Reise-Notizen

Ach, ich reise gerne, weil man beim Reisen so wahnsinnig viel lernen kann. Normalerweise versenke ich solche Erkenntnisse direkt bei Facebook, aber heute reichen sie locker für einen knackigen Blogbeitrag …

Ich habe also gelernt …

… dass es immer noch Hotels gibt, die kostenloses WLAN nur mit einer Geschwindigkeit Langsamkeit von 256 KB anbieten. Wenn ihr es noch (!!) schneller wollt, müsst ihr bezahlen. Digitalisierung in Deutschland im Jahr 2017. Ich schrieb ja bereits mehrfach darüber. Wenn dasselbe Hotel dann ein mittelmäßiges Frühstück für 24 Euro (!!!) anbietet, ohne Omelett mit handgeschnitzten Trüffelspänen, dann geht der Hotelbetreiber ein gewisses Risiko ein. Ich bewerte solche Hotels auf Tripadvisor nämlich wirklich schlecht und hoffe dabei auf eine geschäftsschädigende Wirkung. Wenn auch nur ein Reisender es sich aufgrund meiner Bewertung anders überlegt, hatte ich meine kleine Rache und das Hotel eine Gelegenheit mehr, seine Strategie zu überdenken.

… dass ich „Toni Erdmann“ ungefähr so unterhaltsam, witzig und tiefschürfend finde wie das Telefonbuch von Gütersloh. (Und nein, ich habe mir das nicht mit sehr viel Geduld, langen Ladepausen und einer unterirdischen Auflösung bei 256 KB angesehen; der kluge Reisende plant ja voraus und lädt sich sowas vorher bei Amazon für den Offline-Betrieb runter. Offline-Betrieb. Ein schönes Synonym für „Reisen in Deutschland“.)

… dass der Hauptsitz von IBM in Deutschland nicht bei Stuttgart liegt, wie ich immer dachte. Er liegt in Ehningen. Und Ehningen hat mir Stuttgart ungefähr so viel zu tun wie Frankfurt Hahn mit Frankfurt.

… dass S-Bahn- und Busfahrer grundsätzlich nicht in der Lage oder willens sind, vollständige Sätze, bestehend aus Subjekt, Prädikat und Objekt zu bilden. Und selbstverständlich nicht die Partikel „bitte“ und „danke“ benutzen. Wenn beispielsweise in der Stuttgarter S-Bahn eine Tür nicht schließen kann, weil jemand zu nah an der Tür steht, sagt der S-Bahn-Fahrer nicht „Bitte machen Sie die hintere Tür frei“, er sagt auch nicht „Machen Sie die hintere Tür frei“ (was ich schon vergleichsweise unhöflich fände), er sagt: „Hintere Tür freimachen!“ Und wenn ein Erlanger Busfahrer das E-Ticket auf meinem Smartphone nicht erkennen kann, weil ich es vielleicht einen Tick zu wenig deutlich vorzeigt habe, sagt er nicht „Bitte zeigen Sie das Ticket vor“, er sagt auch nicht „Zeigen Sie das Ticket vor“ (was ich schon vergleichsweise unhöflich fände), er sagt: „Vorzeigen!“ Nächstes Mal werde ich beim Einsteigen einfach zum Busfahrer sagen: „Losfahren!“ Mal sehen, was dann passiert.

… dass es mir nicht gefällt, wenn Menschen im Bus neben mir Pommes von McDonalds essen. Dass es mir noch weniger gefällt, wenn Menschen im Bus neben mir schmatzend Pommes von McDonalds essen. Dass es mir überhaupt gar nicht gefällt, wenn diese Menschen diese Pommes mit den Fingern essen und selbige (die Finger, nicht die Pommes) am Sitz abschmieren. Himmelherrgottzefixnochmal.

… dass man auch dann abends noch eine Runde laufen kann, wenn man an einem gemütlichen Sonntag Mittag ganz gegen seine Gewohnheit ordentlich Wein getrunken hat. Es ist nicht ohne, aber es geht. Dabei sollte man bei Planung seiner Laufrunde allerdings bedenken, dass es am Rande des Stuttgarter Kessels nach oben geht. Mittags trinken, abends laufen – ok. Mittags trinken, abends bergauf laufen – eieiei.

… dass man am Neckar (in dem Fall: frei von Restalkohol) sehr schön laufen kann. Beweis:

Auf meiner Laufrunde (am Neckar) …

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Auf meiner Laufrunde …

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PS: Irgendwie scheine ich besessen vom Thema WLAN zu sein. Es ist hier im Blog eindeutig überrepräsentiert:

4 Gedanken zu “Reise-Notizen

  1. Neckarsteinach. Meine Wochenenden meiner Kindheit verbrachte ich auf der anderen Seite des Neckars. Am Campingplatz unter dem Dilsberg. Dort zieht es mich auch immer mal wieder hin – einfach nur um zu „entscheunigen“. Oder um das Feuerwerk der Burgen anzuschauen.
    WLAN, DSL oder LTE in Deutschland – ein Thema für sich. Und unendlich ermüdent. Wie deren Geschwindgkeit oder Abdeckung. Danke für den Bogbeitrag – U made my day ;-)

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  2. Ich nütze zwar kein TripAdvisor, aber ich bin mit meinen Bewertungen bei booking.com auch knallhart.
    Aber wenn ein Frühstück 24 Euro kostet, dann werde ich mir nach meiner Rückkehr nach Deutschland sowieso keine Hotels mehr leisten können. In Südamerika kostet die Übernachtung (in einem akzeptablen Hotel) weniger.
    Tja, dann werde ich wohl wieder mehr Couchsurfing nutzen.

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