Geschwurbel

Ach, und übrigens … (33): Schlacke, Gravitation, Geschwurbel und Weltuntergang

Puh, ist das lange her, dass ich hier hübsche, lesenswerte gesammelte Links gepostet habe. Einfach zu viel los in letzter Zeit. Aber jetzt: Über Entschlacken in der Fastenzeit, gefährliche Gravitationswellen, teure Homöopathie, Sportastrologie und den gestrigen Weltuntergang …

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Fastenzeit ist Schwurbelzeit. Eigentlich ist ja ganzjährig Schwurbelzeit, aber in der Fastenzeit fastet so mancher Verstand gleich mit, und daher schwurbelt es zwischen Aschermittwoch und Ostern noch ein bisschen mehr als sonst. Und was macht der gesundheitsbewusste Fastenprofi also in dieser Zeit? Natürlich entschlacken! Am besten mit Abführsalz und Darmspülung. Und ganz wichtig: in Internetforen darüber reden! Wie das klingt, könnt ihr bei „Arthurs Tochter kocht“ nachlesen. Hab sehr gelacht. (via kiezneurotiker)

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Apropos Geschwurbel: Gravitationswellen! Herrjeh! Die Physiker jubeln, was ja ohnehin verdächtig ist und die Frage aufwirft: Sind die nicht gefährlich? Dazu eine hübsche Satire bei den Ruhrbaronen über die allseits bekannte berüchtigte NRW-Umweltministerin Steffens, die jetzt erst mal eine Kommission einberufen will: „Astrologen, Homöopathen und Eurythmie-Wissenschaftler werden die gestern veröffentlichen Forschungsergebnisse zum Thema Gravitationswellen kritisch untersuchen. Von ihrem Ergebnis wird abhängen, ob wir in NRW Gravitationswellen zulassen oder nicht.“ Wenn das mit dem Verbieten nicht klappt wird es sicher in Kürze Anbieter von preiswerten Anti-Gravitationswellen-Generatoren geben. Das hat beim Entstören von Barcodes ja auch super funktioniert. (via gwup)

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Apropos Homöopathie: Diese „sanfte“ Behandlungsform wird ja auch gerne damit schöngeredet, dass sie in Summe weniger koste als die pöse Schulmedizin. Daher sei es auch total ok, dass immer mehr Krankenkassen für homöopathische Maßnahmen bezahlen. Eine Untersuchung, auf die die Freunde von Psiram hinweisen, zeigt jetzt das Gegenteil: „Daten von 44.550 Patienten wurden ausgewertet. Die Gesamtkosten lagen in der Homöopathiegruppe nach 18 Monaten höher als in der Vergleichsgruppe. Das galt für alle Diagnosen.“ Eigentlich logisch: Homöopathie-Behandelte geben sich nicht mit ein paar Tabletten zufrieden, sondern horchen oft und gerne in sich hinein und entdecken ständig neue Befindlichkeiten, die nach sanfter Folgebehandlung rufen. Das kostet nicht nur, sondern kann einen auch ein bisschen zermürben: „In den Monaten 1-3 hatten die homöopathischen Patienten 126,2% mehr Diagnosen als die Kontrollen. Der größten Unterschied zwischen den Gruppen fand sich bei den psychischen Störungen (38.9%).“

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Apropos psychische Störung: An einer solchen leidet bekanntlichen rund ein Viertel der Bevölkerung, jenes nämlich, das an Astrologie glaubt. Bei einer derart großen Zielgruppe wundert es nicht, dass die Nürnberger Nachrichten, meine Lokalzeitung, eine ganze Seite lang den „Sportastrologen“ Jannis Okun zu Wort kommen lassen. Was er orakelt, ist comedypreisverdächtig, aber natürlich völlig ernst gemeint: „Jupiter wird klassischerweise als der große Glücksbringer betrachtet. Und der steht im Moment in der Jungfrau und da etwa dort, wo die Sternzeichen von Trainer und Sportvorstand sind. Das Sternzeichen ist die Sonne. Also: Der Jupiter steht im Moment auf der Sonne von Trainer und Manager. So wäre es korrekt formuliert. Das ist der Glücksaspekt, der zumindest in den ersten zwei, drei Spielen helfen sollte.“ Und während also der Jupiter auf der Sonne von Trainer und Manager steht, haben die Nürnberger Nachrichten vergessen, dass hinter dem von allen guten Geistern verlassenen Redakteur, der dieses Interview geführt hat, ein Chefredakteur stehen sollte, der ihm kurz erklärt, dass Astrologie Unsinn ist und die Sterne nicht lügen, sondern schweigen.

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Apropos von allen guten Geistern verlassen: Gestern war Weltuntergang! „Ich habe diese Information von einem Außerirdischen …“ ;-)

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Weitere Fundstücke und Kleinigkeiten hier im Blog.

Ein Gedanke zu “Ach, und übrigens … (33): Schlacke, Gravitation, Geschwurbel und Weltuntergang

  1. Und der Außerirdische hatte ein Zimmer im Blue Hawaii-Hotel. Großes Tennis! Jahrelang wollte ich mir diese Szene merken für 2016 und habe sie dann doch vergessen :)
    Und danke für die nette Verlinkung, ich habe sie eben erst entdeckt. Schönes Wochenende!

    Gefällt 1 Person

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