Erfreuliches im März 2019

Im März war unter anderem Zeit für Musikfilme im Flugzeug-Kino, kriminelle Söhne in Rom, einen Walfänger im Eismeer und ein Leichtgewicht …

A Star Is Born

Ich mag gute Musikfilme, erst Recht, wenn gute Schauspieler selbst auch noch gut singen. Wie zum Beispiel Joaquin Phoenix als Johnny Cash und Reese Witherspoon als June Carter in Walk The Line. Oder eben in diesem Film Bradley Cooper und Lady Gaga. Mit Letzterer konnte ich als Musikerin nie viel anfangen, sie war mir immer zu sehr Kunstfigur. Aber das lässt sie im Film komplett fallen. Und sie ist eine hervorragende Schauspielerin. Die Chemie zwischen beiden stimmt, die Musik ist toll und die Story … gut ein bisschen konventionell, aber das ist geschenkt. (Gesehen im Flugzeug)

Crazy Heart

Noch ein Musikfilm, etwa zehn Jahre älter als der zuvor genannte. Und mit Jeff Bridges schon wieder ein Schauspieler, der auch ein toller Musiker ist. Außerdem blitzt bei seiner Performance als alternder, abgehalfterter, alkoholabhängiger Ex-Country-Star immer wieder der Dude durch, wenngleich der Film leider für Humor nicht viel übrig hat. Ist schon viel Alkohol, viel Drama und viel Scheitern. Aber anschauen kann man sich das. (Gesehen im Flugzeug)

Baby Driver

Eigentlich nur ein weiterer Action-Film um ein kriminelles Mastermind und seine wechselnden Verbrecherteams, die alles mögliche ausrauben. Aber: Die Hauptrolle im Film spielt die Musik, die Miles alias Baby, ständig hört und mit der er, der Fluchtwagenfahrer, seine Fahrten und sein Leben taktet. Musik und Film sind so elegant, witzig und spektakulär aufeinander abgestimmt, dass es eine Freude ist. Ein großes Verbrecher- und Auto-Ballett zur Musik von den Commodores, Simon & Garfunkle, Queen und Barry White. (Gesehen im Flugzeug)

Suburra

Zwischen Vatikan und Kapitol, dem Strand von Ostia und den runtergekommenen Vorstädten Roms entspinnt sich eine politische Intrige und eine handfeste Fehde krimineller Familien. Es geht um Immobilien, und alle wittern ihre Chance aufs große Geld. Schon das ist clever inszeniert und in den gegensätzlichen Kulissen Roms unbedingt sehenswert. Außerdem oder eigentlich geht es aber um drei Söhne, die es ihren Vätern nicht recht machen können und die aus ihren sehr unterschiedlichen Familientraditionen ausbrechen wollen. Serien-Profis wissen: Das klingt nicht nach Happy End. (Gesehen auf Netflix)

Ian McGuire: Nordwasser

England im 19 Jahrhundert: Ein Walfangschiff bricht nach Norden auf. Das Drama, das sich an Bord und darüber hinaus entwickelt, hat nichts mit Seefahrer-Romantik zu tun. Hier geht es um Kälte, harte, dreckige Arbeit – und sehr böse Menschen. Mittendrin: Ein Schiffsarzt, der versucht, die Tragödie in Eis und Schnee halbwegs mit Anstand zu überleben. Ein wunderbar-schreckliches, schnörkelloses Buch, fesselnd und grandios lakonisch geschrieben.

Stephen King: Erhebung

Das Phantastische in der Geschichte spielt diesmal eine untergeordnete Rolle und dient eigentlich nur der Symbolik: Scott verliert immer mehr an Gewicht. Er sieht aus wie immer, wird aber immer leichter und kann sich ausrechnen, wann er buchstäblich null Gewicht haben wird, was auch immer dann mit ihm passieren wird. Doch eigentlich geht es in dieser Miniatur aus der amerikanischen Kleinstadt um ein anderes Gewicht, nämlich um Einstellungen, die das Leben schwer machen, und wie man diesen Ballast über Bord werfen kann. Ein schöner kleiner Roman, den man locker in zwei Stunden weggelesen hat.

Bildnachweis: Andrea Miconi/Netflix

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