Ach, und übrigens … (20): Tschick, Sons of Anarchy, ein Interview und 2.000 Kommentare

Über einen wunderbaren modernen Entwicklungsroman, einen Hamlet-Konflikt in einer Motorrad-Gang, Meikes Interview mit mir übers Bloggen und ein großes Vergnügen, für das ihr, liebe Leser, verantwortlich seid …

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Gelesen oder vielmehr gehört: Tschick von Wolfgang Herrndorf, der seinem Leben kürzlich ein Ende gesetzt hat, bevor der Krebs es tun konnte. Ein wunderbares und witziges Buch über einen besonderen Sommer im Leben eines Vierzehnjährigen – aber kein Jugendbuch. Ich glaube, man muss schon ein bisschen älter geworden sein, um das einerseits unglaublich komisch zu finden und sich andererseits in all dem ein bisschen wiederzufinden. Letztlich eine zeitgemäße Variante des klassischen Entwicklungsromans, Maik Klingenbergs Lehrjahre sozusagen, nur zehn mal kurzweiliger als der olle Wilhelm Meister (und hey, ich bin einer der wenigen Menschen auf diesem Planeten, der alle vier Goethe-Romane gelesen hat und weiß, wie zäh die Lehr- und vor allem die Wanderjahre sind). Was Maik und sein russischer Spätaussiedler-Freund Tschick unterwegs mit einem alten Lada im Berliner Hinterland erleben, wem sie begegnen, worüber sie reden und wie sie das alles verändert: unbedingt lesens- oder eben hörenswert! Das Hörbuch gibt’s übrigens auch auf Spotify.

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Etwas spät sind wir dran mit der ersten Staffel von Sons of Anarchy, die immerhin schon 2008 produziert wurde, aber jetzt haben wir sie gesehen. Ich gebe zu, ich war etwas skeptisch. Halbstarke bis ganz starke, tätowierte Männer, die auf Motorrädern durch die Gegend fahren, fluchen, Bier trinken und kriminellen Geschäften nachgehen? Das soll ich mir ansehen? Aber ich gebe auch zu: Es lohnt sich. Die Geschichte ist gut erzählt, der Spannungsbogen hält über die ganze Staffel, die Charaktere sind interessant. Und wir haben das, was sehenswerte Serien fast immer von langweiligen 08/15-Serien unterscheidet: eine zweite Ebene, um die es eigentlich geht. Bei The Walking Dead geht es nicht (nur) ums Zombie-Verprügeln, sondern um Gruppendynamik und grundsätzliche ethische Fragen in einer Ausnahmesituation. Bei Breaking Bad geht es nicht (nur) um Drogen, sondern darum, warum und wie ein amerikanischer Mittelschichts-Dr. Jekyll zu Mr. Hyde wird. (Jeweils natürlich extrem unterhaltsam und clever inszeniert.) Und in der ersten Staffel von Sons of Anarchy geht es nicht (nur) um eine tätowierte Biker-Gang, sondern um den klassischen Hamlet-Konflikt zwischen Herrscher und Thronfolger oder, sagen wir’s einfacher, zwischen (Ersatz-)Vater und Sohn.

Allerdings kommt die Serie nicht an die Nonplusultras wie Breaking Bad oder Mad Men ran. Dafür leisten sich die Drehbuchschreiber ein paar Schwächen  zu viel – Hauptsache die Handlung geht voran, der Zuschauer wird’s schon verzeihen.

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Die liebe Meike hat mich für das Salesforce-Blog interviewt und ein paar Fragen vor allem zu „meinen“ beruflichen Blogs gestellt. Außerdem erfahrt ihr, ob ich der oder das Blog bevorzuge, warum man manchmal Vorstandsassistenten quälen muss, wie viel Schlaf ich brauche und was Bloggen mit der Freiwilligen Feuerwehr zu tun hat. Sollte man alles wissen, daher hier klicken und das Interview lesen.

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2000 KommentareApropos Bloggen: Vor ziemlich genau drei Jahren habe ich zu bloggen begonnen, aber bloggen ohne Diskussion und Feedback wäre nur das halbe Vergnügen. Dafür seid ihr zuständig, und ihr macht das großartig: Letzte Woche ist der 2.000. Kommentar hier im Blog erschienen (es sind nicht ganz 2.000 Kommentare, da WordPress auch die Pingbacks als Kommentare zählt, aber egal). Das ist toll und dafür sage ich DANKE! :-)

(Im gleichen Zeitraum gab es übrigens 14.646 Spam-Kommentare. Alle rausgefiltert und gelöscht.)

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Ach, und übrigens: Herbst im Erlanger Schlossgarten:

Herbst im Erlanger Schlossgarten

In Ach, und übrigens (19) ging es übrigens um viel Lärm um nichts beim Start der deutschen Huffington Post, ein grandioses Kammerspiel auf größtmöglicher Bühne und vier Regeln, die J.J. Abrams beherzigen sollte, wenn er die neuen Star Wars-Filme dreht …

6 Gedanken zu “Ach, und übrigens … (20): Tschick, Sons of Anarchy, ein Interview und 2.000 Kommentare

  1. Hey Christian,
    ich bin heute auf deinen Blog gestoßen, über irgendeine Verlinkung (ist schon 3 Stunden her), und mir gefällt was ich lese, deine Themen und dein Schreibstil. Ich bleibe also dabei.
    Da ich gerade so am durch alle möglichen Artikel am Crawlen war, dachte ich mir, ein solcher Kommentar passt hier – wenn der Artikel auch schon älter ist – am besten rein.
    Und meine sog. private Blogroll, oder Favoriten (wie man das früher auch nannte), ist leider ob der Qualität der verfügbaren Blogs an zwei Händen abzuzählen. Gerne lese ich Artikel wie Deine über Medien, TV/Filme/Serien, Internet und Zeitgeist-Kram. Also weiter so, und meiner eigenen (oftmals stummen) Erfahrung nach stehem hinter jedem Kommentar 100 die einfach mit allen Meinungen übereinstimmen, oder ihre Meinung als redundant bewerten :)

    MfG, Ackbar

    PS: Sowas wie Blogrolls des Blogherausgebers sind – denke ich – immer gerne gesehen (und bringt auch Trackbacks^^)

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