Steinpilzrisotto nach Wolfram Siebeck

Obwohl ich ein Dilettant in der Küche bin, habe ich schon immer gerne Risotto gemacht. Weil ich es kann …

Dem Risotto eilt der Ruf voraus, irgendwie schwierig und aufwändig zu sein. Weil man dauernd was tun und furchtbar aufpassen muss und er bei manchen Köchen wohl gerne zu trocken wird. Nicht so bei mir. Ich bin ein Meister des schlonzigen* Risottos. Und ich koche es mit dem größten Vergnügen. Das hat mehrere Gründe:

Serielles Kochen

Erstens hasse ich es, beim Kochen mehrere Dinge gleichzeitig tun zu müssen, das überfordert mich. Drei Töpfe auf dem Herd und alle beanspruchen meine Aufmerksamkeit? Schrecklich. Ich liebe es, seriell zu kochen. Schön eins nach dem anderen. Und dafür ist Risotto perfekt geeignet, wie auch Wolfram Siebeck schreibt: „Für fast alle Geschmack bildenden Zutaten gilt, dass sie extra gegart und gewürzt werden müssen, bevor sie unter den fast fertigen Risotto gemischt werden.“

Zweitens ist ein Risotto überhaupt nicht schwierig zuzubereiten. Schnibbeln und rühren, mehr braucht man nicht. Angesichts dieser unterkomplexen Fertigkeiten schmeckt das Ergebnis phantastisch.

Und drittens kommt eine Drittel Flasche Weißwein ins Risotto, was zwangsläufig zur Folge hat, dass man mit den übrigen zwei Dritteln irgendetwas anfangen muss … Sie trinken zum Beispiel. Am besten während des vielen Schnibbelns und Rührens, was dann auch gleich viel beschwingter voran geht.

reis-steinpilze-wein

Reis, Gemüse, Flüssigkeit

Bevor wir damit loslegen, brauchen wir für 4 Personen Folgendes:

  • Ein bisschen Gemüse (Karotten, Lauch, Knoblauch, Zwiebeln, Karotten, Sellerie, Petersilienwurzeln – oder auch nur eine Auwahl davon, worauf man Lust hat; nur Zwiebeln sind Pflicht)
  • 300 g Risottoreis
  • 0,2 l Weißwein
  • 1 l Hühnerbrühe (Gemüsebrühe tut’s auch)
  • 30 g getrocknete Steinpilze
  • Öl, Butter, Salz, Pfeffer

Zuerst mal werden die Steinpilze eine Stunde in Wasser eingeweicht, dann ausgedrückt und in Butter gebraten. Ich habe noch ein paar Champignons dazu getan. Weil ich Lust darauf hatte. (Auch das ist das Schöne am Risotto: Man kann variieren, so viel man will. Die Kinder, die keine Pilze mögen, bekommen zum Beispiel statt dessen klein geschnittene gebratene Hühnerbrust.) Das Ganze erst mal zur Seite stellen.

Während die Steinpilze einweichen, kann man schön seriell das Gemüse vorbereiten: Bei mir waren es Zwiebeln, Knoblauch, Karotten und Petersilienwurzeln, die werden klein gewürfelt. Siebeck nimmt nur zwei Esslöffel, bei mir ist es deutlich mehr.

karotten-petersilienwurzeln-zwiebeln

Die große Rühraktion

Öl in der Pfanne erhitzen und Gemüsewürfel anbraten. Den Reis dazu geben und glasig werden lassen. Jetzt beginnt die große Rühraktion: Zuerst den Wein zur Gemüse-Reis-Mischung geben, dann nach und nach die Brühe. Immer nur ein bisschen, bis die Flüssigkeit aufgesaugt ist. Und schön rühren. Und nachschütten. Und rühren. Und nachschütten …

Das dauert locker 30 Minuten. Zwischendurch salzen, pfeffern und immer mal probieren, ob der Reis schon fertig ist. Ein bisschen geriebener Parmesan passt auch sehr schön dazu, den habe ich aber diesmal weggelassen. Gegen Ende zu die Pilze unterrühren, das war’s.

steinpilzrisotto-nach-wolfram-siebeck

*Im Internet gibt ausführlichste Diskussionen, ob es schlonzig, schlotzig, schlurzig, schlaazig oder sonst wie heißen muss, und was genau zwischen cremig und schleimig das eigentlich bedeutet. Komisch, dass der Duden noch kein Machtwort gesprochen hat …

60 Rezepte aus Siebecks Kochschule

Siebecks KochschuleDieses und viele weitere schöne Rezepte finden sich in Wolfram Siebecks Kochschule für Anfänger, Der Feinschmecker Bookazine Nr. 1, im Buchhandel für lächerliche 9,95 Euro erhältlich.

Und hier gibt es weitere Siebeck-Rezepte aus meiner Sonntagsküche.

2 Gedanken zu “Steinpilzrisotto nach Wolfram Siebeck

  1. Ich halte ja eher die Qualität des Reis‘ für wichtig, denn das ständige Rühren…
    Aber wer weiß, vielleicht landest Du am Ende der 60 Rezepte noch bei einem Thermomix, der nimmt Dir das dann ab :D :D :D

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