Der Operettengeneral aus Libyen

Muammar al-Gaddafi, der stolze Beduinensohn aus dem Morgenland, verblüfft sein Publikum immer wieder durch exzentrische Auftritte und spektakuläre Äußerungen („Ich würde ja mit den Demonstranten reden, aber es regnet!“). Jetzt ist ein neues Video aufgetaucht, das ihn in jungen Jahren von seiner sensiblen und künstlerischen Seite zeigt …

Dunkle Brille, buntes Gewand, schwungvolle Reden – so kennt man ihn, den libyschen Operettengeneral Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi. Unvergessen zum Beispiel sein Auftritt in Italien an der Seite seines guten Freundes Silvio Berlusconi, der nach europäischen Maßstäben vielleicht als „schillernd“ bezeichnet werden kann, im Vergleich zu seinem Staatsgast aber doch etwas blass wirkt:

Was bislang keiner wusste: Gaddafi war auch in jungen Jahren schon zu Gast in Rom. Sein Hang zu Exzentrik und seine Leidenschaft für farbenfrohe Kleidungsstücke war schon damals ausgeprägt, gleichwohl zeigt er in diesem jüngst entdeckten Video auch eine einfühlsame Seite. Damals wie heute begeistert sein Auftritt das Publikum. Aber seht selbst:

7 Gedanken zu “Der Operettengeneral aus Libyen

  1. … Gaddafi und den genialen Peter Ustinov in einen Zusammenhang zu stellen, grenzt an Blasphemie ;-) ! Obwohl, – Peter hätte es bestimmt gefallen …

    Tja, – da hat der Westen sich eine schöne „OK-die-Foltern-und Morden-zwar,-aber lassen-wenigstens-Israel-in-Ruhe-Sandburg“ gebaut und nun rutscht die einfach so in Meer. Das geht doch nicht ! Was könnte besser die außenpolitische Konzeptlosigkeit von USA und EU präsentieren ? Ich schäme mich für uns. Und dann ist auch noch Eichinger zu früh verstorben, um Gaddafi beim Untergang beraten zu können … ach, Mensch. Wenigstens mal wieder Tobruk im TV, – sonst nur bei Guido Knopp in der Rommel-Nachschau zu sehen … ;-)

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  2. So grausam und brutal Nero in Quo Vadis de fakto ist, ich kann mir einfach nicht helfen: Peter Ustinov ringt mir immer ein Lachen ab. Im Gegensatz dazu läuft mir bei Gaddafi nur noch der eiskalte Schweiß über den Rücken. Dass ein wahnsinniger Diktator seinem eigenen Volk den Krieg erklärt (jawohl, das hat Nero auch getan) ist im wirklichen Leben nur noch abgrundtief erschütternd.

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  3. Man muss den Vergleich ja nicht überstrapazieren, aber beides sind grausame Witzfiguren (Nero zumindest in der Darstellung Peter Ustinovs). Und du hast Recht, über Gaddafi zu lachen fällt schwer angesichts seiner Skrupellosigkeit. Die Römer hatten ja die schöne Einrichtung der damnatio memoriae, mit der unliebsame Diktatoren wie Nero ganz pragmatisch aus dem Gedächtnis der Nation getilgt wurden. Hoffen wir, dass auch dieser libysche Spinner bald dieses Schicksal Neros teilt.

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    • Damnatio memoriae„? Klingt für mich nach Geschichtsverdrängung. Die Deutschen haben das mit Hitler gottlob nicht gemacht. Und den Libyern würde ich wünschen, dass sie — nach hoffentlich bald errungenem Sieg des Volkes über seinen Peiniger — die Person Gaddafi nicht vergessen. Wenn’s denn schon eines lateinischen Mottos bedarf, dann votiere ich für „memento!

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      • Nein, Verdrängung ist zu modern gedacht. Für die Kaiser gab’s ja nur das Standard-Verehrungsprogramm mit Feiern, Statuen und Gedöns. Oder aber die Auslöschung aus dem öffentlichen Gedächtnis = die Höchststrafe. Wünschen wir Gaddafi also eine moderne Variante dieser Höchststrafe: Aberkennung von Ruhm, Ansehen und allem anderen, was ihm wichtig ist, einhergehend mit angemessener (zeit)historischer Einordnung und Aufarbeitung – und die gab’s in der Antike seitens der Historiographie ja auch schon …

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  4. Das große Diktatoren Sterben geht weiter. Auf Hugo Chavez konnte sich Muammar al Gaddafi bislang immer verlassen. Aber jetzt wendet sich auch Venezuelas Präsident vom libyschen Diktator ab. Doch der Diktator kämpft weiter um seine Macht. Ich glaube, der hält nicht mehr lange durch.

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