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Ach, und übrigens … (41): Penis-Politur und Engel-Essenz

Kein Donald Trump in der heutigen Linksammlung. Keine Republikaner oder Demokraten, keine AfD, überhaupt keine Parteipolitik. Wir atmen einfach mal tief durch und vergewissern uns mit Hilfe des großen Philosophen und Fußballlehrers Dragoslav Stepanović dieser unumstößlichen Tatsache: „Lebbe geht weider“ …

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Obwohl ich mich für Autos nur so mittel interessiere, schafft es Don Dahlmann immer wieder, mich mit seinen Beiträgen über Auto-Themen zu fesseln. Gerade schreibt er über die absurd niedrigen Verbrauchsangaben der Autohersteller, die kein normaler Mensch erreichen kann, und erklärt, wie die zu Stande kommen. Und eine einfache Lösung für realistischere Verbrauchsangaben hat er auch:

Das Problem mit realistischen Verbrauchsangaben ließe sich im übrigen sehr leicht lösen. Zur Vorstellung eines neuen Motors/Modells gibt der Hersteller einer seiner Meinung nach realistische Angabe zum Verbrauch. Innerhalb des ersten Jahres müssen die meisten Neuwagen zur Inspektion in eine Vertragswerkstatt. Die Motorelektronik speichert schon jetzt den Gesamtverbrauch. Man müsste einfach alle Verbräuche eines Modells erfassen und einen Mittelwert ausrechnen. Nach einem Jahr hat man dann eine verlässliche Angabe, Steuer und Flottenverbrauch werden, wenn der Verbrauch in einem Rahmen von sagen wir mal 15% die Erstangaben übersteigt, mit den neuen Angaben justiert. Aber das wäre vermutlich zu einfach.

Neulich hat er übrigens mal sehr lesenswert die fünf Level des autonomen Fahrens erklärt.

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Jürgen Vielmeier hat Bekanntschaft mit den Datenschutz-Gepflogenheiten der Otto Group gemacht und darüber ausführlich geschrieben. Seine abschließende Frage lautet:

Wäre es nicht langsam an der Zeit, den Umgang mit notwendigen persönlichen Daten modern und kundenfreundlich zu gestalten, also mehr zu tun als das Gesetz verlangt? Und zusätzlich das Gesetz zu reformieren?

Es wäre an der Zeit. Das ganze Thema Datenschutz im Zusammenhang mit Online ist eine einzige Katastrophe. Eine Mischung aus absurden Forderungen von Datenschützern, unverschämter Grauzonen-Austestung durch datengeile Unternehmen und völlig hilflosen Versuchen des Gesetzgebers, das in den Griff zu bekommen, wodurch er alles noch schlimmer macht. Datenschutz made in Germany: Das beste Symbol dafür sind nervige Warnungen auf jeder zweiten Webseite, dass irgendwelche Cookies irgendwas speichern und wenn man das nicht wolle, solle man sich schleichen, bitte, danke, wegklicken, weitermachen.

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Und während wir weiter tapfer versuchen, die große Politik zu ignorieren, rätselt Claudia über Berliner Straßenkunst, und ich glaube, wir sollten das viel öfter tun, über Kleinigkeiten, die uns begegnen, nachdenken und am besten etwas schreiben:

Eine nackte Frau, alles andere als „normschön“, lümmelt am Rande eines kleinen Fußwegs. Ihr gegenüber liegt ein ebenfalls nackter Mann, der allerdings vergleichsweise wenig heraus gearbeitet ist. Weitgehend in die Erde versunken scheint er zu schlafen. Wer auch immer das tut: sein Penis ist deutlich polierter als der Rest des Körpers. Es sieht aus wie die abgegriffenen Glücksbringer-Stellen an manchen Skulpturen in Kirchen und auf öffentlichen Plätzen, die ich irgendwo in Italien gesehen habe (Details leider vergessen!).

Die Frage muss doch eher lauten: Wer würde das nicht tun? Penis-Politur bringt Glück. Weiß doch jeder.

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Habt ihr zufällig noch 3.899,00 Euro irgendwo rumliegen und wisst nicht, was ihr damit anfangen sollt? Ihr könntet zum Beispiel diese formschöne Akasha-Säule zur Neutralisierung von Chemtrails kaufen. Oder natürlich Pantoufles Chemschirm, der ist nochmal ein paarhundert Euro billiger und schön bunt.

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Und da wir hier bekanntlich Deutschlands wichtigstes Fachblog für Geschwurbel, Firlefanz und Schabernack sind … Einen hab ich noch: Ist euch der Schutzengel abhanden gekommen? Braucht ihr Engels-Beistand? Sucht ihr die Nähe zu einem Erzengel? Euch kann geholfen werden, denn zum Glück gibt es einen Webshop mit Engeln in Flaschen. Kein Witz, keine Pointe, einfach nur der übliche Irrsinn.

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Werden wir wieder ernst. Seit Leonard Cohen gestorben ist, höre ich seine Songs rauf und runter, zu Hause, im Auto, überall, vor allem seinen Auftritt „Live in London“ von 2009. Zuvor hatte seine Managerin ihn um sein Vermögen betrogen, weshalb er nochmal, quasi als Altersvorsorge, auf Tour gehen musste. Es folgten sage und schreibe 500 Konzerte und unter anderem diese Aufnahme. Wir sollten der Managerin also dankbar sein. Was mir beim Hören besonders aufgefallen ist (abgesehen natürlich von den wahnsinnig tollen Songs): Wie bescheiden und freundlich er mit seinem Publikum umgeht. Er bedankt sich mehrfach bei „seinen Freunden“, dem Publikum, dass es gekommen ist und ihm seine Zeit schenkt und ihm zuhört, und man merkt, dass das nicht einfach ein Spruch ist, sondern von Herzen kommt. Was für eine Einstellung!

Tja, und dann sein letztes Album „You Want It Darker“, veröffentlicht und vorgestellt drei Wochen vor seinem Tod. Es ist finster, traurig und fesselnd. Nie gab es passendere und großartigere Musik für einen grauen, kalten, nassen Herbstabend. You want it darker? We kill the Flame.

Hier der Titelsong:

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Weitere Fundstücke und Kleinigkeiten hier im Blog.

Bildnachweis: Petra Bork / pixelio.de

5 Gedanken zu “Ach, und übrigens … (41): Penis-Politur und Engel-Essenz

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