Die OBI-Palette

Die OBI-Palette

Wir haben Gartenmöbel bei OBI gekauft und sie liefern lassen. Das hat ganz gut geklappt. Wäre da nur die Sache mit der Palette nicht gewesen …

Gartenmöbel sind tendenziell schwer und sperrig, für 30 Euro kann man sie sich von OBI nach Hause liefern lassen. Was soll also der Geiz, Möbel plus Lieferung gekauft, fertig. Eine Woche später kamen die Möbel inklusive Unmengen von Verpackungsmaterial – und einer Euro-Palette. Die Fahrer kamen und gingen wieder, was blieb waren Möbel und Palette.

Nun ist so eine Palette ziemlich groß (1,2 x 0,8 Meter) und schwer (knapp 25 Kilo). Und nicht besonders schön. Auf kurz oder lang muss man sie also vom Hauseingang wieder wegschaffen. Und da man mir für die Palette 10 Euro Pfand in Rechnung gestellt hatte (was ich erst nachträglich gemerkt hatte), lag es nahe, die Palette wieder zu OBI zurück zu schaffen.

Das ist nun einigermaßen kurios, denn eigentlich hatte ich den Möbeltransport ja gekauft, um nicht selbst irgendwelche sperrigen Gegenstände herumfahren zu müssen. Gleichwohl durfte ich infolge des gekauften Transports nun also einen sperrigen Gegenstand herumfahren.

Groß, schwer, hässlich - die OBI-PaletteWir merken uns jedenfalls: Wer nicht im Besitz eines ziemlich großen Autos ist, sollte keinen Transport bei OBI ordern, da er sonst sein Leben lang eine Palette im Vorgarten stehen hat. Wer im Besitz eines ziemlich großen Autos, aber nicht recht bei Kräften ist (75-jährige Omas, Schwangere etc.), sollte ebenfalls keinen Transport bei OBI ordern, da er sonst sein Leben lang eine Palette im Vorgarten stehen hat. Die Palette schwungvoll ins große Auto zu hieven bedarf nämlich einer gewissen Anstrengung.

Wer hingegen bedenkenlos die Transport-Dienstleistung durch OBI in Anspruch nehmen sollte: Kräftige Menschen mit großen Autos, die Lust haben, sperrige Gegenstände herumzufahren. Eigentlich logisch.

Wie dem auch sei, ich lud also die Palette ins Auto, fuhr zu OBI, lud sie wieder aus und wandte mich vertrauensvoll an die recht junge, eher so mittel-motiviert wirkende Mitarbeiterin an der „Information“:

Ich: Guten Tag, ich möchte diese Palette zurückgeben.

Sie: Ok, dazu brauche ich die Rechnung.

Ich: Äh, hab ich nicht dabei, aber schauen Sie doch in Ihren Computer, da müsste sie doch drin sein.

Leicht genervter Blick. Verständlich. Palette zurückbringen ohne Rechnung. Anfängerfehler. Einem Profi-Paletten-Zurückbringer wäre das nicht passiert. Aber sie schaut in ihren Computer, findet offenbar die nötigen Informationen und beginnt ausführlich zu tippen. Palette zurückbringen geht offenbar nicht unter 500 Anschlägen.

Ich: Was ich noch fragen wollte: Warum muss ich diese Palette überhaut hierher fahren? Warum hat Ihr Fahrer die nicht gleich wieder mitgenommen?

Sie: Ja, eigentlich sollten die das machen. Kommt immer auf die Spedition an, die das für uns macht.

Ich: Weil, wissen Sie: Ich habe den Transport sperriger Gegenstände bei Ihnen gekauft, um keine sperrigen Gegenstände transportieren zu müssen, und jetzt musste ich definitiv einen sperrigen Gegenstand transportieren.

Sie: Haben Sie den Fahrer denn nicht gefragt, ob er sie wieder mitnimmt?

Ich: Keine Ahnung, das hat meine Frau gemacht. Aber wir haben ihn auch nicht gefragt, ob er seinen LKW oder seinen Hubwagen wieder mitnimmt. Und eigentlich habe ich ein paar Gartenmöbel bei Ihnen gekauft und keine Palette, daher habe ich weder Lieferung einer Palette erwartet noch Rücktransport meinerseits.

Sie: Ja, wie gesagt, die Spedition …

Der Sub-Dienstleister ist schuld. Gute Strategie. Funktioniert immer. Aber ganz gebe ich mich noch nicht geschlagen …

Ich: Na ja, ich habe allerdings OBI für den Transport bezahlt und nicht Ihre Spedition. Könnten Sie die Info wenigstens weitergeben, dass das keine sehr elegante Lösung ist, solche Paletten bei Ihren Kunden stehen zu lassen?

Sie sagt: nichts. Das ist auch nicht nötig. Ihr Blick spricht Bände. Genau so gut hätte ich sie fragen können, ob sie das nicht alles hinter sich lassen und spontan mit mir zu einer Reise um die Welt aufbrechen will. Vielleicht in deinen Träumen, Alter!

19 Gedanken zu “Die OBI-Palette

  1. Wenn du den Speditionsfahrer bittest, die Palette wieder mitzunehmen, wird’s erst richtig lustig. Ich mach das einmal pro Jahr, wenn ich mir aus Österreich Wein bestelle, der dann auf einer Palette geliefert wird. Wenn der Fahrer das nicht im Auftrag stehen hat, dass er die Palette wieder mitnehmen soll…

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  2. Wenn Du einen Ofen hast, ist die bessere Lösung, das Ding einzuheizen – ja ich weiß, jetzt ganz blöde Lösung. Aber die 10 Euro Pfand hast Du alleine schon durch die Aktion verballert. Anders hätte das Ganze noch einen praktischen Nutzen. :P

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  3. Vielleicht wäre es eine Lösung, die Palette irgendwo abzuladen, wo sowieso viele Paletten herumliegen, etwa in einem Gewerbegebiet. Eine Alternative wäre auch, das Ding mit Benzin zu übergießen und anzuzünden.

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  4. Was ich mich jetzt frage ist, wieso OBI dem Kunden Pfand für die Palette abimmt, wenn der Kunde – da er das Zeug ja von OBI geliefert kriegt – die Palette eigentlich gar nicht braucht. Die Spedition braucht die Palette.

    Dass die Spedition die Palette beim Kunden zurücklässt, ist ja anscheinend nicht vorgesehen. Wenn, dann müsste die ausliefernde Spedition das Palettenpfand hinterlegen. Dann hätten die auch ein Interesse, ihr Zeug wieder mitzumehmen.

    Vielleicht sollte sich bei OBI nochmal jemand Kompetentes die Prozesse durchschauen und solche Merkwürdigkeiten ausbügeln…

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  5. So lustig und interessant die Vorschläge sind … es ist beschämend,dass das überhaupt so vorkommt … der Hinweis von gnaddrig fast das zusammen was ich mir beim Lesen auch dachte …

    Es scheint aber typisch für „Dienstleistungen“ in Dtl. zu sein … Man betrachtet die Abläufe anscheinend nie (oder nur wohlwollend) aus Kundensicht … Und solange die Kunden das mit sich machen lassen, bleibt das so … ich glaube ich hätte ein Fass augemacht .. soll OBI sich das selbst abholen …

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  6. Ich lach mich schlapp…, wirklich gelungener Schreibstil!

    Ich bezweifle, ob dies eine echte Europalette ist und dir überhaupt in Rechnung gestellt werden dürfte. Selbst wenn es eine echte ist – die EUR oder EPAL zeichen sind nicht mehr zu erkennen und sie ist nicht mehr für den Tauschpool zugelassen. Desweiteren ist die Palette kaputt! Eine ganz schöne Schweinerei.

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  7. Was ich nicht verstehe: Obi berechnet 10 Euro Pfand (doch wohl auf dem Lieferschein/der Rechnung für die Gartenmöbel?), behauptet dann aber, Du hättest die Palette dem Fahrer wieder mitgeben können. Dann hätte der Dir eine Empfangsbestätigung für die Palette gegeben oder was? Kommt mir sehr fischig vor, die Behauptung.

    Zur Entsorgungsfrage: wenn Du Handwerker da hast, frag die mal, ob sie sie wollen. Die werden Dir zwar keine 10 Euro geben, aber wahrscheinlich freudig die Palette nehmen — Du bist sie ohne Aufwand los, und die haben bessere Laune, was ja mitunter mehr als 10 Euto wert sein kann.

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