Als Blogger Filmbilder verwenden

Was tun, wenn man als Blogger über Filme und Serien schreiben und die Beiträge ansprechend bebildern will? Es gibt Wege zu gutem Bildmaterial, aber sie sind ein wenig steinig …

Jedes Bild ist geschützt

Beginnen wir mit der lästigen Juristerei. „Einfach so“ irgendwelche Bilder verwenden, ist eine schlechte Idee, denn „Bilder sind grundsätzlich urheberrechtlich geschützt“, sagte mir Rechtsanwalt und Internet-Experte Dr. Carsten Ulbricht im Gespräch. Während es bei Texten noch auf die „Schöpfungshöhe“ ankommt und belanglose Tweets möglicherweise nicht dem Urheberrecht unterliegen, ist das bei Bildern anders. Jedes Foto ist geschützt, und wenn es noch so beliebig und austauschbar ist.

Und das gilt selbstverständlich auch für Bilder aus Filmen oder Serien. Dabei spielt es keine Rolle, ob man das Bild irgendwo heruntergeladen, selbst per Screenshot angefertigt oder ein Filmplakat oder ein DVD-Cover abfotografiert hat – jeder Film, jedes Standbild daraus, jedes Poster und jedes Cover ist urheberrechtlich geschützt.

Das Bildzitat als Möglichkeit

Daher gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten, um als Blogger legal Fotos zu Filmen und Serien zu verwenden: Man besorgt sich das Einverständnis des Urhebers (dazu kommen wir gleich); oder man verwendet das Bild im Rahmen eines so genannten Bildzitats. Das Urheberrecht erlaubt nämlich die Veröffentlichung eines „Werkes zum Zweck des Zitats, sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist“. Voraussetzung dafür ist, sagt Carsten Ulbricht, dass das verwendete Bild eine so genannte „Belegfunktion“ erfüllt, sprich: dass man sich inhaltlich damit auseinandersetzt.

Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, kann man sagen: ein Filmfoto nur zu verwenden, damit der eigene Blogbeitrag hübscher aussieht, genügt nicht für ein Bildzitat. Man muss sich im Text mit genau der Szene auseinandersetzen, die auf dem Bild zu sehen ist. Und das dürfte in der Regel nicht der Fall sein. Ich persönlich verwende in der Tat Film- und Serienbilder, damit mein Blogbeitrag besser aussieht, weil Bilder den Text auflockern, ihn leichter lesbar machen und außerdem für mehr Aufmerksamkeit sorgen – ein Beispiel seht ihr hier. „Wenn aber die Vorgaben des Zitatrechts aus § 51 UrhG eingehalten werden, also auch ein hinreichender Quellhinweis auf der Webseite erscheint, ist die Verwendung des Filmfotos auch ohne ausdrückliche Zustimmung des Rechteinhabers rechtlich zulässig“, so Carsten Ulbricht.

Filmbilder verwenden: den Rechteinhaber fragen!

Ansonsten bleibt nur noch die Option, den Urheber ausfindig zu machen und um Erlaubnis zu fragen. Und das ist leider nicht so einfach. Wenn ihr glaubt, es gebe eine große Datenbank mit Bildern zu allen Filmen und Serien, bei der man sich einmal anmelden müsse und dann sei alles gut: Pech gehabt, gibt es nicht.

Tatsächlich haben alle großen Filmstudios und Verleiher eigene Datenbanken und Mediaserver – und den Zugang dazu regeln sie sehr unterschiedlich. Ich würde mal grob zwischen vier verschiedenen Schwierigkeitsgraden unterscheiden, um legal Zugriff auf diese Mediaserver und damit auf Fotos zu aktuellen Filmen und Serien zu bekommen. Denn diese Mediaserver wurden ursprünglich für Journalisten und „klassische“ Pressepublikationen eingerichtet, und mit „neuen“ Multiplikatoren wie Bloggern tun sich die Studios und Verleiher unterschiedlich schwer.

Level 1: Einfach zugreifen

Ja, auch das gibt es, aber es ist die Ausnahme. Amazon stellt tatsächlich in einem eigenen Newsroom Fotos zu selbst produzierten oder distribuierten Filmen und Serien ohne Hürden zur Verfügung. Über eine Suchfunktion findet man Szenenfotos und Promotion-Material zu vielen Filmen und Serien in bester Qualität.

Weil das fast zu schön ist, um wahr zu sein, habe ich explizit nochmal bei der Pressestelle von Amazon nachgefragt, ob auch Blogger diesen Newsroom nutzen dürfen. Antwort: „Gerne können Sie Bildmaterial vom Newsroom nutzen und dieses unter Nennung des Copyrights in Ihren Blogbeiträgen verwenden.“ Bravo, Amazon!

Level 2: Registrieren und schnell freigeschaltet werden

Die Regel ist, dass Rechteinhaber den Zugriff auf Bildmaterial beschränken und nicht jedermann frei darauf zugreifen lassen. Wenn man Glück hat, erfolgt die Anmeldung und Freischaltung zum Presse- oder Mediaserver aber schnell und unkompliziert.

So etwa bei Netflix: Bei deren Medien-Center muss man sich registrieren und dabei einige Daten eingeben. Aber die Prüfung und Freischaltung erfolgte in meinem Fall innerhalb kürzester Zeit. Ähnlich ging es mir bei den Walt Disney Studios. Keine Probleme, ein vorbildlicher Umgang mit Bloggern.

Level 3: Registrieren und ein paar Hürden meistern

Allerdings tun sich manche großen Studios meiner Erfahrung nach schwer damit, Blogger als ebenso wichtige Multiplikatoren wie Journalisten zu verstehen. Entsprechend mühsam ist es zum Teil, Zugriff auf Fotos und Bildmaterial zu bekommen. Mühsam, aber nicht aussichtslos.

Beispiel Sony Pictures: Nach der Registrierung bei deren Presse-Service folgte ein reger Mailverkehr mit einer (sehr freundlichen) Ansprechpartnerin, bei dem es um die Frage ging, warum ich denn Zugang bräuchte. Nachdem meine Erklärungen wohl befriedigend waren, bekam ich temporär (!) Zugriff auf Fotos zu Sony-Filmen bis zum konkreten Nachweis der Nutzung. Diesen Nachweis brachte ich bald durch Link auf einen Blogbeitrag, in dem ich auch über einen Sony-Film schrieb und ihn entsprechend bebildert hatte, woraufhin man mich vollständig freischaltete.

Level 4: Blogger müssen draußen bleiben

Ja, auch das gibt in unseren schönen und modernen Zeiten. Es gibt noch Filmstudios und Verleiher, denen Blogger egal sind und die immer noch glauben, dass Journalisten wie im 20. Jahrhundert die einzig wahren Gatekeeper sind. Warner Brothers zum Beispiel. Warner Brothers mag keine Blogger. Meine Registrierung bei deren Medienserver wurde kommentarlos abgelehnt. „Zugang verweigert“ war der Betreff der lapidaren Mail, die ich erhielt: „Leider können wir Ihnen keinen Zugang zu unserem Presseserver gewähren.“

Auf meine Nachfrage per Mail, warum mir der Zugang verweigert werde und ob man sich das nicht vielleicht nochmal anders überlegen könne, erhielt ich – keine Antwort. Aber gut, wenn Warner sich zu vornehm für die Kommunikation mit Bloggern ist, bin ich mir zu vornehm, über Warner-Filme zu schreiben.

Fazit

Als Blogger muss man sich natürlich ans Urheberrecht halten, und das gilt nun mal auch für Fotos zu Filmen und Serien. Mit Blogger-Anfragen gehen die Rechteinhaber sehr unterschiedlich um. In jedem Fall lohnt es, sich um die Freischaltung von Presse- und Medienservices zu bemühen, sofern das benötigte Material nicht gänzlich frei zugänglich ist.

Service-Teil: Medienservices von Verleihern und Streaming-Anbietern

Ebenfalls lesenswert hier im Blog

8 Gedanken zu “Als Blogger Filmbilder verwenden

  1. Ist es nicht auch seit kurzem möglich über Getty Images Embed Bilder auf seinem Blog einzubinden, wenn es um eine reine Berichterstattung geht? Ich hab neulich ein Serien-Special geschrieben und stand vor dem selben Problem, dort bin ich recht gut fündig geworden.
    Liebe Grüße

    Gefällt 2 Personen

  2. Guter Hinweis! Das geht bei vielen Getty-Bildern schon seit knapp 3 Jahren. Ich habe allerdings keine Ahnung, welche Film-/Serienbilder Getty anbietet und welche nicht und warum … Das Einbetten hat auch kleinere Nachteile, du bist halt auf Vorgaben des Anbieters in Sachen Format, Layout, Quellenangabe etc. angewiesen, und ich könnte so ein Bild zum Beispiel nicht als Titelbild verwenden, da will WordPress eine Bilddatei haben. Aber alles in allem eine Alternative und besser als gar keine Bilder …

    Gefällt 1 Person

    • Ja man muss sich schon ein wenig durch allerhand Gala- und Pressekonferenz Bilder der Darsteller wühlen, aber manchmal hat man auch Glück und findet Set- oder Promobilder. Beim Titelbild musste ich auch auf ein eigenes ausweichen, ansonsten hat es recht okay mit dem Einbinden in mein Theme geklappt. Das kann natürlich nicht für jeden funktionieren. Am Ende war ich froh, überhaupt Bildmaterial im Beitrag zu haben und musste meine Leser nicht mit einer reinen Textwüste erschlagen. Schau gerne mal vorbei (05.02. „Meine Top 10 Lieblingsserien…“ würd mich freun.

      Gefällt mir

  3. Das ist aber komisch ich hatte damals mit meinem Blog bei Warner keine Probleme einen Zugang zu bekommen.
    Wie auch bei allen anderen die ich bis anhin angefragt habe.

    Gefällt mir

    • Ich weiß ja auch nicht, woran’s liegt, und man wollte mir meine Warum nicht?-Frage ja auch nicht beantworten. Entweder es gibt eine sehr elaborierte Einzelfallprüfung, deren Kriterien streng geheim sind, oder es gibt unterschiedliche Ansprechpartner, die mal so, mal so entscheiden. Beides finde ich etwas peinlich, unzeitgemäß und – ja, doch – unprofessionell …

      Gefällt mir

  4. Also ich hatte damals auch keine Probleme, mich bei Warner anzumelden. 20th Century Fox war eine kleine Hürde, weil man da noch ein „Pirate Piracy“-Formular ausfüllen und per Fax zusenden musste.

    Natürlich ist die Hürde aber für jeden Filmblogger, der gerade erst angefangen hat, größer. Man muss sich als Blogger auch bei den Verleihern beweisen. Sprich: Regelmäßige Inhalte (Reviews, Previews, etc) veröffentlichen. Immerhin möchte man auch einen Pressepartner, der auch liefert und relevant ist.

    Von daher einfach starten, zur Not erstmal ohne Bilder, und nach ein paar Monaten nochmal die Registrierung probieren. Und: Nicht nur an die großen Kinofilm-Verleiher denken, sondern auch auf die DVD-/ Blu-Ray-Vertriebe (z.B.: Koch Media, Euro Video, Pierrot Le Fou, Turbine Medien) zugehen. Da ist der Einstieg oft flacher und schneller. ;)

    Gefällt 1 Person

    • Wobei ich zum Beispiel über alles Mögliche blogge und nur gelegentlich über Filme. Warum die Verleiher ihr Promotion-Material zum Teil zurückhalten und wählerisch bei der Freigabe sind, will mir nicht ganz einleuchten. Im Internet kursiert das Zeug sowieso, vermutlich zu 95 Prozent ohne dass sich jemand um Rechte gekümmert hat, und geahndet wird natürlich auch nichts. Insofern wird denen, die wenigstens fragen, meines Erachtens das Leben von manchen Verleihern unnötig schwer gemacht. Andere wie Amazon sehen das vermutlich auch so und denken sich: Hauptsache über unsere Filme wird geschrieben, da geben wir auch Material großzügig und unkompliziert frei …

      Gefällt mir

Und jetzt sag deine Meinung:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s