Am Gardasee – erste Woche

Aus dem Urlaub ein kleiner Blogbeitrag: Die erste Woche am Gardasee ist vorbei. Es war schön. Ich habe ein paar Erkenntnisse gewonnen. Und euch ein paar Bilder mitgebracht …

Erkenntnisse also:

  1. Campingplätze sind merkwürdige Soziotope.
  2. Der Urlaub ist extrem entspannend. Mein Blutdruck befindet sich in ungeahnt niedrigen Regionen.
  3. Ende August hat die Nachsaison am Gardasee begonnen, und das ist auch gut so.
  4. Mantua ist eine wunderbare Stadt, ca. 1 Autostunde vom See entfernt. Ich liebe die italienische Renaissance und den italienischen Barock, mit beidem wird man hier bestens bedient, vor allem in Form von Sant‘ Andrea (Leon Battista Albertis letzter Kirchenbau) und dem Palazzo del Te von Giulio Romano, einem Schüler Raffaels (Bilder gibt’s unten).
  5. Meine Kinder fanden die Architektur ganz okay, das Eis in Mantua dafür ganz hervorragend.
  6. Beim Wandern (zum Beispiel zur Rocca di Manerba, Bild siehe unten) und Joggen (zum Beispiel am Seeufer) sollte man bedenken, dass es auch dann noch mediterran-heiß ist, wenn ein paar Schatten spendende Wolken vorbeiziehen.
  7. Ein Abendessen am Seeufer ist zwar nicht ganz billig, aber man zahlt schließlich Essen und Blick und Rauschen der Wellen und das sanfte, goldene Licht beim Sonnenuntergang (wie man wiederum unten auf einem Bild sieht). Und das ist jeden Cent wert. (Außerdem war die Pasta fresca al Pescatore ganz ausgezeichnet.)
  8. Sirmione am südlichen Zipfel des Sees könnte ganz schön sein, würden sich nicht drölfzig Millionen Touristen durch die kleine Stadt schieben und hätte sich die kleine Stadt nicht vollständig auf diese drölfzig Millionen Touristen eingestellt, was man daran merkt, dass die ganze kleine Stadt aus Restaurants, Cafès, Eisdielen und Souvenirläden besteht, da offenbar alle Touristen nur aus zwei Gründen gekommen sind: um zu essen oder zu trinken und ein scheußliches Souvenir zu kaufen. Da hilft auch die Nachsaison nichts.
  9. Die Discount-Welle beherrscht auch Italien, was leider dazu führt, dass es hier in der näheren Umgebung einen Penny-Markt, einen Lidl und einen Spar gibt, aber keinen schönen italienischen Supermercato, der zum Beispiel einhundert verschiedene Mulino Bianco-Kekssorten führt, wie wir das von anderen Orten kennen. Die drei genannten Discounter zeichnen sich unter anderem auch dadurch aus, dass es so gut wie kein Olivenöl aus der Region gibt (dafür sehr viele zusammengepanscht aus Ländern der europäischen Union) und keinen einzigen Vino bianco, der mehr als 1,99 € kostet. Den Kauf derartiger Plörren habe ich natürlich verweigert.
  10. Dafür gibt es zum Glück noch ein paar Läden, die den Discountern die Stirn bieten und wirklich sehr gutes Öl und Wein zu ganz untouristischen Preisen anbieten. Dazu demnächst mehr …

Und hier die Bilder (aufs Vorschaubild klicken und in groß anschauen):

Hier die Fortsetzung: Am Gardasee – zweite Woche.

14 Gedanken zu “Am Gardasee – erste Woche

  1. Meine Urlaubsrecherche 2014 hat mich auf Deinen Blog geführt und ich muss gestehen, auch in Süditalien haben wir lange nach einem typischen Supermercato gesucht in diesem Jahr.
    Und Mulino bianco-Kekse liebe ich seit meiner Kindheit …

    Ich stöber dann mal weiter bei Dir!

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  2. Super klasse zutreffende Beschreibung :) und wunderschöne Bilder !
    ja der Gardasee….wem die Touristen zu viel werden, der sollte mal im Winter fahren…. Gardasee mit Schnee – das hat was ! Und Weihnachtsmärkte gibt es im Norden auch, in Dörfern die vom Tourismus noch unberührt geblieben sind…. einzigartig !

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  3. Hallo,
    gerade die Bilder gefallen mir in diesem Bericht besonders gut :) wow! Wir warn dieses Jahr an Ostern schon unten am see und das Wetter war wunderbar. im sommer ist es mir dort einfach zu heiß :)

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  4. Toller Blogeintrag! ich war jetzt schon zwei mal hintereinander am Gardasee und hab mir vorher Informationen bei einem Online Gardasee Reiseführer geholt. Dort gibt es Infos rund um die schönsten Orte, Klima, Veranstaltungen etc.. Tolle Bilder sind bei deiner Reise rumgekommen, da kriege ich Fernweh. Lg Andre

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  5. Danke für den kritischen Bericht. Wenn man Urlaub am Gardasee macht und keine Lust auf typischen Touri-Kram hat, kann man sich aber auch online Geheimtipps einholen. Es gibt genug Gegende, die authentischer sind. Es wäre echt schade, wenn man sich die wunderschöne Region rund um den Gardasee nur deshalb entgehen lassen würde.

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