Zitat am Freitag

Zitat am Freitag: Danke für die Kritik

Ich bin weiß Gott kein Freund der Springer-Medien, schon gar nicht wenn es um das Thema Leistungsschutzrecht geht. Aber in Sachen Interne Kommunikation gibt es heute mal einen Pluspunkt für Springer-Chef Mathias Döpfner …

Hier also mein Zitat der Woche:

Lassen Sie mich bitte zunächst sagen, wie sehr es mich beeindruckt, dass Sie Ihre Frustration und Kritik direkt an meine Adresse zum Ausdruck bringen. Das sind der Geist und Widerspruchsgeist, die wir bei Axel Springer pflegen wollen und die fest zu unserer Unternehmenskultur gehören. Es ist ungeheuer wichtig, dass auch kritische Stimmen Gehör finden und ernst genommen werden. Insofern bin ich Ihnen außerordentlich dankbar, auch wenn Sie eine andere Meinung vertreten als ich.

Sagt: Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer SE. Auslöser war eine E-Mail, die einer seiner Mitarbeiter an ihn geschrieben hatte und in der er ihn und sein Agieren pro Leistungsschutzrecht hart kritisiert hatte. „Ich schäme mich, letzten Endes indirekt für Sie zu arbeiten, und mit meiner Intelligenz in Ihre Tasche zu wirtschaften“, hatte er an Döpfner geschrieben – das ist schon harter Tobak.

Aber Döpfner hat mit seiner Antwort souverän reagiert und ist im Laufe des Mailverkehrs auch ausführlich auf die Argumente des Mitarbeiters eingegangen. Der Mailverkehr und die Argumente wurden später wohl auch im Springer-Intranet veröffentlicht. Damit signalisiert Döpfner seinen 13.000 Mitarbeitern: Mitdenken ist erwünscht, Kritik ist willkommen.

(PS: Warum Döpfners Argumente pro Leistungsschutzrecht in diesem Mailverkehr dennoch nicht stichhaltig sind, kann man hier nachlesen.)

Schönes Wochenende!

(Alle Freitags-Zitate zum Nachlesen)

2 Gedanken zu “Zitat am Freitag: Danke für die Kritik

  1. Fortschritt ergibt sich sehr oft aus Widerspruch. Deswegen ist eine offene Diskussion in jedem Unternehmen wichtig. Die Chefs beeinflussen die Kommunikationskultur enorm. Schriftlich formulierte Aussagen dazu bringen aber nichts. Eine offene Kommunikation muss gelebt werden. Im Unternehmensalltag ist das nicht immer einfach, gerade für das mittlere Management. Ich wünsche Ihnen und allen Chefs, dass sie eine offene Kommunikation schaffen können, weil diese ein wichtiger Motivationsfaktor ist.

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  2. Mich interessiert mal, wann der Mitarbeiter schließlich entlassen wurde. Chefs reden immer gerne von Kommunikation und Kritikfähigkeit, aber wehe ein MA nimmt die Worte tatsächlich ernst.

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