Mein digitales Leben (1): zwischen Neuland und Altland

Wir sind von Klischees umzingelt. Das Internet ist Altland oder Neuland. Wir sind Digital Natives oder Digital Immigrants. Das Web ist gut oder böse. Datenschutz ist heilig oder egal … In Wahrheit ist natürlich auch die digitale Welt nicht schwarzweiß, sondern besteht aus Drölfzigmillionen Farben und Schattierungen …

Bleiben wir beim Neuland-Beispiel: Ich halte das “Neuland”-Bild der Kanzlerin immer noch für schief und falsch. “Neuland betreten” meint: sich mit etwas gänzlich Unbekanntem auseinandersetzen, buchstäblich erste Schritte unternehmen, sich mit etwas befassen, das man noch nie gesehen und wahrgenommen hat, wo man sich entsprechend unsicher und vorsichtig bewegt, erste Erfahrungen sammelt. „To boldly go where no man has gone before …“ In diesem Sinne ist das Internet nicht Neuland, und kein Mensch bewegt sich in diesem Medium wie vor 20 Jahren – weil wir uns schon 20 Jahre in ihm bewegen. Wir, das bin ich, das sind meine Kinder und das sind meine Eltern. Für uns alle ist das Internet kein Neuland.

Das Internet ist Altland. Aber was heißt das schon?

Das Internet ist also Altland für viele von uns. Aber was heißt das schon? Es heißt jedenfalls nicht, dass ich das Internet in- und auswendig kenne und keine Überraschungen mehr erlebe. Die meisten, die in der Neuland-Diskussion der Kanzlerin zur Seite sprangen, argumentierten, dass ja wohl niemand das Internet vollständig kenne und begriffen habe, es also für jeden immer und dauernd Neuland sei, alles andere sei eine recht überhebliche und also verwerfliche Sicht.

Aber wer kommt auf die Idee, so einen Gegensatz zu konstruieren? In Deutschland entdecke ich auch täglich Neues, jüngst bei einem spektakulär schönen Wochenende in Dresden und Umgebung. Dennoch ist Deutschland kein Neuland für mich.

Altes Neuland und neues Altland

Wir haben es also mit einem alten Neuland oder einem neuen Altland zu tun. Manche bewegen sich wie selbstverständlich durch seine Landschaften, kennen sich dort ziemlich gut aus und haben Lust auf Abenteuerurlaub, um immer wieder Neues zu entdecken.

Andere agieren vorsichtig, man kann ja nie wissen, was hinter der nächsten Ecke lauert, bleiben am liebsten in den eigenen vier Wänden, und wenn sie auf Reisen durchs Land gehen, dann am liebsten pauschal und risikoarm, von vorne bis hinten durchorganisiert und immer mit einem Reiseleiter in Reichweite, der einem erklärt, was man am besten wo und wann anschaut (und welche Landstriche man meiden sollte, weil Reisende dort bös übers Ohr gehauen werden).

Meine Art, durchs AltNeuLand zu reisen

Ich hatte schon länger mal vor, hier im Blog über „mein digitales Leben“ zu berichten – oder besser gesagt: meine Art durchs Internet zu reisen: Wie sieht mein digitales AltNeuLand aus, wie bewege ich mich darin, welche Dienste und Apps machen mir als Reisebegleiter dabei das Leben leichter? Und ich hoffe natürlich auf ein paar Kommentare von euch anderen Reisenden: Welche Erfahrungen habt ihr gemacht, was macht ihr ähnlich, was anders, und warum …

Mit dem nächsten Blog-Beitrag beginnen wir also mit der kleinen Reise … Stay tuned!

Nachtrag: Inzwischen sind folgende weiteren Beiträge erschienen:

6 Gedanken zu “Mein digitales Leben (1): zwischen Neuland und Altland

Und jetzt sag deine Meinung:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s