Schlechte Nachrichten für die Freunde der Homöopathie

(Schlechte) Nachrichten für die Freunde der Homöopathie

Wie ihr wisst, bin ich immer um eure Gesundheit besorgt und suche mit Hochdruck nach wirksamer Homöopathie und schlagkräftigen alternativen Heilmethoden. Doch leider gibt es für Freunde dieser Disziplinen wieder nur schlechte Nachrichten …

Homöopathie wirkt. Nicht.

Zum hundertsten Mal stellt eine Studie fest, dass homöopathische Mittel nur wie Placebos wirken. Diesmal haben sich australische Mediziner in einer Meta-Analyse 234 Studien zur Wirksamkeit von Homöopathie angesehen. Dabei gab es vor allem zwei Erkenntnisse: 1) Bei zahlreichen Krankheiten (etwa Asthma, Angststörungen, Migräne, Durchfall bei Kindern, Erkältungen, Warzen) ist Homöopathie nicht wirksamer als ein Placebo. 2) Sämtliche untersuchten Studien, die der Homöopathie eine gewisse Wirksamkeit nachweisen wollten, waren nicht nach allgemein akzeptierten wissenschaftlichen Grundsätzen geplant oder durchgeführt. Nachzulesen in der FAZ.

Wenig überraschend das alles. Wenig überraschend auch: Den Homöopathie-Gläubigen wird’s zum hundertsten Mal egal sein.

Homöopathie und Schweine, die zum Mond fliegen

Es gibt übrigens auch ernst zu nehmende Stimmen, die meinen, man solle überhaupt keine Zeit und kein Geld mehr mit wissenschaftlichen Studien zur Homöopathie verschwenden – Stichwort „Scientabilität“, was meint, dass teure und aufwändige klinische Studien nurmehr durchgeführt werden sollten, wenn die zu prüfenden Interventionen sicheren Erkenntnissen nicht widersprechen. Denn: „Man überprüft ja auch nicht, ob Schweine aus eigener Kraft zum Mond fliegen können – obwohl das streng wissenschaftstheoretisch nicht unbedingt auszuschließen wäre.“ Nachzulesen in der SZ.

Kakerlaken, Kellerasseln, Krötengift

Dass in homöopathischen Mitteln außer Zucker praktisch nichts enthalten ist, dürfte bekannt sein. Welches Nichts genau, sollte man den Leuten aber schon mitteilen, findet Mechthild Heil, die verbraucherpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, „weil sich in homöopathischen Mitteln teils abenteuerliche Inhaltsstoffe fänden: Kakerlaken, Kellerasseln, Krötengift oder faules Rindfleisch. Der Verbraucher müsste verständlich darüber informiert werden, was er zu sich nimmt.“ Verständlich soll heißen: nicht nur mit lateinischen Fachbegriffen, die außer Papst Franziskus niemand versteht.

Der Verband klassischer Homöopathen Deutschlands sieht das erwartungsgemäß anders: Eine Kennzeichnung auf Deutsch bringe „nicht mehr Klarheit, sondern nur Abschreckung. Das würde dem Mittel nicht gerecht werden.“ Da sind wir uns mal einig, dass Klartext, Transparenz und Homöopathie eine eher schwierige Kombination sind. Nachzulesen in der Rhein-Zeitung.

Es begann mit einem Irrtum

Wenn ihr euch gelegentlich oder gerade jetzt fragt, wie die Homöopathen eigentlich auf die merkwürdige Idee kamen, Gleiches mit Gleichem zu heilen: Der Ursprung dieser Idee ist genau bekannt, schließlich ist die Homöopathie keine diffuse „uralte Volksmedizin“, sondern eine Erfindung des deutschen Arztes Samuel Hahnemann, der vor gut 200 Jahren lebte. Und wie begann das nun alles? Es hat mit Fieber und Chinarinde zu tun. Kurz gesagt: „Hahnemanns Lehre beruht auf einer falschen, unzulässig verallgemeinerten Beobachtung.“ Nachzulesen im SciLogs Blog.

Homöopathie und verdünnte Stierhoden

Und wenn ihr euch lieber audiovisuell informiert: Hier erklärt euch Lars sehr anschaulich das Simile-Prinzip, Globuli, Korrelation, Wirkung und Verdünnung („Da werden sogar Stierhoden wieder erträglich …“). Gefunden im gwup Blog:

Mehr zum Thema Homöopathie, Esoterik und Gedöns bei mir im Blog:

Bildnachweis: nerxs via photopin cc

27 Gedanken zu “(Schlechte) Nachrichten für die Freunde der Homöopathie

  1. Sag mal hat Dir die Pharmalobby schon das bisserl Resthirn herausgepresst?

    Ich habe nachweislich durch einen Arzt , der mich in mehreren massiven Beschwerden und Notsituationen herausgeholt hat ohne Medikamente gearbeitet.

    Warum gibt es bei Dir nur Schwarz und Weiss ?
    Die Welt hat noch sehr viele andere Farbtöne also Dein Resthirn verkraften kann.

    Lass die Menschen in Ruhe die an andere Dinge als Du es nicht kannst glauben.

    Soviel Unsinn wie hier hab ich echt noch nirgends gelesen.
    Alter Du musst noch sehr viel lernen, aber Du bist ja noch jung.

    Grüße

    PS: Du hast ein Abo weniger in Facebook

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  2. Ich zitier‘ mal Tim Minchin hier (aus „Storm“), weil’s grad passt:

    Science adjusts its views, based on what’s observed.
    Faith is the denial of observation, so that belief can be preserved.
    If you show me that, say, homeopathy works,
    then I will change my mind.
    I will spin on a fucking dime.
    I’ll be as embarrassed as hell,
    but I’ll run through the street, yelling:
    „It’s a miracle!
    Take physics and bin it!
    Water has memory!
    And whilst its memory of a long-lost drop of onion juice seems infinite,
    it somehow forget all the poo it’s had in it.
    You show me that it works,
    and how it works,
    and when I’ve recovered from the shock,
    I’ll take a compass and carve `fancy that!‘ on the side of my cock.“

    (Der Rest des Gedichts ist auch sehr amüsant.

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    • was der/die da allenfalls tun, sie reichern (über Verwirbelung usw) Wasser mit Sauerstoff *und* allen anderen Gasen der Umgebung an. Das muß nix schlechtes sein. Allerdings findet sowas an jeder „handelsüblichen“ Quelle statt, und wenn ich mich nicht sehr täusche, findet auch in Wasserwerken solche „Verwirbelung“ (evtl technisch etwas anders) statt.

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  3. hm. ich hab mal *ganzkurz* gesucht & tatsächlich gefunden:

    [Link gelöscht weil Ziel nicht mehr existiert, Anm. Admin]

    plutoniumC30-sonstwas. ahem? da würde mich doch mal BRENNEND interessieren, wo die hersteller das PLUTONIUM zum mischen & hochpotenzieren herbekommen. wie auch diverse andere stoffe. was geht? gesetzt dem fall, daß KEIN hersteller in D eine lizenz zur handhabe mit solchen stoffen bekommen würde/hat, verarschen die hersteller also noch zusätzlich, indem sie von VORNHEREIN schlicht wasser/zucker zum „potenzieren“ verwenden und halt n etikett druffpappen. aaaarrrgh.

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  4. Ich erinnere mich noch an den kllektiven „Selbsttötungsversuch“ in GB mit einer 3.000-fachen Dosis Globuli.

    In einer Ausgabe von „Hart aber fair“ behauptete eine Ärztin (vertrat beide Richtungen), dass die Inhaltsstoffe (Moleküle) ja -wie man bisher glaubte- nicht nur aus Materie und Energie bestünden, sondern auch Informationsträger seien. Bullshit.

    Es wurde auch erwähnt, dass es Globuli aus Resten der Berliner Mauer gibt. Wogegen ist mir nicht in Erinnerung. Da reicht meine Phantasie leider nicht.

    Besondere Unterstützung der Homöopathie gibt es von der Grünen NRW-Gesundheitsm inisterin Barbara Steffens.

    http://www.ruhrbarone.de/homoeopathie-impfskepsis-reiki-wie-gefaehrlich-ist-nrw-gesundheitsministerin-barbara-steffens/52092

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  5. Wenn dann die 10000 Studie zu diesem Thema zu der Erkenntnis kommt das Homöopathie nicht besser wirkt als ein Placebo. Es ändert es nichts an der Tatsache das Sie wirkt weil Placebos nun mal wirken. Hat mit der Einheit von Körper und Geist zu tun, die gibt es mMn genau so wie die z. B leider auch Knochenbrüche die ja bekanntlich mit Pharmakologie gleich welcher Art schwer zu heilen sind .

    Auch sind viele „anerkannte“ Wirkstoffe nur wenig besser als Placebos. Eine Studie gegenüber unbehandelten Patienten wäre die einzig sinnvolle, die wird aber vermutlich von allen Beteiligten nicht nur aus ethischen Gründen nicht an die große Glocke gehängt.

    Das hat aber alles wiederum nichts mit den fantastischen Fortschritten zu tun welche die Medizin in diesem Jahrhundert zweifellos gemacht hat, Wenn es um Krankheiten geht die der Körper nicht selber heilen kann (oder könnte wenn diese Kräfte freigesetzt werden) ist die Homöopathie hilflos, so wie jeder andere „Placebo“ auch.

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    • Das ist im Prinzip schon richtig, nur liefert die Homöopathie halt schwer esoterisch aufgeladene Placebos und leugnet noch dazu, dass es sich um Placebos handelt, sondern beharrt auf der großartigen Wirksamkeit ihrer merkwürdigen Methoden, die sich wissenschaftlicher Analyse aufgrund ihrer Besonderheit natürlich entziehen – und beides geht mir ein bisschen auf die Nerven …

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      • Wenn es dir Stress bereitet, dass sich Homöopathie immer mehr durchsetzt, würde ich dir eine homöopathische Behandlung anbieten…für dich natürlich kostenfrei. Denn wie schnell hast du einen Burnout, wenn du dich so aufregst wegen Methoden, die eh nicht mehr aufzuhalten sind! Die Wahrheit setzt sich durch, dagegen kannst weder du, noch eure gesamte Organisation etwas tun….:0)

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    • Ich habe ne bessere Idee f. eine hom. Studie:

      Also, ich habe bereits Roh-Globuli mit den Heilinformationen des FSMs besprochen. Wenn nun ein RCDBT zeigen kann, dass echte H. besser als meine FSM-H. sind, kömma weiterreden.

      Ramen

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    • Na klar.
      Nur, wenn gesundheitlich die Kacke mal richtig dampft, klebst auch Du an den Erkenntnissen der Wissenschaft, wie Fliegen an einem Stück Erdbeerkuchen!

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  6. @ altautonomer

    Berliner Mauer wirkt gegen innere Blokaden – wogegen denn sonst! (Naaaahein, KEIN Scherz)

    Ich finds gut, wenn jemand in seinem Blog gegen H. Stellung bezieht. Schwachsinn soll man auch Schwachsinn nennen.

    PS: Schön ist auch Excrementum canuinum (Hundekot) – gegen Schokoladensucht…

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  7. Naja, komisch ist aber, das mein Hund mit chronischer Kehlkompfentzündung im Alter von 2 Jahren, gegen die nichts klassisches half, nach einer kleinen homöpatischen Behandlung für 3,20 EUR seit 11 Jahren beschwerdefrei ist, meine Hündin erst nach einer Behandlung mit homöpatischen Mitteln läufig wurde und das pünktlich nach der letzten Spritze. Mein Rüde mit homöpatischen Mitteln seine Panikattacken wegbekommen hat. …..

    Ich kann mit Sicherheit sagen, dass bei meinen Hunden wohl kaum der Glaube an die Wirkung der Grund war.

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  8. Ach, herrlich, wie die unbelehrbaren Homöopathie-Gläubigen drauf schwören: „Die Globuli haben mir geholfen!“ Dass Euch irgendwas geholfen hat (der Glaube, die Zuwendung Eures Heilers/Arztes, die ohnehin alles entscheidenden Selbstheilungskräfte …) bestreitet niemand, dass es aber diese albernen Kügelchen gewesen sein sollen, bestreitet jeder Mensch, der noch einen Funken Verstand hat, durchaus. Eure kausale Zurechnung ist einfach völlig naiv! Habt Ihr Euch mal gefragt, wie es eigentlich kommt, dass immer noch afrikanisches Nashorn, fein verrieben und oral verabreicht, in Fernost als DAS Potenzmittel gilt? Natürlich weil’s „hilft“ und der Patient nach der Einnahme wieder munter drauflospimpern kann. Glaubt Ihr denn da auch allen Ernstes, es handelt sich dabei tatsächlich um „Nashornwirkung“? Nich eintmal Hardcore-Homöophile glauben das, obschon die Begründung („hat geholfen = kausale Zurechnung“) Euch doch in schöner Parallelität zu Eurer Argumentation überzeugen müsste! Ganz genauso verhält es sich mit allem Hokuspokus, Woodoo-Firlefanz, Beschwörungsritualen … alles „hilft“ – insofern diejenigen, die daran glauben eine „Wirkung“ verspüren und ergo – kindlich naiv – glauben, diese hinge tatsächlich an den verabreichten Substanzen. Und noch etwas: Wenn Ihr Euch mal die Mühe macht und in echte homöopathische Lehrwerke des letzten und vorletzten Jahrhunderts hineinschaut (und nicht nur in befasste Lifestyle-Berater aus dem Weltbild-Verlag), werdet Ihr – gelinde gesagt- geschockt sein über die Naivität, mit der dort (noch vor jeder Therapie!) über die Krankheiten gesprochen wird. Als besonders therapiebedürftig wird dort übrigens die Masturbation angesehen, gegen die ein ganzes Arsenal von Homöopathika in Stellung gebracht wird. Ja diese scheint geradezu ein Hauptquell allen Übels zu sein. Seht Ihr das heute etwa auch noch so????

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