Die letzten fünf Filme: Horror-Clown alt und neu

Heute ist übrigens Freitag, der 13. Da muss es im Film-Rückblick um Horror gehen. Womit wir bei Stephen Kings Es sind, denn so wie Spielberg für die Angst der meisten Menschen vor Haien verantwortlich ist, hat King den Clowns ein ernsthaftes Image-Problem beschert …

Es (2017)

Bei Horrorfilmen ist es ja so: ungefähr 90 Prozent sind furchtbar schlecht und nur 10 Prozent sind sehenswert. Dieser gehört definitiv zu den sehenswerten. Viel besser kann man Kings 1200 Seiten-Buch (bzw. die Hälfte davon) nicht verfilmen. Der Film bleibt nah am Buch, komprimiert aber natürlich stark, und trotzdem bleiben die Figuren und ihre Konflikte interessant. Das ist ja wirklich nicht einfach: Nacheinander sechs Figuren mit ihren Problemen und Ängsten einführen, ohne dass man irgendwann vorspulen will – um dann erst so richtig mit der Handlung zu beginnen. Sehr gut gecastete und in Szene gesetzte (Kinder-)Schauspieler, die ihre Sache sehr gut machen in dieser Coming of age-Geschichte, die dauernd an Stand by me erinnert (was kein Zufall ist). Und dann natürlich noch ein bisschen Horror ;-) Auch der ist wirklich gut, also böse gemacht, von Pennywise kann man locker Alpträume bekommen (wenn man etwas zarter besaitet ist), und in der einen oder anderen Szene ist der voll besetzte Kinosaal kollektiv zusammengezuckt und dann etwas tiefer in den Sessel gerutscht. Ich freu mich jedenfalls auf den zweiten Teil …

Es (1990)

Die erste Es-Verfilmung hab ich vor Ewigkeiten mal gesehen und hatte sie in ganz guter Erinnerung. Nach nochmaliger Betrachtung muss ich sagen: Oh je. Geht gar nicht mehr. Einzig Tim Curry als Clown Pennywise ist sehenswert, der Rest darf künftig im Regal verstauben, neben andern Spät-80er-TV-Produktionen, die keiner mehr sehen will.

Arrival

Ein guter Film, weil er die Konventionen und Erwartungen an einen „Aliens landen auf der Erde“-Film sprengt. Und weil eine Sprachwissenschaftlerin (!) die Hauptrolle spielt, hey, eine Hauptfigur, die so was ähnliches studiert hat wie ich :-) Und weil die Sprache bzw. Schrift, in der die Aliens kommunizieren, so wahnsinnig schön ist. Ein klein wenig langatmig ist der Film und am Ende zu sphärisch. Und er ist halt leider doch nicht frei von Klischees: Die Frage „Wie verhält sich das Militär, wenn Aliens auf der Erde landen?“ wird nach Schema F beantwortet. Das zentrale Motiv des Films hat mich übrigens an The Walking Dead erinnert: Das Problem sind nicht die Aliens/Untoten, das Problem sind die Menschen.

Ich bin dann mal weg

Eigentlich habe ich Hape Kerkelings Buch über seine Auszeit und seine Reise auf dem Jakobsweg für ziemlich unverfilmbar gehalten. Denn das Buch lebt von vielen kleinen Beobachtungen, von Beschreibungen und Begegnungen, von Tragik und (Situations-)Komik, wobei man beim Lesen immer Kerkelings Stimme im Ohr hat. Es ist dann aber doch ein ganz schöner Film auf Grundlage des Buches entstanden. Wegen sehr guter Schauspieler, sehr schöner Bilder und teils sehr lustiger Szenen. Kann man also anschauen, mit oder ohne vorherige Lektüre.

Jack Reacher – Kein Weg zurück

Ein okayer Krimi, dessen Handlung man nach zwei Stunden wieder vergessen hat. Aber irgendwie mag ich Tom Cruise als einsamen, wortkargen Ermittler. Und den ersten Jack Reacher-Film von 2012 fand ich sogar ziemlich gut, weil die Story clever und mit ordentlicher Action angereichert war. Na ja. Teil 2 jedenfalls kann man anschauen, muss man aber definitiv nicht.

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