Richtig guter Kaffee – Fragen, Antworten und Gratis-Kaffee für meine Blog-Leser

Neulich habe ich euch vorgerechnet, was eine gute Tasse Kaffee kostet. Jetzt wollte ich wissen, was guten Kaffee ausmacht und warum das seinen Preis hat. Und dazu habe ich mal einen echten Experten befragt …

Dieser Experte ist Hannes Fendrich. Er ist bei Coffee Circle* verantwortlich für Auswahl und Einkauf der Kaffees und Zubehörprodukte. Hier mein Interview mit ihm:

Hallo Hannes, ich würde gerne ein wenig mit dir darüber reden, was guten Kaffee ausmacht. Vielleicht vorab die Frage: Muss guter Kaffee teuer sein? Oder hat Qualität einfach nur ihren Preis?

Guter Kaffee beginnt bei gutem Rohkaffee. Und höhere Qualität bedeutet höhere Preise.

Hannes Fendrich von Coffee Circle
Hannes Fendrich von Coffee Circle

Beginnen wir doch vorne im Produktionsprozess: Beim Wein weiß ich, dass die richtigen Umweltbedingungen und ein hoher (manueller) Aufwand im Weinberg die Grundlagen für gute Qualität sind. Ist das beim Kaffee ähnlich?

Ja, das Gleiche gilt für Kaffee. Eine höhere Anbaulage und bessere geographische Bedingungen (nährstoffreicher Boden und höhere Sonneneinstrahlung) schlagen sich positiv auf den Geschmack nieder. Durch eine höhere Anbaulage reifen die Kirschen langsamer und bilden einen intensiveren Geschmack aus.

Handarbeit sorgt für gute Qualität

Was sind dann die entscheidenden Qualitätsfaktoren bei der weiteren Verarbeitung der Kaffeebohnen – sozusagen analog zur Arbeit des Winzers im Weinkeller?

Zunächst eine Ernte der reifen Kaffeekirschen von Hand. Nur die reifen Kirschen bringen ein volles Aroma. Da Kirschen zu unterschiedlichen Zeitpunkten reif sind, muss eine gute Qualität von Hand gepflückt sein. Dann die korrekte Aufbereitung. Beim Trocknen der Kirschen muss man aufpassen, dass sie gleichmäßig trocken sind und keine Kirsche anfängt, zu überfermentieren und zu schimmeln. Sonst können die Bohnen faul schmecken. Und dann ist eine richtige Röstung ebenfalls ausschlaggebend …

Handarbeit: Prüfung der Kaffeekirschen
Handarbeit: Prüfung der Kaffeekirschen

Stichwort Röstung: Ich vermute, bei der industriellen Produktion von Kaffee muss es vor allem schnell gehen? Wie läuft die Röstung dagegen bei euch ab? Und wie groß sind die Auswirkungen auf die Qualität?

Eine langsamere Röstung bei geringerer Hitze sorgt dafür, dass die Chlorogensäuren besser abgebaut werden können und der Kaffee magenverträglicher ist. Außerdem kann durch eine längere Röstung die Vielfalt der Aromen besser hervorgeholt werden.

Es geht nichts über frisch gemahlenen Kaffee

Irgendwann ist dann der Kunde dafür verantwortlich, was er aus seinem gekauften Kaffee macht. Das beginnt mit der Frage, ob er gemahlenen Kaffee kauft oder zu Hause selbst mahlt. Was empfiehlst du und warum?

Ich empfehle ganze Bohnen, die zu Hause selbst gemahlen werden. In der Bohne bleiben die Aromen besser geschützt. Ein Großteil der Kaffeearomen ist flüchtig und verflüchtigt sich schon nach wenigen Minuten. Vorgemahlener Kaffee schmeckt schon nach wenigen Tagen deutlich weniger intensiv. Um die Aromen auch von gemahlenem Kaffee zu schützen, verwenden wir deswegen die so genannte Ventilpackung mit Aromaventil, diese lässt Kohlendioxid entweichen (Kaffee gibt dieses in den ersten Tagen nach der Röstung ab), aber keine Luft von außen in die Packung. Trotzdem: Es geht nichts über frisch gemahlenen Kaffee.

Nicht im Kühlschrank lagern

Verpackung mit Aromaventil
Verpackung mit Aromaventil

Jetzt habe ich also meinen wirklich guten Kaffee zu Hause, werde ihn aber natürlich nicht sofort komplett verbrauchen. Wo lagere ich ihn also am besten? Im Schrank? Im Kühlschrank? Im Tiefkühlschrank?

Nicht im Kühlschrank. Durch die niedrigere Temperatur verlangsamt sich zwar die Verflüchtigung von Aromen, jedoch nimmt Kaffee leicht Feuchtigkeit und fremde Aromen auf. Am besten an einem dunklen, trockenen und geruchsneutralen Ort. Im Tiefkühlschrank können ganze Bohnen gelagert werden. Am besten friert man kleine Mengen in einem luftdichten Behältnis ein und holt sich am Tag vor der Verwendung eine Portion heraus und lässt die Bohnen noch in der Portionsverpackung auftauen. So kann man Kaffeebohnen effektiv lange aufheben. Aber: Einmal aufgetaut sollte man sie nicht wieder einfrieren.

Und dann muss der Kaffee nur noch in die Tasse. Da gibt es ja eine Million Möglichkeiten, und manchmal glaube ich, da wird ein bisschen viel Theater um die richtige Zubereitung gemacht. Nichts gegen Rituale, aber reicht es nicht einfach Wasser zu kochen, aufzubrühen, und fertig?

Als Kaffeeliebhaber muss ich sagen: leider nein. Die richtige Wassertemperatur ist wichtig. Es sollte ca. 90 bis 95 Grad haben, sonst werden zu viele Bitterstoffe herausgelöst. Zu hartes Wasser lässt den Kaffee geschmacksarm werden, d.h. in Regionen mit hartem Wasser sollte es gefiltert werden. Dann ist das richtige Verhältnis zwischen Kaffee und Wasser ebenfalls wichtig, damit der Kaffee ausgewogen und nicht zu stark oder zu schwach schmeckt.

Vielen Dank für diese Informationen!

Lust auf Kaffee? Jetzt eine Packung besten Hochland-Kaffee aus Äthiopien gewinnen!

Limu-Kaffee von Coffee Circle zu gewinnen
Eine Packung Kaffee gibt’s zu gewinnen …

Habt ihr Lust bekommen auf wirklich guten Kaffee? Dann könnt ihr entweder jetzt welchen kaufen. Oder ihr nutzt die Chance eures Lebens und lasst euch 500 Gramm wunderbaren Limu-Kaffee schenken. Den verlose ich unter allen, die einen Kommentar zu diesem Beitrag hier oder auf Facebook hinterlassen oder den Artikel auf Facebook, Twitter, Google+ oder in ihrem Blog teilen, liken, retweeten, plussen, also im weitesten Sinne freundlich erwähnen und mich davon in Kenntnis setzen. Sagen wir bis 30. Juni 2014.

*Coffee Circle ist ein sympathischer Webshop, nicht nur weil sie mir die Packung Kaffee zur Verlosung spendiert haben, sondern vor allem weil ihr dort sehr, sehr guten, fair gehandelten Kaffee kaufen könnt. Auch die Idee hinter Coffee Circle finde ich bemerkenswert. Mehr darüber könnt ihr hier erfahren oder in diesem Video:

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Zweimal habe ich hier schon über Kaffee geschrieben: Erstens habe ich von meiner wunderbaren Kaffeemühle berichtet und billigen gegen teuren Kaffee getestet. Und zweitens habe ich mal ausgerechnet, was eine Tasse richtig guter Kaffee kostet.

16 Gedanken zu “Richtig guter Kaffee – Fragen, Antworten und Gratis-Kaffee für meine Blog-Leser

  1. Ein wirklich cooler Webshop und mit weiteren Tipps für einen guten Kaffeegenuß. Vielen Dank daher für das Interview und Ihrem Hinweis auf CoffeeCircle, sowie Ihre Kaffeetipps.

    Bis jetzt bin ich zwar noch ein „einfacher“ Pad-Kaffee-Genießer, aber wenn man mal die Preise vergleicht, sind die Preise für die Gourmetkaffees mehr als fair. Werde mich wohl wieder dem manuellen Aufbrühen widmen.

    Weiterhin alles Gute und Grüße aus München.

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  2. Als hauptberuflicherr Trinker (Tee) macht der Artikel richtig Kaffeedurst und dieser Webshop ist sehr sympathisch. Als sporadischer Genußtrinker (Kaffee) werde ich dort demnächst auf jedenfall mal bestellen. Meiner Meinung nach kann guter Kaffee einfach nur aus Äthiopien kommen.

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  3. Da auch ich Kaffeeliebhaberin und immer noch auf der Suche nach dem perfekten Kaffee bin, möchte ich bitte sehr gerne den von Coffee Circle zur Verfügung gestellten Kaffee gewinnen, um herauszufinden, ob er denn der ersehnte perfekte ist ;)

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  4. Schöner Artikel. Ich muss gestehen, dass unser Vorsatz jeden Morgen (zumindest am Wochenende) den Kaffee selber zu mahlen, gerade einmal 3 Monate überlebt hat. Danach siegte die Faulheit. Aber vielleicht sollten wir das mal wieder angehen. Denn es hat schon echt besser geschmeckt. Vielleicht lag es an der Hand-Kaffeemühle :-)

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    • Ja, ob ich jetzt wie Großmutter im Räuber Hotzenplotz jeden Morgen an der Handmühle herumkurbeln wollte, weiß ich auch nicht. Aber mit meiner elektrische geht das ratzfatz, und das Ergebnis ist dasselbe. Es gibt zwar Puriste, die meinen, es müsse unbedingt eine Handmühle sein, aber das halte ich für Esoterik. Die etwas besseren = teureren elektrischen Mühlen machen das sehr ordentlich. Fünf Sekunden Lärm und fertig ist der frische Kaffee :-)

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      • Ts ts ts … Esoterik sagt da der Christian! Es gibt bei einer Handkaffeemühle mehr zwischen Kurbel und Lade als der Mensch mit seinen fünf Sinnen wahrnehmen kann, also wirklich, das solltest Du doch mittlerweile verinnerlicht haben! :-D

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      • Nicht zu vergessen die böse elektrische Strahlung, die bei einer nicht-manuell betriebenen Mühle den Kaffee kontaminiert! (Handmühle übrigens bitte unbedingt links rum drehen, keinesfalls rechts rum! Positive Energie und so …)

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