Entschleunigung in der Uckermark

Eigentlich hat Theodor Fontane in seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg schon alles gesagt, was man auch über die Uckermark wissen muss …

Der Reisende in der Mark muss sich mit einer feineren Art von Natur und Landschaftssinn ausgerüstet fühlen. Es gibt gröbliche Augen, die gleich einen Gletscher oder Meeressturm verlangen, um befriedigt zu sein. Diese mögen zu Hause bleiben.

Spektakulär ist das Land um Berlin wirklich nicht, aber interessant, besuchenswert, mit schönen Flecken, überraschend in seinem Kontrast zwischen Investition und Vernachlässigung, Aufbau und Ruine. Vor allem aber ist das Land einsam. Seen, Wiesen und Wälder irgendwo im Nirgendwo, verschlafene Dörfer, gelegentlich ein Zug, der vorbei fährt, und den man hier gleich nostalgisch als „Eisenbahn“ bezeichnen möchte.

Das führt im Urlaub in der Uckermark vor allem zu – Entschleunigung. Und das kam uns gerade Recht und ist ja (zumindest für mich) eines der Urlaubsziele schlechthin: mal einen Gang runterschalten und sich zwei Wochen lang auf eine langsamere Taktung einlassen. Für ein bisschen Action sorgen dann erstens die Kinder (die immer für gewisse Turbulenzen innerhalb der Entschleunigung gut sind) und zweitens zwei Ausflüge nach Berlin, eine Stadt auf Speed (jedenfalls wirkt sie so, wenn man tiefenentspannt vom Oberuckersee in die Hauptstadt fährt) …

Nach der Uckermark waren wir übrigens noch ein paar Tage im Süden Berlins bei Bad Saarow am Scharmützelsee. Auch schön und erholsam.

Schauen wir uns das Ganze mal an. Viele schöne Seen, der letzten Eiszeit sei Dank:

Sehenswert das Kloster Chorin aus dem 13. Jahrhundert. Fontane war nicht so begeistert („Leider geht dieser baulich schönen Ruine das eigentlich Malerische ab“), allerdings ist von der Ruine nicht mehr viel übrig, die Gebäude wurden instand gesetzt und werden heute als Museum und für Konzerte genutzt:

Ganz in der Nähe das technisch wirklich beeindruckende Schiffshebewerk Niederfinow, das ein paartausend Tonnen Wasser und Schiff 36 Meter hoch heben kann:

Und wir hatten Glück, es kam ein Schiff. Irgendwie hatte ich erwartet, dass das Ding wie eine altersschwache Dampfmaschine stöhnt, ächzt und knarzt, aber nichts da:

Zwischendurch immer wieder Möglichkeiten, versteckt und ziemlich einsam einzukehren:

Hübsch wie gesagt auch der Scharmützelsee:

Und immer ein lohnendes Ziel: Potsdam (mit und ohne Halbmarathon):

Aber wie gesagt: nicht alles in der Region glänzt golden. Wer auf der Suche nach „lost places“ ist, wird fündig:

 

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