Ach, und übrigens … (18): Breaking Bad, Mobile Payment und Dmexco

Über das beste und finsterste Serienende, das die Welt je gesehen hat, Steinzeit-Zahlungsmittel in unserem schönen Hightech-Land und Bullshit-Buzzword-Bingo auf einer Online-Marketing-Messe …

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All bad things must come to an end … Nachdem ich nun die vorletzte Folge von Breaking Bad gesehen habe, nachdem uns nur noch eine knappe Stunde vom Ende trennt, nachdem aus Walter White endgültig Heisenberg geworden ist, muss ich sagen: Das ist – mit Abstand – die beste und letztlich auch grausamste Serie, die auf diesem Planeten je produziert wurde.

All bad things must come to an endEine Stärke der Serie war immer auch ihr Humor und eine gewisse Gelassenheit, mit denen der Weg dieses todkranken Chemielehrers auf die dunkle Seite der Macht begleitet wurde. Die letzte Staffel (genau genommen: die letzten acht Folgen dieser Staffel) ist nicht mehr gelassen oder humorvoll, sie ist – finster. Walter White erntet, was er gesät hat. Und mit ihm der Zuschauer, der doch lange mit ihm sympathisiert hat, diesem Unglücksraben, der, um seine Familie abzusichern, auf die schiefe Bahn geraten ist. Und so sitzt man gebannt vor dem Schirm, gebannt und sprachlos, so grausam konsequent ist das, was sich da abspielt. Drehbuchautoren, Regie und Darsteller haben hier ein Meisterwerk geschaffen, das selbst bessere Serien und Kinofilme als belanglose Durchschnittsware deklassiert. Das ist keine „Fernsehserie“, das ist Shakespeare. Mehr sage ich nicht, um jeden Spoiler zu vermeiden. Schaut euch das einfach an.

Die besten Breaking Bad-Reviews gibt es übrigens bei wired.com. Aber jeweils erst lesen, nachdem ihr die Folge gesehen habt!

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Analoges Geld statt Mobile PaymentIn unserem wunderbaren Hightech-Land gibt es immer noch das gleiche Zahlungsmittel wie vor Jahrhunderten: Bargeld. Schön und gut, aber in Deutschland ist bekanntlich der Fortschritt zu Hause – Land der Ingenieure und Patente und so. Also muss es im Jahr 2013 doch möglich sein, ohne Bargeld und ohne inzwischen auch etwas altmodisch anmutende Plastikkarten zu bezahlen … Das Zauberwort heißt „Mobile Payment“ und meint: bezahlen mit dem Smartphone, via App oder NFC (Near Field Communication). Maik Klotz hat den Selbsttest gemacht und versucht, zwei Wochen in Deutschland ohne Bargeld und Karten, nur mit Smartphone und mobilen Zahlungsmitteln zu (über)leben. Sein Fazit: „Wir sind nicht in den Kinderschuhen, was Mobile Payment in Deutschland betrifft. Wir sind nicht mal in der embryonalen Phase. Kurzum: Mobile Payment ist in Deutschland de facto nicht vorhanden.“ Was er in den zwei Wochen erlebt hat, könnt ihr hier nachlesen.

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Bullshit-Bingo auf der DmexcoMit Mobile Payment haben wir uns unter anderem im Arbeitskreis Apps & Mobile Services vom BITKOM beschäftigt, der im September in Köln tagte. Im Anschluss daran war ich erstmals auf der Dmexco, einer Messe für digitales Marketing, vermutlich der größten dieser Art in Deutschland. Was soll ich sagen? Was für ein unglaubliches Marketing-Bullshit-Bingo-und-Buzzword-Geklingel. Kein Vortrag, in dem nicht dreimal das Zauberwort „Retargeting“ fällt, kein Redner, der nicht von „Storytelling“ blubbert, und natürlich geht es heutzutage immer um „Content Marketing“, schreibt euch das hinter die Ohren! In Wahrheit geht es nach wie vor darum, den Menschen Werbung um die Ohren zu hauen, was auch völlig legitim ist, wenn man als Unternehmen Geld verdienen will. Nur ob man so ein großes Bohei darum machen muss wie auf der Dmexco … Ich weiß nicht. (Vielleicht bin ich auch einfach nur zu alt geworden. Der durchschnittliche Online-Marketing-Experte-und-Dmexco-Besucher ist total jung und total stylish, also irgendwie das genaue Gegenteil von mir.)

Immerhin ging es nicht nur mir so:

allerdings traf die dmexco als messe so gar nicht meinen nerv. es waren zwar irgendwie alle da die die beiden worte internet und geld schonmal in einem satz laut ausgesprochen haben oder sich zum ziel gesetzt haben leute im internet zu zählen, auszumessen oder zu verarschen, aber nach dem querlesen von drei hallen habe ich die veranstaltung wieder verlassen und bin lieber ein bisschen durch die innenstadt von köln geschlendert.

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Ach, und übrigens: Ich war an diesem goldenen September-Wochenende endlich mal wieder in einem Weinberg:

Im Weinberg

In Ach, und übrigens (17) ging es übrigens um früher, als nicht alles besser war, das Fotografieren von Essen, eine Zeitreise, um den Mord an JFK zu verhindern, und diverses Kasperletheater rund um die Wahl in Bayern und im Rest der Republik …

Bildnachweis: amc, artefaktum / pixelio.de

4 Gedanken zu “Ach, und übrigens … (18): Breaking Bad, Mobile Payment und Dmexco

  1. Zur Ergaenzug, was aus meiner Sicht ein Hoehepunkt der letzten Folge ist. Wenn Walter seiner Frau gesteht, dass ihm seine Rolle Vergnuegen bereitet hat. Dass er eingesteht, dass diese dunkle Seite seiner Seele letztendlich die eigentliche Antriebsfeder fuer sein Handeln war.
    Das ist so logisch, wie doch auch erschuetternd.
    Eine wirklich unglaublich gute TV Serie, die ich so bisher nicht fuer moeglich gehalten habe.

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