüchtigkeitsfehler“ waren bleibt nachzufragen ob derartige Fehler eine Beurteilung summa cum laude zulassen.
    Letztendlich soll eine Dissertation den Nachweis der Befähigung zu eigenständiger wissenschaftlicher Arbeit erbringen – und der richtige Umgang mit (zu zitierender) Literatur gehört dabei ja zum Minimalkönnen.
    Also man wird schon mit einiger Spannung auf die Beurteilung der Universtität warten können.

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  9. @Christian: Aus professioneller Sicht musst Du wissen, dass es diese Dynamik inkl. der Spekulationen braucht, um die Aufklärung überhaupt in Gang zu bringen. Dass Du und Mirko sich hiet dumm stellen, spricht für sich.

    @Bernd: Ja, die Gewichtung ist problematisch. Die Verantwortung für das tödliche Partnering mit Verbrechern selbst gegen die Erfahrung und Instinkte der Soldaten trägt aber ebenfalls die Politik. Gegen diesen Skandal ist die Diskussion um die Dissertation in der Tat lächerlich.

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  10. … sogar lyrisch nun begleitet.

    xxx

    Prädikat: adlig

    Guttendoktor: abgeschrieben!
    Hält man ihn für so durchtrieben?
    Ist ihm ernsthaft zuzutrauen
    Halbzitate wegzuklauen,
    Plagiate einzureichen,
    und sich Titel zu erschleichen?
    Dreimal muß man dies verneinen:
    Nein und nein und nein! Wir meinen,
    daß Karl-Theo-Kurt-Anton-
    Ludwig-Friedrich Fürstbaron
    Guttenberg zu Graf von Rotz
    Bismarck-Habsburg-Hotzenplotz
    unter tausend Adelsnamen
    zwei, drei durcheinanderkamen –
    und so fand Karl-Theo-Kurt:
    „Doktor ist man von Geburt…“

    http://www.titanic-magazin.de

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  11. „Die reflexartigen Rücktrittsforderungen (heute zum Beispiel von Herrn Gysi vorgetragen, der natürlich eine lupenreine Vergangenheit ohne Fehl und Tadel vorzuweisen hat) verstehe ich nicht.“

    1.) Immerhin ist er 2002 (?) sofort wegen dieser Miles & More-Sache in Berlin zurückgetreten.

    2.) Gysi hat bereits vor Wochen bei Anne Will oder Maybritt Illner, ich weiß es leider nicht mehr, alle Verfehlungen von Everybody´s Darling Guttenberg aufgeführt, die jetzige ist einfach nur eine weitere. Reflexartig ist in diesem Fall gar nichts.

    3.) Gibt es eigentlich Neuigkeiten zur SED-Vergangenheit Gysi´s? Ich frage wegen dem zweierlei Maß, mit dem hier Guttenberg und Gysi behandelt werden. Wenn wir schon beim Thema Apodiktiker sind…

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  12. I beg to differ.

    Eine Doktorarbeit muss, im Gegensatz zur Magisterarbeit, veröffentlicht sein – das ist Teil des Promotionsverfahrens. Dann muss es der Öffentlichkeit auch erlaubt sein, sich damit zu beschäftigen, und wenn es in einem Wiki ist. Man braucht auch keine besondere Qualifikation, um Textstellen miteinander zu vergleichen.

    Natürlich zieht das in diesem Fall mehr Aufmerksamkeit auf sich als üblich, weil ein Politiker betroffen ist – gut, Interesse und Aufmerksamkeit lassen sich nicht verbieten.

    Was daraus politisch folgt, ist eine andere Sache. Aber für die Politik ist dies hier doch ein seltener Glücksfall: Jeder, der lesen kann, kann die Fakten sehen und nachprüfen, und sich sein eigenes Urteil bilden. Es gibt keine Geheimberichte, keine zweifelhaften Zeugenaussagen, keine nicht verfügbaren Quellen. Anders gesagt: Jeder kann sehen, dass der Kaiser nackt ist.

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  13. @ stadtkind und o.q.: Beides gute Argumente, muss ich zugeben.

    @stadtkind
    Ich würde bei G. und G. nicht zweierlei Maß anlegen wollen. Man kann ja viel über Herrn Gysi sagen, aber dass er alles in seiner Macht stehende getan hat, um kritische Fragen zu seiner Vergangenheit zu beantworten, kann man nun wirklich nicht behaupten; das gibt seinen Forderungen nach Aufklärung ein gewisses „Geschmäckle“, wie wir zwei Jahre in Stuttgart gelebt Habende sagen würden … Aber ich gebe zu: Mein Seitenhieb auf Gysi oben im Blog bringt uns in der Sache nicht weiter.

    @o.q.
    Gegen eine öffentliche Überprüfung von G.s Dissertation ist nichts einzuwenden. Trotzdem habe ich ein diffus ungutes Gefühl dabei, aus folgenden Gründen: 1) Es wird ein wenig der Eindruck erweckt, als könne man die Qualität einer Dissertation durch Googlen von Textpassagen beurteilen. Wir alle, die wir hier kommentieren, wissen, dass das nicht der Fall ist, aber ob das auch in der öffentlichen Wahrnehmung so ankommt? 2) Die Vorgehensweise der Textstellen-Vergleicher scheint mir nicht in jedem Fall ergebnisoffen zu sein, um es mal vorsichtig zu sagen. Statt dessen ist die Motivation (nicht bei allen, aber bei manchen): Jetzt zeigen wir mal, wo er überall geklaut hat … Das führt unmittelbar zu 3) denn im Bestreben möglichst viele Plagiatsstellen als „Zeugen der Anklage“ zusammenzutragen, kommt natürlich jede Menge Material zusammen, dessen Beweiskraft, wieder vorsichtig formuliert, fragwürdig ist. Über 500 Seiten gibt es inzwischen im Guttenplag Wiki, und zwar unter einer Überschrift „Alle Plagiate“. Das greifen manche Medien natürlich fröhlich auf und beim unbedarften Leser landet flott die Botschaft: Er hat 500 mal geklaut.

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    • „Es wird ein wenig der Eindruck erweckt, als könne man die Qualität einer Dissertation durch Googlen von Textpassagen beurteilen.“

      Aber darum geht es doch gar nicht. Kein Mensch interessiert sich für die Qualität von Guttenberg’s Arbeit. Die Frage ist: Wieviel davon ist von ihm? Und diese Frage lässt sich in der Tat sehr effizient mit Google angehen. Jemand, der nicht die geringste Ahnung von Politikwissenschaften, Jura, Linguistik und gutem Sprachstil hat, kann dennoch beurteilen, ob eine Textstelle, die sich beispielsweise in einem Memo des Bundestagsdienstes findet, unzitiert in der Arbeit wiedererscheint. Die Person muss dann lediglich herausfinden, ob in der Tat das Memo vor der Doktorarbeit entstanden ist, und ob nicht Guttenberg selber das Memo geschrieben hat. Alles Dinge, die mit sehr großer Wahrscheinlichkeit kein umfassendes Verständnis der wissenschaftlichen Qualität des Textes erfordern.

      Ich stimme O.Q. zu: die Doktorarbeit ist öffentlich, jeder darf sich damit auseinandersetzen, meinetwegen auch in einem Wiki. Umgekehrt darf natürlich jeder beschließen, solcherlei „Amateurrezensionen“ nicht ernst zu nehmen. (Was glaubt ihr wohl, wie viele Dilettanten in privater Mission Webseiten haben, auf denen sie mit an wissenschaftlicher Unkenntnis nicht mehr zu überbietender Naivität „nachweisen“, wie falsch Einstein doch gelegen hat. Braucht man nicht verbieten, darf man ignorieren.)

      Nehmen wir es doch einfach so: Das Guttenplag Wiki trägt eine Menge vorgefiltertes Material zusammen, das der vermutlich eingesetzten Kommission in Bayreuth die Detektivarbeit erleichtern sollte.

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  14. @ Jörg,

    Richtig, viel bewegt hat der Herr Guttenberg, vor allem die Personalfluktuation seiner Mitarbeiter lag ihm dabei sehr am Herzen.
    Ansonsten: Was hat Herr Guttenberg denn an politischen Leistungen vorzuweisen?

    Ansonsten bleibt mir nur, Markus Desernos Ausführungen voll und ganz zuzustimmen.

    @ Christian Buggisch,
    was du zur Thematik der „Unschuldsvermutung“ geschrieben hast, greift natürlich in Fällen der Strafverfolgung, aber nicht hier. Jeder kann mit einfachsten Mitteln (Textauszüge der Dissertation + Google) nachvollziehen, dass es sich hier um bewusste Täuschung im großen Stil handelt. Allein die kleinen Änderungen an manchen Stellen längerer plagiierter Textstellen beweist das. Da braucht es kein Gericht und auch keine Universität mehr, um die Schuldfrage zu klären, sondern nur den simplen Menschenverstand.

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  15. @Domi
    Ich finde, es würde nicht schaden, die Unschuldsvermutung auch in anderen Bereichen öfter mal anzuwenden ;-) In diesem Fall habe ich meinen Blog-Beitrag vor ein paar Tagen geschrieben, da sahen die Dinge noch etwas weniger eindeutig aus. Es geht mir aber weniger um den speziellen Fall, sondern um die Frage, ob wir generell immer gleich den großen Holzhammer auspacken und das Schlimmste annehmen/unterstellen müssen. Vorzugsweise bei bestimmten Berufsgruppen, die wir gerne unter einen Generalverdacht stellen: Politiker, „die Manager“, ab und zu auch mal „die Beamten“, je nach Kontext …

    @all
    Faszinierend zu sehen, wie stark solche politischen Themen emotionalisieren und polarisieren. Ich wurde auf Twitter inzwischen richtig wüst beschimpft wegen dieses Blog-Beitrags. Insofern danke für die spannende und freundliche im Sinne von beschimpfungsfreie Diskussion hier im Blog …

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    • @ Christian,

      entschuldige, was das Datum deiner Veröffentlichung angeht, hast du natürlich Recht. Ich bin nun ausschließlich vom heutigen Wissensstand ausgegangen, insofern war dein Aufruf zur Unschuldsvermutung auf jeden Fall richtig. ;) Auch generell stimme ich dir da zu.

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  16. Als wäre nichts gewesen: Karl Theodor zu Guttenberg legt seinen Doktortitel ab und darf Minister bleiben. Das ist nur eine Fußnote in seiner Traumkarriere. Sicher, keinen interessiert es mehr. Der Guttenberg wird sich noch Bundeskanzler. Das spricht viel für die Kultur in unserem Lande.

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