Quo vadis Facebook?

Wie grotesk manche der jüngsten Neuerungen bei Facebook sind, merkt man, wenn man sie nicht nur benutzen, sondern auch anderen erklären muss …

Ich gebe ja bei DATEV in der so genannten Abendschule Kurse zum Einstieg in die Anwendungen und Plattformen von Google, Twitter und eben auch Facebook. Letzteres macht mir mein „Dozentenleben“ mit Abstand am schwersten. Und was sich Facebook in jüngster Zeit an Neuerungen geleistet hat, lässt sich wirklich kaum noch verstehen, geschweige denn dem Otto-Normalnutzer vermitteln.

Während Apple konsequent alles dem Prinzip der Simplicity unterwirft, während selbst Microsoft mit Windows 8 und dem Metro Style auf dem Weg zu neuen Ufern ist, während Google mit Google+ erstmals erfolgreich ein Netzwerk gelauncht hat, dessen Erfolg gerade darauf beruht, dass es einen überschaubaren Funktionsumfang bietet und intuitiv bedienbar ist, während Twitter weiterhin so spartanisch und unkompliziert daherkommt wie eh und je … während also kein Zweifel daran bestehen kann, dass in technologisch immer komplexer werdenden Zeiten die Reduktion von Komplexität der richtige Weg ist, um die Nutzer vom eigenen Angebot zu überzeugen (oder sogar dafür zu begeistern), schlägt Facebook einen Weg ein, der genau in die entgegengesetzte Richtung führt.

Komplexität statt Bedienbarkeit

Was früher einfach war, wird ohne Not verkompliziert, das simple Konzept der „Freundschaft“ wird verwässert durch Abonnements, konnte man Bekannte früher einfach beim Namen nennen, gibt es heute „Markierungen“, deren Erklärung in den Privatsphäre-Einstellungen wie folgt aussieht:

Noch nicht verstanden? Na, dann gibt es ja noch folgende Hilfetexte, die einem die Tränen in die Augen treiben:

Aktiviere die Option „Profil-Überprüfung“, um Beiträge, in denen dich deine Freunde markiert haben, manuell zu überprüfen und zu bestätigen bevor sie in deinem Profil angezeigt werden. Deaktiviere die „Profil-Überprüfung“, um diese Beiträge von Freunden automatisch zu bestätigen. (Du wirst weiterhin zur Überprüfung von Markierungen von Nicht-Freunden aufgefordert und kannst auch weiterhin andere Dinge von Freunden zur Überprüfung erhalten.) (…) Deaktiviere die Funktion „Markierungen überprüfen“, um die Markierungen, welche von Freunden zu deinen Inhalten hinzugefügt werden, nicht zu überprüfen bevor sie auf Facebook angezeigt werden. Wenn eine Person, mit der du nicht befreundet bist, eine Markierung zu einer deiner Beiträge hinzufügt, wirst du immer um die Überprüfung der Markierung gebeten.

Facebook als eierlegende Wollmilchsau

Natürlich liegt auf der Hand, warum Facebook diesen Weg einschlägt: Man möchte Twitter, Google+ und Facebook in einem sein, alle Funktionen, Ideen, Erfindungen und Konzepte der Konkurrenten in die eigene Plattform integrieren – denn dann gibt es für die Anwender ja keinen Grund mehr zur Konkurrenz zu gehen, oder?

Das Gegenteil ist der Fall: Facebook ruiniert zurzeit konsequent sein ehemals klares Profil. Es macht seine Plattform schwer bedien- und noch schwerer erklärbar. Es verzettelt sich statt sich aufs Wesentliche zu konzentrieren. Es ignoriert die Bedürfnisse seiner Nutzer. Es setzt aufs Prinzip „viel hilft viel“, das langfristig noch nie funktioniert hat. Das Merkwürdige ist: Facebook verhält sich damit nicht wie der etablierte und stetig wachsende Marktführer, sondern wie ein aufgescheuchter Getriebener, der sein Heil in Aktionismus sucht. Warum eigentlich? Zugegeben: Stillstand ist Rückschritt. Aber ein hektischer und atemloser Zick-Zack-Sprint, bei dem man seine Nutzer abhängt, bringt einen vielleicht weiter – macht aber auch einsam.

Facebook – das neue Altavista?

Mehr Komplexität und „viel hilft viel“ – das war übrigens exakt der Weg, den Altavista und andere Suchmaschinen-Giganten vor über zehn Jahren eingeschlagen hatten. In ihren aufgeblasenen Infoportalen spielte die Suche nur noch eine untergeordnete Rolle. Und dann kam ein kleiner, unscheinbarer Anbieter namens Google, mit einer leeren, weißen Seite, auf der nur ein Suchschlitz zu finden war, sonst nichts. Die zunehmende Komplexität, die Inhalts- und Funktionsvielfalt an den Bedürfnissen der Nutzer vorbei, war damals der Anfang vom Ende für die etablierten Platzhirsche. Der Rest ist Geschichte …

(Das ist übrigens der erste Blog-Beitrag, den ich komplett auf einer iPhone-Tastatur unterwegs geschrieben habe ;-) )

15 Gedanken zu “Quo vadis Facebook?

  1. Völlig richtig! Keep it simple – and don’t make me think! Das scheinen mir bei der ganzen Computerei die wichtigsten Anforderungen überhaupt zu sein. Zumindest im Interesse derer, die das ganze nicht zur Wissenschaft machen, sondern einfach nur benutzen wollen. Und am Rande gefragt: Was ist „Windows 8“? Ist Windows 7 schon wieder im Begriffe zu veralten? Uaah, bitte nicht! Mir hätte schon XP bis zum Lebensende gereicht!

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  2. Wo du recht hast, hast du recht. Ohne sich viel Zeit zu nehmen, um sich in die neuen Funktionen einzulesen, kann man bei Facebook ja fast schon nicht mehr zurecht kommen. Es wirkt immer vollgestopfter. Da lobe ich mir simple, zielgerichtete Startups wie beispielsweise Amen, die frischen Wind in die sozialen Netzwerke bringen.

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  3. Vorab: ja, Facebook hat hier sicher viel zu hektisch u.a. auf Google+ reagiert und dabei ist die Usability und Verständlichkeit sicher auf der Strecke geblieben.
    ABER: „Keep it simple“ ist nicht Antwort auf die Problemstellungen die eine immer komplexer werdenden (Kommunikations-)Welt. Und „don’t make me think“ halte ich für eine extrem gefährliche Sache. Manche Themen sind einfach zu komplex, als dass man darüber nicht auch mal nachdenken sollte.
    Es gibt dieses schöne Zitat von Antoine de Saint-Exupéry: „Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn man nichts mehr hinzufügen, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann“ – man kann hier auch „Perfektion“ durch „Einfachheit“ ersetzen (Ulrich Leschak [http://leschak.com] hat dazu mal einen tollen Vortrag auf der FFK 09 [http://ffk09.flashforum.de/topics.php#leschak] gehalten). Dem möchte ich mich anschließen.
    Aber oft wird vergessen, dass das nicht nur heißt, dass man möglichst viel weglässt, sondern auch, dass man nicht zu viel weglässt.
    Und hier liegt m.E. ein großes Problem: Nur wenige sind bereit sich mit einer Thematik ernsthaft auseinander zu setzen – und begeben sich dadurch in Abhängigkeiten von Anbietern wie Google, Apple und Co. Wer macht sich noch die Mühe zu verstehen, was da eigentlich passiert? Damit meine ich nicht, dass man die Technik verstehen können muss – aber man muss sich mit komplexen Thematiken einfach auch mal auseinander setzen. Und das Thema Datenschutz und die Entscheidung was man in welchem Kanal an wen von sich preisgibt sind nun mal keine einfachen Entscheidungen.
    Und bei diesem immer lauter werdendem „Geschrei“ nach Einfachheit, den üblichen Totschlagargumenten („mach’s doch wie Google/Apple“) wird ignoriert, dass es Sachen gibt, bei denen Einfachheit bedeutet, dass man seine eigenen Entscheidungen an einen Dritten delegiert. Sei das Google, Apple oder Facebook. Und dass das nicht immer im Sinne des Nutzers sein muss zeigen die Diskussionen rund um „Kontaktimport“ oder den like-Button bei Facebook, Speicherung von Bewegungsprofilen auf iPhones, etc. zur Genüge.
    Mich nervt es ungemein, dass wir alle so unglaublich denkfaul geworden sind. Ich bin überzeugt: Zu starke Vereinfachung führt auf kurz oder lang zur Verdummung.
    Nicht falsch verstehen: Mich nerven nicht durchdachte Funktionen, umständliche Masken, kryptische Hilfetexte und dergleichen auch extrem. Aber es gibt durchaus Dinge, bei denen ich sehr froh bin, dass ich mich erst einarbeiten musste, bis ich sie sinnvoll nutzen konnte. Dafür verstehe ich jetzt etwas mehr davon.
    BTW: Das beste Stück an komplexer Software, das ich kenne, ist Photoshop: Und hier kann ich mittlerer Weile gefühlt ein paar hundert Shortcuts – das ist zunächst nicht einfach zu erlernen, aber ich kann das Tool mittlerer Weile unglaublich effizient bedienen – und damit viel mehr erschaffen, als mit einer „einfachen“ Software.
    „Einfach“, das war doch mal ein eher abwertender Begriff („einfach gestrickt“) – jetzt ist es das Allheilmittel für alle Fragestellungen, die uns zu komplex erscheinen.
    @Christian: Sorry, geht jetzt nicht so besonders aufs Blog-Thema ein, aber Carsten Seebass‘ Kommentar ist für mich so typisch ;-)
    Und außerdem Respekt fürs tippen auf m iPhone – ich hätte jetzt die Finger in Gips ;-)
    @Carsten Seebass: Ist nicht gegen „Keep it simple“ geschrieben – aber ein pauschales „don‘t make me think“ geht gar nicht ;-)

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  4. Facebook soll ja wieder „emotional“ werden. Unemotionale Tools müssen einfach sein, „emotionale“ haben viel mehr Spielraum für komplexe Bedienung, weil man viel eher bereit ist, sich damit auseinanderzusetzen. Das ist sicher in Seminaren sehr schwer zu vermitteln (kenne ich selbst sehr gut), aber wer die erste Schwelle der „Was-bringt-mir-das“-Ratio überwunden hat, ist zu viel mehr Komplexität bereit. Er verlangt sogar danach (da stimme ich Gert voll zu), damit er „In the drivers seat“ alle individuellen Möglichkeiten hat. Und dieser Aspekt ist extrem wichtig: jeder hat sein eigenes Facebook, es gibt nicht DAS Facebook. Das wird, wie man jetzt seit der f8 sieht, eher noch mehr ausgebaut werden.

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  5. Ich weiß nicht so recht … Ich glaube, wir müssen hier verschiedene Dinge trennen. Photoshop zum Beispiel ist doch eine andere Baustelle. Dass man Begeisterung für die Möglichkeiten eines komplexen Tools entwickelt, in das man sich mehrere hundert Stunden eingearbeitet hat, verstehe ich gut. Das ist die Suche nach Perfektion, die Beherrschung der Vielfalt, die beim Hervorbringen entsprechender Ergebnisse natürlich befriedigend ist. Aber das hat wenig mit einem Alltags-Tool wie Facebook zu tun. Das muss funktionieren, und zwar schnell, einfach und ohne dass ich mir zu viele Gedanken machen muss – in diesem Kontext würde ich auch „don’t make me think“ unterschreiben. Das ist wie wenn ich bei Sixt ein Auto miete, das ich noch nie gefahren bin: Da erwarte ich dennoch, dass ich sofort losfahren kann. Wenn ich erst eine Stunde die Gebrauchsanleitung studieren muss, ist das nicht erwartungskonform, führt zu Frust und dazu, dass ich nächstes Mal wieder Bahn fahre. Es stimmt: Auch die Komplexität eines solchen Autos/Programms kann faszinierend sein, aber nur, wenn ich am Anfang einen einfachen und intuitiven Zugang hatte. Nur dann bin ich bereit, mich mit den Profi-Funktionen zu beschäftigen. Und der Datenschutz ist wieder ein anderes Thema. Natürlich muss man sich mit den Rahmenbedingungen des Web beschäftigt haben, bevor man sich reinstürzt. Man muss ja auch die Straßenverkehrsordnung kennen bzw. lernen, bevor man Auto fährt. Das hat aber nichts mit der Usability zu tun. Wenn ich die StVO kenne, darf ich erwarten, mit meinem Sixt-Auto einfach losfahren zu können. Und wenn ich mich durch die Privacy Policy bei Facebook geackert habe, darf ich erwarten, dass man mir das Leben nicht durch chaotische Vielfalt schwerer macht. Vor diesem Hintergrund ist weniger mehr – und so gesehen haben meiner Meinung nach zurzeit Apple, Google und Twitter die überzeugendere Strategie.

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    • Blöde Frage: Wie viele Stunden hast Du Dich in Facebook „eingearbeitet“? Doch mittlerer Weile auch mehrere hundert… wie ganz viele andere User auch (auch die, die keine Vorträge darüber halten ;-)).
      Ich sag ja nicht, dass Facebook gerade besonders viel richtig macht. Aber die Erwartungshaltung: „kostenlos, etabliert, Alltag“ = „man darf kein Hirn benötigen“ finde ich einfach aus Prinzip falsch. Bei Sixt zahlst Du für ein Auto und für die Dienstleistung drum rum, für facebook hast Du Dich aus irgendwelchen Gründen entscheiden, aber es war kostenlos und Du brauchst Facebook nicht um von A nach B zu kommen.

      Ob sich jetzt Facebook durch die Neuerungen für „Neukunden“ und bestehende User attraktiver gemacht hat, wird der Markt/der User entscheiden, dank G+ gibt es jetzt ja auch namhafte Alternativen.

      Ich gebe ja zu, dass ich FB wenig nutze, aber ich habe (im privaten) die Änderungen nicht wirklich wahrgenommen. Es ist mehr so: Aha, ich kann da jetzt mehr einstellen… und seitdem nutze ich Facebook wie davor und habe keine größeren Implikationen erlebt.
      Ich würde also „Wie grotesk manche der jüngsten Neuerungen bei Facebook sind, merkt man, wenn man sie nicht nur benutzen, sondern auch anderen erklären muss …“für mich eher so sehen: „Wie grotesk manche der jüngsten Neuerungen bei Facebook sind, merkt man ERST WENN MAN ES anderen erklären muss …“

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  6. Na, ja – ich würde zum einen sagen Komplexität ist kein Problem, wenn sie verlässlich ist. Denn Komplexität kann ja auch einfach den Möglichkeitsraum des Handelns erweitern. Wenn man dafür etwas dazu lernen muss ist das ja kein Problem.

    Aber ich glaube im Moment ist es einfacher. Facebook wirft halt alles sofort an neuen
    Funktionen auf den Markt was das Entwicklungslabor hergibt ohne sich um Integration und verlässliche Beschreibungen zu kümmern, einfach um den Vorsprung gegenüber den Freunden von Google mit und ohne plus zu halten und auszubauen.

    Ich setze auf eine ex post Integration.

    „Fortschritt ist der Weg vom Primitiven über das Komplizierte zum Einfachen.“ – geguttenbergtes Zitat das unterschiedlichen Quellen zwischen Wernher von Braun bis Kurt Biedenkopf zugeschrieben wird.

    Wir sind halt gerade auf dem Weg.

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  7. @Gert Wir beide sind mit unseren 100 Stunden Einarbeiten aber gerade nicht der Otto-Normaluser. Warum ist denn FB so erfolgreich bzw. groß geworden? Weil nicht nur die ganzen Web-Verrückten dabei sind, sondern auch die Onkel und Tanten und der ganze Rest. Und die schütteln angesichts der Komplexität bald den Kopf und sagen: Ach nee, lieber doch nicht …

    @Claus und Gert Ich gebe aber zu, ich habe den Beitrag in einem Moment geschrieben, als wirklich alles bei FB durcheinander war, weil gerade ausgerollt wurde. Die Menüs mit den Abonnements z.B. waren einen Tag lang komplett unverständlich, große babylonische Verwirrung … Einen Tag später sind sie schon wieder aufgeräumter, man ist also offenbar wirklich auf dem Weg – und sowas fällt vielleicht wirklich nur dem auf, der es zu erklären versucht …

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  8. Super Analyse, damit sprichst Du sicherlich vielen Nutzern aus der Seele. Auch ich frage mich, wieso Facebook nun auf einmal eine völlig überfrachtete Oberfläche anbietet.

    Trotzdem denke ich, dass Änderungen in den meisten Fällen zuerst auf Ablehnung stoßen. Man hat sich im Lauf der Zeit an etwas gewöhnt, die Arbeitsabläufe sitzen, alles läuft wie geschmiert – und dann muss sich komplett umstellen. Auch mir geht es oft so. Meist sind die Änderungen aber zum Vorteil des Nutzers – das ist ja auch in den vorherigen Beiträgen bereits angeklungen.

    Trotzdem sollten Änderungen in ausreichender Form erklärt werden. Und das hat Facebook versäumt. Außerdem wirken die Änderungen auch auf mich etwas unausgegoren.
    Die Plattform „Facebook“ befindet sich zweifellos momentan in einer Umbruchphase. Da wird sich sicher noch einiges ändern. Trotzdem – so verschreckt man viele Nutzer.

    Auch wenn es nicht ganz zum Thema „Usability“ passt: Mich ärgert in letzter Zeit auch die Praxis von Facebook, Nutzerdaten, die man selbst nicht angeben möchte, durch andere User ergänzen zu lassen. Ich habe in meinem Profil meine Hochschule nicht eingetragen – aber einige meiner Freunde haben nun „angegeben, das ihr hier zusammen zur Schule gegangen seid: …“. So füllen sich nach und nach die Lücken, die man selbst – aus welchen Gründen auch immer – offen gelassen hat. Aber das ist wieder eine andere Diskussion…

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  9. Ich würde sagen, Facebook hat bekannte Funktionen enorm „anpassbarer“ gemacht. Früher wurden dem User viele Entscheidungen (vor allem Datenschutzrelevante) abgenommen, und von Facebook selbst getroffen. Durch den Druck u.a. von einem (Herrn) Caspar aus Hamburg und die gestiegene Konkurrenz (Google+) waren plötzlich ganz andere Funktionen notwendig. Funktionen und Menüs, die absofort vom User durchgehangelt werden müssen, und nicht mehr von Facebook „vorausgewählt“ sind. Für den Datenschutz ist das natürlich erstmal fördernd. Die Usability wird aber schlechter. Bei Google muss vor jeder Veröffentlichung der Kreis ausgewählt werden, mit dem der entsprechende Inhalt geteilt wird. Datenschutz: Top! Usability: Flop.
    Ich bin mir sicher, die breite Masse kennt die ganzen Möglichkeiten, die Facebook bietet, gar nicht. Der erste Kontakt mit Facebook läuft dabei m.E. auch heute noch genauso ab wie vor einem Jahr: Bei facebook.com ein paar Daten eingeben, die Registrierungsmail bestätigen und danach auf eine Seite mit einem kleinen Input-Feld landen, das einen fragt, was man gerade macht. Und zack, man ist bei Facebook aktiv…
    Erst nach und nach kommen einem Dinge in den Kopf wie „Wer sieht das denn eigtl?“, „Kann ich das irgendwie einschränken?“ und dann greift das, was ich oben bereits angesprochen habe: Welcher Otto-Normal-Facebooker setzt sich ernsthaft damit auseinander, wo genau eingestellt werden kann, wer was wann und wo lesen kann? Ich glaube nicht viele.
    Seit Anfang des Jahres bietet Facebook eine durchgehende SSL-Verschlüsselung an. Gerade für (offene) WLAN-Hotspot ist der Zugewinn an Sicherheit imens. 3 Monate später haben gerade mal 10 Millionen User (1-2 %) umgestellt gehabt! (https://developers.facebook.com/blog/post/491).
    Sicher, die Texte, die Facebook zum Teil fabriziert um Funktionen zu erläutern sind zum Teil derart unverständlich, dass selbst zwei Power-User (Ich würde uns, Christian, einfach mal Power-User nennen ;-) ) nicht so wirklich weiterwissen. Aber die Evolution der Plattform zu Größerem, mit mehr Möglichkeiten, würde ich generell nicht ablehnen.

    Herr Kemnitzer, Sie schreiben von einer „Umbruchphase“. Das ist meiner Meinung nach genau der richtige Begriff: Während die vorherigen Launching-Sessions (wie Facebook ihre Entwicklungszyklen nennt) eher dadurch geprägt waren, dass komplett neue Funktionen (externe Like-Buttons, Facebook Orte etc.) dazukamen und der Funktionsumfang erweitert wurde, krempelt Facebook nun etablierte, lange dagewesene Funktionen um. Und das schreckt natürlich das ein odere andere Gewohnheitstier ab.

    Wie Organisations-Professor, der über Change-Management sprach, immer zu sagen pflegt: „Das einzig beständige ist der Wandel“ (mehrere Quellen).

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