RIP Robin Williams

Ach, und übrigens … (28): vier Themen und ein Todesfall

Die Kleinigkeiten von heute: Über eine App, die sich ihr eigenes Grab schaufelt, (nicht) grüßende Läufer, Dialoge an der Kasse, WordPress und Filmszenen für die Ewigkeit …

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Wer von euch nutzt Foursquare? Niemand? Dachte ich mir. Über Sinn und Unsinn dieser Geolokalisierungs-App konnte man schon immer streiten. Ich fand sie eigentlich recht nützlich, vor allem wenn ich in Städten unterwegs war, in denen ich mich nicht so gut auskannte. Abends in Frankfurt noch spontan ein nettes Restaurant finden? Über Foursquare ging das ganz gut, weil man nicht nur irgendwelche Empfehlungen und Tipps bekommen hat, sondern Empfehlungen und Tipps aus dem eigenen Netzwerk. Das habe ich hier schon mal beschrieben.

Aber jetzt hat Foursquare beschlossen, sich sein eigenes Grab zu schaufeln, und die App sinnfrei in zwei Apps aufgeteilt: in Foursquare und Swarm. Was genau man nun in welcher App machen soll und warum das aufgeteilt wurde, habe ich bis heute nicht ganz verstanden. Ich habe auch gar keine Lust, das zu verstehen oder mich überhaupt damit auseinanderzusetzen. Schreibt euch das hinter die Ohren, App-Entwickler: Auch App-Nutzer sind träge, wollen einfach nur, dass etwas funktioniert, und wollen vor allem, dass etwas, das funktioniert hat, weiter so funktioniert. Alles andere nervt. Und was nervt, fliegt raus. (Daniel Backhaus sieht durch die Auto-Exekution von Foursquare immerhin noch Chancen für andere Check-in-Dienste, aber schaun mer mal …)

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Eine Frage, die ich mir tatsächlich auch immer wieder stelle: Soll man beim Joggen andere Jogger eigentlich grüßen? So mal kurz die Hand heben, zunicken, anlächeln, so was in der Art? Mike Kleiß meint: ja. Und ich fände das eigentlich auch nett, habe aber den Eindruck, dass 90 Prozent der entgegen kommenden Läufer lieber starr an einem vorbeischauen als ein kurzes Hallo zu signalisieren. Vielleicht bin ich da auch einfach vom Motorradfahren geprägt, da grüßt man sich ja mit einem kurzen Handzeichen. Eine Ausnahme würde ich nur bei der Feierabend-Runde um die Außenalster in Hamburg machen. Da kommen einem nämlich ungefähr drölfzigtausend Läufer entgegen und man käme vor lauter Grüßen nicht mehr zum Laufen. Aber bei den doch recht einsamen Runden durch den Wald: gerne! Meinungen dazu? Ab in die Kommentare!

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Der Kiezneurotiker wollte sich beim Optiker eine Sonnenbrille kaufen und geriet dabei in einen kleinen Meinungsaustausch mit dem Sonnenbrillen-Verkäufer bezüglich der Angabe persönlicher Daten beim Bezahlen. Lest das mal, denn wie meistens, wenn sich der Kiezneurotiker aufregt, ist das unterhaltsam und lesenswert. Ich reagiere übrigens auch ziemlich allergisch, wenn jemand an der Kasse nicht nur mein Geld, sondern noch alle möglichen Informationen von mir haben will. Der Klassiker: die Postleitzahl. Ich verstehe schon, dass Rewe, Kaufland und wie sie alle heißen Marktforschung betreiben und wissen wollen, wie groß das Einzugsgebiet ihres Marktes ist. Aber ich will eben nur was bezahlen und nicht beforscht werden. Ist übrigens nicht nur im Laden an der Kasse so, sondern auch wenn ich abends um 20.30 Uhr auf dem Sofa sitze, ein schönes Bier eingeschenkt habe und die neueste Folge Game of Thrones anschauen will. Ganz schlechte Zeit, um bei mir anzurufen und um die Teilnahme an einer kurzen Umfrage zu bitten, liebe Marktforscher. Aber ich schweife ab. Die richtige Antwort auf die Postleitzahl-Frage an der Kasse kennt ihr ja bestimmt: 27498. Das ist die Postleitzahl von Helgoland. Das erspart euch Grundsatzdiskussionen mit der Kassiererin über den Sinn und Unsinn von Marktforschung beim Bezahlen („Ich muss aber was ins System eingeben“). Und es verschafft Helgoland mittelfristig einen schönen Supermarkt-Boom.

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Ich finde WordPress großartig. Dank WordPress kann ich hier ohne großen technischen Aufwand bloggen. Und da bin ich natürlich nicht der einzige, wie ihr bei t3n nachlesen könnt: Die WordPress-Story: Wie ein 18-Jähriger die beliebteste Blogsoftware der Welt erfand.

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Wie schade: Robin Williams ist tot. Keiner konnte den schüchternen, leicht weltfremd wirkenden, sensiblen Gelehrten, der es in Wahrheit faustdick hinter den Ohren hat, besser spielen als er. In Good Will Hunting zum Beispiel, diesem großartigen Film mit Matt Damon und Ben Affleck. Und im Club der Toten Dichter natürlich. Filmszenen für die Ewigkeit:

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In Ach, und übrigens (27) ging es übrigens um eine bemerkenswerte Game of Thrones-Interpretation, ein paar Worte zu Klimaexperten und Klimaskeptikern sowie eine glasklare Erklärung der Unterschiede zwischen Arabica- und Robusta-Kaffeebohnen …

Bildnachweis: Touchstone Pictures

9 Gedanken zu “Ach, und übrigens … (28): vier Themen und ein Todesfall

  1. Von FSQ habe ich mich ja schon vor einem halben Jahr verabschiedet, weil ich dann doch dachte so als erwachsener Mann mit so einem Quatsch rumzudaddeln….

    Hingegen ich Läufer immer grüße und nur in Franken erscheint mir das eigentlich auch schwierig; verprobe das doch mal auf Deinen Laufrunden ob es ein nationales oder regionales Phänomen ist – das nicht zurück grüßen.

    Und danke für die Erinnerung an eine der schönsten Szenen mit RW

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  2. Als jahrelanger „stiller Leser“ des Buggisch-Blogs erst mal Danke für die regelmäßig interessanten und berufsalltagerfrischenden Posts!
    Das Läufer-Thema bewegt mich auch schon länger. Ich laufe oft an der Pegnitz vom Kettensteg nach Fürth und zurück und achte eigentlich konsequent darauf, entgegenkommende Laufgenossen zu grüßen. Würde sagen, dass in 1 von 3 Fällen auch zurückgegrüßt wird – bei Frauen und Kopfhörerträgern vielleicht noch etwas seltener.
    Eigentlich schade, denn oft sind es die selben Gesichter die zu gleicher Tageszeit die Runden drehen und ich finde es viel angenehmer, wenn man sich ein Lächeln oder zumindest einen mitleidigen Blick schenkt.

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  3. ich wäre gern ein Jogger, hab es aber leider nicht so mit Sport. Unabhängig davon finde ich, dass das Grüßen leider generell abnimmt und schon fast zur Seltenheit geworden ist. Es bekommen bei uns im Kiez ja nicht mal mehr die unmittelbaren Nachbarn das Maul auf. Es muss ja nicht immer ein Grüß Gott sein, auch ein kurzes Hallo oder Guten Tag würde es auch tun.

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  4. Gefällt mir, was ihr schreibt. Ich werde ab sofort auch konsequent Jogger grüßen. Steter Tropfen und so. Und selbstverständlich müssen Nachbarn gegrüßt werden. Um Himmels Willen, in was für einer Gegend lebst du da, Alexis? ;-)

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