Verständnis

Verständnis – das scheint in Deutschland zunehmend aus der Mode zu kommen. Nähern wir uns diesem Konzept mit einem praktischen Beispiel …

… klären aber zuvor kurz, was das eigentlich ist, dieses Verständnis. Verständnis für etwas aufbringen, das hat ja mindestens zwei Facetten: zum einen das eher rationale Verstehen. Wenn ich ein Problem verstanden habe, habe ich aber noch nicht zwingend auch Verständnis dafür. Es fehlt noch eine eher emotionale Komponente, ein gewisses Einfühlungsvermögen verbunden mit der Bereitschaft, mich auf etwas einzulassen und einen bereits eingenommenen Standpunkt zu verlassen. Verständnis hat also etwas mit geistiger Beweglichkeit zu tun und dem Wunsch, eine Sachlage von verschiedenen Seiten zu betrachten. Verständnis ist ein Anti-Konfrontations-Konzept.

Und damit etwas, um das es zuletzt furchtbar einsam geworden ist. Denn die Zeichen stehen auf Sturm im Diskurs unserer Zeit. Immer schön austeilen, sei es bei der redaktionell geplanten Meinungs-Eskalation in deutschen Talkshows oder im frei drehenden Schlagabtausch in den so genannten sozialen Medien. In jedem Fall gilt: Je fester der eigene Stand, desto mehr Schwung kann man holen, um dem Gegenüber mal so richtig eins draufzugeben.

Das Beispiel, von dem ich sprach, ist aber ein ganz altmodisches: der Straßenverkehr. Seit ich mehr und mehr Rennrad fahre, habe ich ein geradezu existenzielles Interesse an gegenseitigem Verständnis, denn bei kaum einem anderem Sport führen Konfrontation und Beharren auf dem eigenen Standpunkt (respektive der eigenen Fahrweise) so konsequent ins Verderben.

Es ist faszinierend zu sehen, wie wenig Verständnis manche Autofahrer für Rennradfahrer haben, die es wagen, dieselbe Straße zu benutzen wie sie. Dass man mit viel zu geringem Abstand überholt wird, ist fast schon normal. Ein kleiner Schlenker zum falschen Zeitpunkt, und das war‘s. Doch der deutsche Autofahrer versteht das nicht. (Er versteht ja auch nicht, wie er sich verhalten soll, wenn er Joggern begegnet, aber das hatten wir hier schon mal.)

Was er ebenfalls nicht versteht, ist, dass die pure Existenz eines Radwegs noch lange nicht bedeuten muss, dass man ihn als Rennradfahrer auch benutzt. So gibt es zum Beispiel Radwege, die man laut Straßenverkehrsordnung benutzen muss, und solche, die man benutzen kann (man kann dann aber auch die Straße benutzen). Jenseits von Recht und Gesetz gibt es weitere Gründe, mit Radwegen zu fremdeln, was der deutsche Autofahrer schon gleich gar nicht verstehen kann: Nicht wenige Radwege neigen dazu, ebenso plötzlich aufzuhören, wie sie angefangen haben. Sie sind dauernd von Bordsteinen in beeindruckender Höhe unterbrochen. Sie sind nicht selten in erbärmlichem Zustand, mit Schlaglöchern, fehlenden Pflastersteinen und wurzeldurchpflügtem Asphalt. Sie sind gerne kombiniert mit Fußwegen, auf denen Eltern mit ihren Kindern spazieren gehen oder erste wagemutige Radfahr-Versuche unternehmen. (Es geht aber auch ohne Kinder: Die Laufwege von Menschen mit Smartphones in der Hand (also von fast allen Menschen heutzutage) in der Nähe von Radwegen sind komplett unberechenbar.)

Alles in allem ist es halt keine so wahnsinnig gute Idee, mit 40 Sachen auf einer Buckelpiste, die plötzlich im Nirgendwo endet, an Kindern vorbeizubrettern, auch wenn sich der Gesetzgeber das im Prinzip so ausgedacht hat.

Die Zahl der Internet-Diskussionen gerade zu diesem Rennrad-Radweg-Benutzungs-Thema, die ich in letzter Zeit verfolgt habe, ist Legion. Der Standpunkt der an solchen Diskussionen beteiligten Autofahrer ist in der Regel immer derselbe und wird mal selbstbewusst-gelassen, mal beleidigt-hysterisch vorgetragen: Mir doch wurscht! Radweg ist Radweg! Die Straße gehört den Autos!

Man kann es ihnen nicht übel nehmen, hat doch Vater Staat in den letzten gefühlt 3.000 Jahren den automobilen Straßenverkehr derart einseitig gefördert, dass es wie eine bewusstseinsverändernde Droge das Hirn des Autofahrers vernebelt hat. Alles für mein Auto! Straße! Parkplatz! Vorfahrt! Subvention! Alles! Es wird für viele ein harter Entzug, wenn in den nächsten Jahren angesichts Klimawandels und steigenden ökologischen Bewusstseins alternative Verkehrsformen an der Alleinstellung des Autoverkehrs in Deutschland kratzen werden. Öffentlicher Nahverkehr, Fahrräder ohne und mit Elektromotor, Elektro-Roller … Es wird vielfältiger im Straßenverkehr, und Vielfalt ist für ehemalige Monopolisten ungefähr so begehrenswert wie ein Verbleib in der EU für Boris Johnson.

Kommen wir zurück zum Thema Verständnis. Es wäre ein unfassbarer Fortschritt, wenn mehr Autofahrer mehr Verständnis für (Renn-)Radfahrer aufbringen würden. Es wäre aber natürlich viel zu kurz gesprungen, dieses Verständnis nur für Letztere einzufordern. Der Rennradfahrer täte wahnsinnig gut daran, Verständnis für die Familie mit Kindern aufzubringen, die seinen Weg kreuzt (und entsprechend das Tempo zu drosseln, ohne wutschnaubend die Zumutung zu beklagen, dass die neue persönliche Bestzeit gefährdet ist). Die Familie mit Kindern täte gut daran, Verständnis dafür aufzubringen, dass man nicht jede Straße in Deutschland verkehrsberuhigen kann, auch wenn sie am eigenen Heim und Garten vorbeiführt. Fußgänger könnten aufhören, in Leserbriefen der Lokalzeitung Radfahrer zur größten Bedrohung der Menschheit zu stilisieren. Radfahrer könnten – quid pro quo – aufhören, Hochrisiko-Slalom durch Fußgängerzonen zu fahren. Und so weiter und so fort.

Verständnis also. Was bei der Entwicklung desselben unfassbar gut helfen kann, ist: sich in die Lage des anderen zu versetzen. Gedanklich sowieso, aber gerne auch ganz praktisch. Ihr seid Autofahrer und regt euch über diese unmöglichen Rennradfahrer auf, die wieder mal den Radweg ignorieren? Leiht euch mal ein Rennrad und wechselt die Perspektive. Mit 8 bar Reifendruck auf einem durchschnittlichen deutschen Radweg unterwegs zu sein, ist ein einprägsames, bewusstseinserweiterndes Erlebnis. Das funktioniert aber natürlich auch umgekehrt. Verständnis ist wie gesagt keine Einbahnstraße.

Natürlich gibt es wenig Grund zur Hoffnung, und was ich hier schreibe, gleicht einer Utopie, in der folgendes Erlebnis nie stattgefunden hätte (hat es aber, habe ich genau so erlebt): Ich bin mit dem Auto auf dem Heimweg, kurz vor dem Ortsausgang (noch Tempo 50, danach Tempo 70) befindet sich eine Verkehrsinsel, auf die ich zufahre. Von links kommt eine Mutter mit ihrem Kind auf dem Fahrrad, sie überquert die eine Fahrbahn, sieht, dass sie es vor mir nicht mehr über die ganze Straße schafft, und bleibt auf der Verkehrsinsel zwischen den Fahrbahnen stehen. Das Bremsmanöver ihres Kindes ist einigermaßen gewagt. Ich halte an und winke den beiden, dass sie vor mir die Fahrbahn überqueren sollen. Ist sicherer als auf 70 zu beschleunigen und zu hoffen, dass die beiden wie in Stein gemeißelt da stehen bleiben. Die beiden bedanken sich und fahren weiter. Wer sich nicht bedankt, ist der Autofahrer hinter mir. Er hupt und gestikuliert wie nur ein Deutscher im Auto gestikuliert, man kennt das ja. Wir haben seine Fahrt um ca. 10 Sekunden verzögert! Unverzeihlich!

Ich gebe zu, mein Verständnis hielt sich in Grenzen.

10 Gedanken zu “Verständnis

  1. Ja, ein leidiges Thema, für alle Seiten. Ich darf einen Schweizer zitieren, der seit einigen Jahren in Deutschland lebt. Er sagt, er hat noch nie so aggresive Fahrradfahrer wie in Deutschland erlebt. Und als ob es zwingend belegt werden musste, passierte ihm und mir Folgendes: Im Englischen Garten gibt es viele Fußgängerwege und extra ausgewiesene Fahrradwege. Es ist fast schon normal, dass die Fußgängerwege von Radlern genutzt werden und umgekehrt (manchmal läst sich das nicht vermeiden, bevor man auf einen ausgewiesen Fußgängerweg kommt – da teilt man sich die Straße halt). Wir gingen nebeneinander auf einem relativ breiten Fußgängerweg und nutzen dabei etwa die Hälfte des zur Verfügung stehenden Platzes. Permanent schossen an uns die Radfahrer vorbei – das ging so lange gut, bis sowohl von hinten rechts einer ankam und von vorne – auf der Seite, wo wir gingen. Dreimal darfst Du raten: 1. der Radfahrer, der uns entgegenkam hat nicht gebremst (warum auch, wer bremst verliert) 2. Der Radfahrer der von hinten kam hat nicht gebremst (warum auch – er hat ja frei Bahn) 3. Der Radfahrer, der uns entgegenkam, hat die kleine Lücke zwischen uns genutzt, um ohne zu bremsen zwischen uns durchzufahren! Da der Platz eindeutig zu knapp war, und der schweizer Kollege die Böschung hätte runterspringen müssen, um nicht umgefahren zu werden musste er zwngsläufig stehen bleiben. Dabei hat er den Kollegen berührt, kam leicht ins Straucheln (wie gesagt, bremsen ist keine Option für Fahrradfahrer) und hat mich mit seinem Lenker am Arm erwischt (Ergebnis massive Prellung mit Bluterguss – by the way – Fahrerflucht und Körperverletzung). Ich rief ihm hinterher, ob ihm bewusst sei, dass das ein Fußgängerweg sei, was ihn natürlich nicht interessierte – er fuhr einfach weiter. Gleichzeitg kam schon der nächste Idiot mit einem E-Bike an und schrie uns an, wir sollten doch gefälligst Platz machen – WTF???

    Das Problem: die wissen gar nicht, dass sie auf dem Fußweg fahren! Das ist kein Ausnahmefall sondern die Regel im Englsichen Garten. Die Stadt tut leider nichts, diesen Rowdies mal sichtbar zu machen, dass sie nicht auf einem Radweg unterwegs sind. Es gibt genau ein Schild am Anfang und am Ende dieses Weges. Wer dazwischen auf den Weg wechselt glaubt, er hätte freie Fahrt.

    Ein weiteres Beispiel als Autofahrer: sehr komplizierte Kreuzung am Odeonsplatz – wirklich sehr gefährlich. Radfahrer biegen nach links und sofort wieder rechts ab – Autofahrer auch. Auf den ersten Blick korrekt. Aber: die Radfahrer müssten geradeaus auf dem Radweg weiterfahren – der da schwer erkennbar aber tatsächlich vorhanden ist – und nach dem Rechtsabbiegen leider nicht mehr. Was genau wird gemacht? Während man mit dem Auto ganz normal rechts abbiegt, wird man _grundsätzlich_ bei jeder kleinen sich ergebenden Lücke _rechts_ von Radfahrern überholt. Fährt man weit genug rechts, um das zu vermeiden – damit man diese potentiellen Selbstmörder nicht anfährt – wird man links bei durchgezogener Linie überholt – egal ob da Gegenverkehr ist oder nicht.

    Auch wenn tendenziell mehr Radfahrer ums Leben kommen (was mich nicht wundert), überleben die meisten, weil es auch umsichtige Autofahrer gibt. Rücksicht wäre für alle Verkehrsteilnehmer das Gebot. Aber glücklicherwiese bekommen wir jetzt die nächste Selbmörderfraktion mit Gleichgewichtsstörungen auf den E-Rollern dazu. Jetzt wird man als Fußgänger und Autofahrer noch mehr aufpassen müssen … und vielleicht auch als Radfahrer – mal sehen.

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  2. Ganz ketzerisch möchte ich mal die Frage in den Raum stellen, ob Sportgeräte (Rennräder, Inline-Skates, Skateboards, aber auch Hayabusas und 911 GT3) überhaupt was im öffentlichen Straßenverkehr verloren haben sollten.

    Mehr Rücksicht und Verständnis wären aber schon schön, keine Frage. Da kann ich als Berufskraftfahrer im Sattelzug auch ein Lied von singen.

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  3. Definiere Sportgerät … Jeder Rentner auf einem E-Bike kann heute doppelt so schnell unterwegs sein wie ein durchschnittlicher Radler früher. Mit meinem Gravel Bike fahre ich im Schnitt mit 25 Km/h zur Arbeit, punktuell natürlich deutlich schneller. Ist das schnell? Ist das ein Sportgerät? Und selbst wenn: Sollte ich es bleiben lassen, obwohl ich damit 50 Km pro Woche weniger Auto fahre, wenn ich nur an einem Tag das Auto durchs Rad ersetze?

    Ich sehe heute zwei wesentliche Konstruktionsfehler, die aus der Historie kommen: Die ersten Radwege wurden halt vor Jahrzehnten angelegt, als das Ganze eine Nische war und man Radler und Autos separieren wollte. Also verläuft heute der übliche Radweg neben einem Fußgängerweg oder die beiden teilen sich einen Weg. Das ist bei zunehmendem Tempo und Verkehrsdichte auf dem Radweg nicht gut und wurde ja auch schon von ersten Kommunen und Politikern erkannt: Der Radweg gehört auf die Straße und muss dort so sicher wie möglich gemacht werden, durch eindeutige Kennzeichnung oder Abgrenzung zum Beispiel. Der zweite Fehler: Fahrräder werden in aller Regel als Fahrzeuge zweiter Klasse im Vergleich zum Auto behandelt. Zwei Beispiele: 1) Ampeln für Fußgänger/Radfahrer haben oft deutlich kürzere Grünphasen als für Autofahrer in der gleichen Richtung. Radfahrer müssen als öfter und länger stehen, was sie nicht gerne machen, also fahren sie bei Rot, was wieder zum Vorwurf führt, sie würden sich nicht an die Regeln halten. 2) Radwege neben Bundesstraßen auf dem Land, davon gibt es bei uns erfreulich viele – aber die Straßen haben immer Vorfahrt gegenüber Querstraßen, die parallel laufenden Radwege müssen sehr oft dagegen Vorfahrt achten gegenüber Querstraßen.

    Ich vermute, da wird sich in den nächsten Jahren (Hintergrund: Ökologie, Klimawandel …) viel tun, was zurück zum eigentlichen Thema führt: Ohne mehr Verständnis auf allen Seiten wird das zu viel Stress, Prellungen und Schlimmerem führen …

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  4. Ja, lieber Herr Buggisch, das kenne ich. Mir kommt es so vor, als ob es auf den Straßen so ähnlich wie in Internetforen zugeht. Verständnis meist Fehlanzeige. Auf Radwegen, auf denen Eltern mit Kindern unterwegs sind, habe ich mir angewöhnt, den Eltern beruhigend zuzurufen: „Ich pass auf Ihre Kinder auf!“. Das kommt sehr gut an. Und dass ich dann anschließend wieder beschleunigen muss, ist auch ein guter Trainingseffekt. Als Rennradfahrer im Straßenverkehr auf Zeit zu fahren, das habe ich mal gemacht und als viel zu stressig empfunden und aufgegeben. Denn wenn ich mich aufrege, ist ja der Erholungseffekt weg. Da mein Rennrad keine Klingel hat, rufe ich, wenn ich auf mich aufmerksam machen will, einfach „Klingelingeling“! Die Reaktionen sind köstlich, zum Beispiel: „Der Eiermann kommt!“ Auf jeden Fall ist die Stimmung gut. Die größte Gefahrenquelle für Radfahrer sind von der Straße gut abgegrenzte Radwege, wenn die Autos rechts abbiegen. Deshalb achte ich da immer darauf, ob ein Auto kommt, das rechts abbiegen will, und vergewissere mich, dass ich gesehen werde. Wie Sie richtig schreiben, mal in die Lage des anderen versetzen, das wäre gut, ganz gleich wo!

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  5. Ich habe nun nicht die ganzen Kommentare gelesen, insofern ist mein Statement dazu womöglich redundant, kann aber aus langer und leidiger Erfahrung als Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger nur sagen: Keine Verkehrsteilnehmergruppe schert sich so wenig um die Stvo wie just die Radfahrer. Rote Ampeln? Bloß ein unverbindlicher Vorschlag, mal anzuhalten. Einbahnstraßen? Gibt es für Radler gar nicht. Fußgängerzonen und Bürgersteig? Sind sowieso Radlerbahnen. Was nun speziell die Rennradler angeht, stellen sie leider innerhalb der ohnehin wenig gesetzestreuen Radfahrer die kriminellste Klientel. Ich musste mich als Autofahrer schon mit pöbelnden Rennradlern anlegen, weil ich es gewagt habe, in einer 30er Zone tatsächlich „nur“ 35 zu fahren. Wurde aufs Übelste beschimpft, weil ich nachts einen – natürlich unbeleuchtet fahrenden – Radler, der in falscher Richtung auf dem Radweg unterwegs war, erst im letzten Moment gesehen habe. Überhaupt: Beleuchtung! Wenn in einer Radler-Stadt wie Heidelberg auch nur ein Drittel nachts mit funktionierendem Licht unterwegs wäre, hielte ich das bereits für eine Sensation. Auf dem Bürgersteig wurde ich als Fußgänger schon mehrmals von aus dem Nichts hervorschießenden Rennradlern in „Kampfmontur“ um Haaresbreite über den Haufen gefahren, und mein erschrockenes „Ey!“ wurde im Vorbeisausen dann noch mit einem „Pass halt auf du Arschloch“ quittiert – und weg war der Radler. Mal unterstellt, alle hielten sich zumindest an die Regeln (= utopische Vorstellung), wäre schon viel gewonnen, aber selbst dann: Die Verkehrswege und auch die Radwege sind keine Rennstrecken. So wenig wie die Autobahnen für Lambos, für 911er und Ferraris gebaut sind, so wenig sind Fahrradwege für Tempi um die 40/45 Sachen gemacht, sondern für das gemächliche Dahinrollen des „Durchschnittsradlers“, so wie die Autobahnen für eine Richtgeschwindigkeit von 130 vorgesehen sind. Wer als Radler sportlich unterwegs sein will, muss meines Erachtens, wo erlaubt, auf die Straße, wo es nicht erlaubt ist, muss auch der Sportlichste sich eben etwas zügeln und mit Tempo 20 fürlieb nehmen. Dann, so denke ich, gäbe es viel weniger Unfälle und viel weniger Ärger.

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    • Ich vermute stark, dass die Vollidioten unter den verschiedenen Verkehrsteilnehmern ungefähr gleich verteilt sind. Der Rest ist vermutlich selektive Wahrnehmung ;-)

      Dann gibt es da so Sachen wie die roten Ampeln. Aus Missachtung von Ampeln auf generelles Rowdytum zu schließen, finde ich zu streng. Als Fußgänger nehme ich mir auch gelegentlich die Freiheit heraus, eine Straße trotz roter Ampel zu überqueren – wenn weit und breit nichts kommt und man einsam und sinnlos an der Straße steht. Dann lieber das Modell New York: Rot heißt stehen bleiben, wenn ein Auto kommt, sonst nicht. Nicht vorbildlich, ich weiß. Dabei bitte auch bedenken, was weiter oben schon geschrieben wurde: Als Radfahrer kannst du dich zum Teil an Ampeln totwarten, während der Autoverkehr munter fließt. Die Ampelphasen für Radfahrer auf Radwegen sind – etwa auf dem Weg Nürnberg-Erlangen – teils zwei Drittel kürzer als die Ampelphasen für Autofahrer in die gleiche Richtung. Beim sinnlos rumstehen kommt man da als Radler auf New Yorker Gedanken …

      Nur deinen letzten Vorschlag finde ich schräg. Richtig wäre es doch so: Wenn mehr als Tempo 20 auf Radwegen zu gefährlich ist, muss der schnelle Radler halt die Straße nutzen, denn die ist, glaube ich, für die schnelleren Fahrzeuge vorgesehen. Ihn zwangs-auszubremsen wäre doch eine merkwürdige Maßnahme.

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