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Die letzten fünf Serien: von Anwälten und Königen

Über die fünf zuletzt gesehenen Filme habe ich nun schon zweimal berichtet, und mir gefällt das Format im Blog so gut, dass ich ab sofort auch die gesehenen Serien entsprechend verarbeite …

The Crown (Netflix)

Exzellent besetzte historisch detailtreue Serie, in der es nicht um Royal-Kitsch geht (sonst würde ich das nicht anschauen), sondern vordergründig um die Geschichte einer jungen Frau, die unerwartet früh zur Königin wird. Eigentlich geht es aber darum, wie der denkbar reaktionärste Traditionalismus des Königshauses über Gefühle, Menschlichkeit und Ansätze der Nachkriegs-Moderne hinwegtrampelt, nur um sich selbst als Institution zu konservieren. Die letzte Krönung eines britischen Monarchen war vor über 60 Jahren – und schon damals, wie der Film zeigt, ein Anachronismus. Ich musste beim Anschauend dauernd denken, wie albern und aus der Zeit gefallen dieses ganze Brimborium heutzutage ist. Heimlicher Start der Serie ist übrigens nicht die Königin, sondern Winston Churchill, genial verkörpert von John Lithgow.

Startup (Amazon)

startupMit der Gründung einer Startup-Firma hat die Serie nur ganz am Rande zu tun: Eine coole Entwicklerin hat einen ganz famosen Code geschrieben, mit der sie eine Art Bitcoin-Konkurrenz aufziehen will. Doch eigentlich geht es um die nicht unerheblichen kriminellen Machenschaften aller Beteiligten, vom schwarzen Gang-Mitglied über den Sohn eines Betrügers bis zum FBI-Agenten, der auch mal Profit machen will. Um diese Figuren kreist die Handlung, und weil die Figuren interessant sind, schaut man gerne zu und will wissen, wie’s weitergeht. Ich jedenfalls.

Arrested Development (Netflix)

Wieder mal ein Versuch, eine witzige Serie anzuschauen („Nicht immer nur Mord und Totschlag“, Zitat meine Frau). Wieder mal gescheitert. Dieser auf Lacher alle 30 Sekunden zurechtgebogene Humor ist einfach nichts für mich. Die ganze Konstellation ist so gewollt lustig wie eine Karnevals-Prunksitzung in der Mehrzweckveranstaltungshalle von Wassertrüdingen. Entsprechend schwanke ich zwischen Kopfschütteln und Fremdschämen, während andere sich wahrscheinlich vor Lachen am Boden wälzen. Nee, Leute, nicht mein Ding. Nach 1,5 Folgen war ich raus.

Goliath (Amazon)

goliathSehr toll, wenn ihr mich fragt. Genre „Anwaltsserie“, aber eigentlich ist es ein Psychogramm und ein Duell zweier Männer, die einst Partner waren und sich jetzt abgrundtief hassen. Ganz großartige Schauspieler, vor allem Billy Bob Thornton (wenn der so weitermacht, wird er mein Lieblings-Serien-Darsteller, in der ersten Staffel von Fargo war er schon phantastisch) und William Hurt, aber auch der Rest ist bestens besetzt. Ach, und so viele schöne Details. Das Auto. Der Vorspann.

The Expanse (Netflix)

Spannend und stimmungsvoll, so eine Art Mischung aus Blade Runner (einsamer Detective versucht ein Rätsel zu lösen) und Battlestar Galactica (eine kleine Gruppe versucht im Weltraum auf der Flucht zu überleben und letztlich dasselbe Rätsel zu lösen). Gute Atmosphäre, nette Figuren, ein bisschen Grusel eingestreut … Gegen Ende der 10 Folgen geht ein bisschen die Luft aus, der Spannungsbogen hält nicht so ganz, vieles bleibt offen und wird wohl in einer 2. Staffel weiterbearbeitet … Hat aber trotzdem Spaß gemacht.

Bildnachweis: The Crown – Alex Bailey/Netflix; Startup – Sony Pictures Entertainment Inc; Goliath – Amazon Studios

2 Gedanken zu “Die letzten fünf Serien: von Anwälten und Königen

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