Ach, und übrigens … (8): Champions, eine Hymne und bunte Haie

Heute mit leichter Kost: Mia san Europameister, die Champions League Hymne und Haie mit lila Punkten …

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Hach, was war das für ein spannendes Champions League Finale gestern Abend. Für FCB-Fans wie mich mit bestmöglichem Ausgang. Aber man muss, glaube ich, kein Fan des FC Bayern München sein, um zu sagen: Ja! Das konnte nicht anders ausgehen! Wer das Leben nicht nur als Abfolge von Zufällen begreift, sondern als Komposition und klassisches Drama, konnte nicht an diesem Ausgang zweifeln. Jahrtausende europäischer Dramentheorie haben den Rahmen vorgegeben:

FCBErster Akt und Exposition, die handelnden Personen werden eingeführt, der dramatische Konflikt kündigt sich an: Der FCB wird nach Klinsmann und van Gaal besser und besser und startet unter Jupp Heynckes so richtig durch, wird aber in der Liga noch von Dortmund geschlagen.

Zweiter Akt, Steigerung mit erregendem Moment (Katastase), Verdichtung der Verwicklung, Schürzung des Knotens: Die Vorjahres-Saison, in der Liga immer noch hinter Dortmund, in Europa aber Spitze, mit einem phantastischen Lauf bis ins Champions League Finale.

Dritter Akt mit der Peripetie, also der Umkehr der Glücksumstände der Helden: Natürlich das Champions League Finale 2012, dahoam in München, tragisch und unnötig verloren gegen den FC Chelsea.

Vierter Akt, Retardierung, also Verlangsamung der Handlung und allmähliche Vorbereitung des Höhepunkts: Heulen und Zähneklappern nach dem verlorenen Finale, Verstärkung des Kaders mit neuen Spielern, Start in die neue Bundesliga-Saison und Aufnahme von neuem Tempo in Richtung Titel.

Fünfter und Letzter Akt mit dem finalen Höhepunkt, aber nicht der Katastrophe im Shakespearschen Sinne, sondern einer Lösung a la Lessing: Alle Konflikte werden gelöst, die Handelnden werden sittlich geläutert: Mia san Champions 2013. Ein Finale mit wahrlich kathartischer Wirkung, da muss man sich nur mal den Jubel nach dem zweiten Robben-Tor anschauen …

Dortmund hat sich wacker geschlagen und sei beglückwünscht zum zweiten Platz. Aber gegen so ein Drehbuch hat auch ein furioser BVB keine Chance.

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Fast noch schöner als der Fußball selbst ist ja das ganze Drumherum, vor allem die leidenschaftlichen Sympathiebezeugungen der Fans für ihre Mannschaft. Am besten hat mir diese hier gefallen: Die Münchner Philharmoniker unter Lorin Maazel wünschen dem FC Bayern ein erfolgreiches Champions League Finale:

Bei der Gelegenheit habe ich übrigens gelernt, dass die Champions League Hymne, die ja  irgendwie ein bisschen nach Georg Friedrich Händel klingt, in Wahrheit 1992 im Auftrag der UEFA von Tony Britten komponiert wurde, nach Vorlage von Händels „Zadok The Priest“ immerhin. Wieder was gelernt. Hier kann man ein Interview mit Tony Britten über seine Komposition lesen.

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Ach, und übrigens: Was wäre eigentlich, wenn der Weiße Hai nicht weiß, sondern rosa mit lila Tupfern wäre? Wäre dann nicht alles anders? ;-)

Great Whites Great Pinks

(Gefunden bei Poorly Drawn Lines)

In Ach, und übrigens (7) ging es übrigens um Messenger, eine Erfindermetropole, sinnlose Symbolbilder und die Blues Brothers …

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