Am Gardasee – zweite Woche

Weiter geht’s mit Urlaubs-Erkenntnissen. Auch die zweite Woche war enorm erholsam, schön und mediterran. Dolce vita zwischen Pool und See, dazu sehenswerte Städte wie Salò und Vicenza …

Weitere Erkenntnisse also:

  1. Salò – was für eine wunderbare kleine Stadt hier am Gardasee (gar nicht so klein für Gardasee-Verhältnisse). Weitgehend frei von Touristen, voll von Italienern, die an der schönen Uferpromenade oder durch die schattigen Einkaufsgässchen spazierengehen. Wie kurios, dass die Nazis ausgerechnet dieses hübsche Städtchen zur Zentrale ihrer von 1943 bis 1945 existierenden italienisch-faschistischen Marionetten-Sozialrepublik aka Repubblica Sociale Italiana aka RSI aka Repubblica di Salò mit Mussolini als Chef-Marionette gemacht haben. (Ansonsten war diese „allerfaschistischste Republik“, wie sie bei den Partisanen hieß, leider gar nicht kurios, sondern noch radikaler und kompromissloser als das faschistische Italien vor 1943.)
  2. Wer eine schöne und ein bisschen schattige Wandermöglichkeit sucht: von Gaino (Blick auf den See, siehe Bild unten) über Toscolano-Maderno durchs Valle delle Cartiere mit steilen Hängen, engen Schluchten und ein paar Industrieruinen früherer Papierherstellung.
  3. Vicenza! Ein bisschen weiter als Verona, aber unbedingt eine Reise wert. Die Stadt Andrea Palladios (oder Palastios, wie meine Kinder sagen). Ein Palladio-Palast neben dem anderen, dazwischen venezianisch angehauchte Architektur, und im Zentrum die berühmte Basilica.
  4. Und noch mehr Palladio gibt’s im Umland, etwa die Villa Rotonda. Grandios. Che bellezza! Bilder gibt’s unten.
  5. Auch schön: Einmal das Westufer rauf und runter fahren, in unserem Fall von Manerba bis Limone. Schöne Aussichten und ein bisschen Nervenkitzel den Berg rauf nach Tremosine. Erstens weil die Straße für maximal 1 1/2 Fiat Cinquecento nebeneinander ausgelegt ist, zweitens weil ich ein bisschen Höhenangst habe, da machen die „Schauderterrassen“ 400 Meter über dem See ihrem Namen alle Ehre.
  6. Aber Limone? „Galt einst als Inbegriff der Schönheit des Gardasees und als Sinnbild von ‚Bella Italia'“, sagt der Reiseführer. Das muss lange her sein. Keine Spur vom Charme Salòs. Scheußlicher Massentourismus. Zufall, dass hier Touristen in einer Bar Sangria aus halbeimergroßen Glasgefäßen saufen? Eher nicht.
  7. Apropos Getränke: Das deutsche Pfandsystem vermisst man in Italien genau drei Mikrosekunden lang, dann wirft man beherzt und mit guter Laune die ganzen PET-Flaschen (und den ganzen anderen Müll) in die Tonne und denkt sich: Eat this, Trittin!
  8. Ein großartiger Nebeneffekt dieses Urlaubs war, dass ich den Wahlkampf in Deutschland komplett verpasst habe.
  9. Wie ich überhaupt weitgehend verpasst habe, was in der Welt passiert ist, und auch das entspannt ungemein. Ich lasse mir zwar die SZ nachschicken, aber die kommt frühestens mit zwei, drei Tagen Verspätung hier an. Veraltete Nachrichten sind sehr entspannend. Ist ja eh schon alles längst passiert. Man kann sich in Ruhe dem Feuilleton widmen.
  10. Heute ist nicht alle Tage – wir kommen wieder, keine Frage!

Und hier die zweite Runde Bilder (aufs Vorschaubild klicken und in groß anschauen):

Hier geht’s zu den Gardasee-Erkenntnissen der ersten Woche.

2 Gedanken zu “Am Gardasee – zweite Woche

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