Lust auf Limoncello

Limoncello? Das ist doch dieser knallgelbe, furchtbar süße Likör aus Italien?! Jein. Es gibt solchen und solchen, und wenn man ihn selbst macht, hat man den Alkohol- und Zuckergehalt natürlich selbst in der Hand …

Ich las ein Rezept im Magazin der Süddeutschen Zeitung und bekam prompt Lust, einen Limoncello selbst zu produzieren. Diese Lust auf Limoncello hat nebenbei erwähnt einen persönlich-historischen Grund: Ich habe ja mal ein knappes Jahr in Rom gelebt und studiert und war von dort aus auch mehrfach am Golf von Neapel, und da kommt der Limoncello nun mal ursprünglich her. Ich habe ihn also nicht mit der Muttermilch konsumiert, aber nur unwesentlich später, und das prägt natürlich.

Limoncello = Alkohol mit Zitronenschale

Limoncello selbst zu machen, ist faszinierend einfach. Man nehme fürs erste:

  • 500 ml 96-prozentigen Alkohol
  • 10 Zitronen

Den Alkohol habe ich in der Apotheke gekauft. Der Preis ist stolz, aber ihr bekommt ja auch wirklich Hochprozentiges dafür. Was ihr komplett vergessen könnt, sind Rezepte mit Wodka als Grundlage, bei dem der Alkohol bekanntlich auf ca. 40 Volumenprozent verdünnt wurde. Den gibt’s zwar in jedem Supermarkt und auch schön billig, aber da funktioniert die Mazeration nicht richtig.

Die was? Die Mazeration: Das ist der physikalische Vorgang, bei dem die Aromen der Zitrone in den Alkohol übergehen. Genauer gesagt die Aromen der Zitronenschale, denn aus nichts anderem wird Limoncello hergestellt. Ihr schält also die Zitronen schön dünn, achtet darauf, dass die bittere weiße Haut unter der Schale nicht mit abgeschnitten wird, schmeißt dann die Schalen in den Alkohol, verschließt das Ganze, und schon beginnt die Mazeration.

Nach allem, was ich gelesen habe, ist die Mazeration im Prinzip nach drei Tagen abgeschlossen. Trotzdem könnt ihr das Gefäß auch eine oder zwei Wochen stehen lassen, wie in manchen Rezepten empfohlen wird, schadet ja nichts.

Limoncello – mehr oder weniger stark und süß

Dann kommt die Gretchenfrage: Wie hältst du’s mit Alkohol- und Zuckergehalt? Die zahlreichen Limoncello-Rezepte variieren hier extrem stark. Meine Variante sieht wie folgt aus. Ihr nehmt:

  • 1 l Wasser
  • 300 g Zucker

Ihr kocht den Zucker im Wasser auf, sodass er sich löst, und lasst das Ganze wieder abkühlen. Dann filtert ihr die Alkohol-/Zitronenschalen-Mischung durch ein Sieb, mischt ihn mit dem Zuckerwasser und füllt ihn in Flaschen ab (die ihr vorher mit kochendem Wasser ausgespült habt).

Das ist im Vergleich zu anderen Rezepten relativ wenig Zucker. Wenn ihr den Limoncello also gerne süßer wollt, nehmt ihr – logisch – mehr Zucker. Der Alkoholgehalt liegt bei etwas unter 30 Prozent. Wenn ihr den Limoncello stärker wollt, nehmt ihr weniger Wasser (und Zucker), ist klar, oder?

Resteverwertung: Zitronensirup

Übrigens: Wir wollen ja nichts wegwerfen, sondern gerne alles komplett verwerten. Was machen wir also mit den 10 geschälten Zitronen, die ich anfangs erwähnte? Ganz einfach: Zitronensirup!

Dazu presst ihr die Zitronen aus (das ergibt ungefähr 350 ml Zitronensaft) und mischt den Saft mit 200 ml Wasser und 300 g Zucker. Das Ganze lasst ihr 5 Minuten kochen und dann nochmal 5 Minuten ziehen, gießt es am Schluss durch ein Sieb und füllt es in eine Flasche ab.

Der Sirup hält im Kühlschrank ungefähr ein halbes Jahr, kann man im Internet lesen. Ihr könnt daraus lauter wunderbare Dinge machen – zum Beispiel im Winter einen Spezial-Grog (Rum und kochendes Wasser dazu) oder im Sommer eine Zitronen-Limonade (kalten Sprudel dazu).

Viel Spaß damit!

5 Gedanken zu “Lust auf Limoncello

  1. Alles richtig gemacht. Ich mache seit 10 Jahren meinen eigenen Limoncello (aus eigenen Zitronen). Ich gehe nur viel süßer an die Sache: 1 Liter mazerierter Alkohol, 1 Liter Wasser, 1 Kilo Zucker. Das wird trotzdem nicht zu süß. Das liegt aber an den Zitronen. Je mehr Citrat sie haben (also je älter die Züchtung ist) und je dicker die Schale ist, desto mehr Zucker verträgt der Limoncello. Ich hatte noch nie Beschwerden, dass meiner zu süß ist. Und wichtig, direkt aus dem Eisfach servieren!
    Alles Gute beim Genießen
    Michael

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  2. Hallo,
    wieder mal ein guter Tipp. Trotzdem bleibt die Frage: Kommt denn gar kein Zitronensaft in den Likör?
    Ich vermute mal, dass 69%iger Prima Sprit bei der Mazeration auch nicht geht?
    Liebe Grüße von Eldera, der grade das Wasser im Mund zusammen läuft

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  3. Sehr zu empfehlen sind die Toscanello-Zigarillos mit Limoncello-Geschmack, auch hervorragend geeignet für Nichtalkoholiker und Veganer.
    Eine Packung mit fünf Zigarillos kostet nur etwa 5 € und ist an vielen Bahnhöfen in Deutschland erhältlich, so dass man man ohne großen Aufwand mal probieren kann.

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