Pokemon Go und was manche einfach nicht verstehen wollen

Vor ziemlich genau 15 Jahren habe ich die Kehrtwende vollzogen vom Print-Menschen zum Onliner. Und seitdem so manchen Trend, manche Eintagsfliege, manche Innovation und manche Disruption erlebt. Was immer gleich bleibt: das Kopfschütteln der Gestrigen …

Jetzt schütteln sie den Kopf über Pokemon Go, ein Smartphone-Spiel, bei dem man virtuelle Monster einsammelt. Sie verstehen nicht, was das soll. Wie man seine Zeit damit verschwenden kann. Wie man so leichtsinnig mit seinen Daten umgehen kann. Wie man durch die Gegend laufen kann, ohne den Blick vom Smartphone zu nehmen. Wie man so unvorsichtig sein kann. Und so weiter. Immer dieselbe Leier.

Genauso gut könnte man fasziniert sein. Wie unglaublich schnell sich dieses Spiel verbreitet hat. Wie begeistert viele Spieler sind von der eigentlich simplen Spiel-Mechanik. Dass hier zum ersten Mal eine Augmented Reality App den Durchbruch in den Massenmarkt geschafft hat.

Die Jugend von heute

Es geht mir aber gar nicht um Faszination, mich persönlich fasziniert das Spiel auch nicht. Es geht mir um etwas anderes, nämlich folgende simple Erkenntnis:

Nur weil ihr etwas langweilig, überflüssig und nutzlos findet, heißt das noch lange nicht, dass es langweilig, überflüssig und nutzlos ist. Kommt mal runter von eurem hohen Ross und hört auf alles für sinnlose Zeitverschwendung zu halten, was „die Jugend von heute“ begeistert!

Denn es handelt sich natürlich in der Regel um ein Generationen-Problem. Douglas Adams, der Autor von Per Anhalter durch die Galaxis, hat es so schön auf den Punkt gebracht:

Alles, was vor unserer Geburt an Technik da ist, wird als gegeben hingenommen. Alles, was zwischen unserem 15. und 35. Lebensjahr auftaucht, ist ungemein spannend. Alles, was danach auftaucht, ist des Teufels.

Generationenkonflikt um Snapchat

Es ist schlicht eine Frage der Perspektive und der geistigen Flexibilität. Den Dauer-Kopfschüttlern fehlt in der Regel die Fähigkeit, Dinge, die sie komisch finden, einfach mal hinzunehmen. Das war schon bei Twitter so. „Irrelevant“ sei das, was die meisten in 140 Zeichen so von sich geben, hieß es schon vor zehn Jahren. Dabei liegt Relevanz immer im Auge des Betrachters, sprich des individuellen Nutzers, der sich seine Timeline selbst zurecht konfiguriert.

Jüngstes Beispiel für den Generationenkonflikt (vor Pokemon Go): Snapchat. Sehr viele Menschen, die ich kenne und denen ich Snapchat zeige, schütteln den Kopf und halten die App mir ihrer echtzeitigen, sekundengetakteten Kommunikation für albernen Unfug. Kann man machen. Aber besser wäre es, sich zu wundern, auf eine Wertung zu verzichten und einfach zur Kenntnis zu nehmen, dass viele junge Menschen die App großartig finden.

Akzeptiert es!

Und so lautet mein einfacher Wunsch wie folgt:

Wenn ihr etwas komisch findet, nicht versteht und selbst eher nicht nutzen würdet – akzeptiert es trotzdem. Denn ihr seid nicht repräsentativ. 

Aber natürlich ist das Wunschdenken. Es war schon immer so. Unsere Urgroßeltern fanden es albern, nutzlos und gefährlich statt mit Pferden mit einem Verbrennungsmotor durch die Gegend zu fahren. Unsere Großeltern fanden amerikanische Serien im Vergleich zu deutscher Fernseh-Kost schrecklich („Geh, mach doch das Zeug aus!“, hat meine Oma immer gesagt). Und unsere Eltern verstehen nicht, dass Erholung nicht unbedingt heißt, endlich mal offline zu sein.

Und so werden sie auch in den nächsten 15 Jahren über digitale Veränderungen den Kopf schütteln, die Gestrigen, dann seit 30 Jahren, während sich um sie herum die Welt komplett verändert hat. Ganz ohne auf ihre Bedenken Rücksicht zu nehmen.

97 Gedanken zu “Pokemon Go und was manche einfach nicht verstehen wollen

  1. Meinetwegen gehöre ich zu den Ewiggestrigen. Ich fühle mich weder genötigt etwas zu verwenden, um die Zeit totzuschlagen, noch schlecht dabei, dass ich keine „Faszination“ dafür entwickeln kann. Und „akzeptieren“ – was genau heißt das eigentlich im Kontext einer App? Muss ich akzeptieren, dass jemand, während ich mich mit ihm unterhalte, plötzlich meint, „Monster jagen“ zu müssen? Nein, muss ich nicht. Es war schon immer unhöflich, egal was auch immer nebenbei zu machen, während man sich mit jemanden unterhält.
    Zum Glück gibt es genügend Blogger und Journalisten oder solche, die sich dafür halten, die darüber berichten und damit dazu beitragen, dass es in die Breite getragen wird – ganz im Sinne der Werbewirtschaft. Auch das ist nichts Neues.
    Es gab Tamagochis, Moorhühner, Farmville etc. pp. – Eintagsfliegen, die von selbst wieder verschwinden, weil Banalität eben auf Dauer keinen Bestand hat.
    Kennst Du noch diese App, wo man mittels Geokoordinaten zeigen konnte, wo man war, und wo die Geschäfte den Anwendern besondere Angebote machten, damit sie in den Laden kommen? Ich hab den Namen schon vergessen, aber darüber redet heute eben keiner mehr (FourSquare?). Besagte Pokemon App funktioniert nach dem selben Prinzip. Weniger ernsthaft, mehr spielerisch – aber das Geschäftsmodell ist ja dasselbe.
    Wenn aber einmal tatsächlich etwas _Neues_ käme und nicht immer nach dem selben Muster gestrickt wäre, ja dann ließe ich mich vielleicht wirklich faszinieren. Aber Pokemon Go erzeugt bei mir, um ein Filmzitat zu bemühen, „noch nicht mal ein Jucken in der Hose“.
    Und während in Frankreich und anderswo Menschen vom IS massakriert werden, Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken, durch Europa ein Rechtsruck geht, die Briten versehentlich aus der Europäischen Gemeinschaft austreten, Populismus allerorten angesagt ist, in der Türkei das Militär putscht und wo jetzt in großem Stil „gesäubert“ wird, durch eine erstarkten Präsidenten, der alles und jeden mundtot macht, dessen Meinung ihm nicht passt, da lenken wir uns mit albernen Spielchen ab und frönen unserer Eitelkeit in den „sozialen“ Netzen. Ja ne ist klar, mit dem ganzen Scheiß, der heute um uns herum passiert, haben wir nichts zu tun, können wir eh nicht ändern.

    Gefällt 5 Personen

    • Ich ahnte, dass wir uns diesmal nicht einig sind, wenngleich ich nicht glaube, dass du ein „Gestriger“ bist – jedenfalls hab ich beim Schreiben nicht an dich gedacht ;)

      Also, zu deinen Punkten:

      Ich will gar nicht, dass du fasziniert bist.

      Das Spiel hat sich durchgesetzt, weil es die Spieler begeistert, nicht weil es von Medien gepusht wurde. Ein langweiliges Spiel setzt sich nicht durch, egal wie viel Wind darum gemacht wird.

      Eintagsfliege – kann sein. Glaube ich auch. Na und? Muss es für die Ewigkeit sein, um momentan gut zu sein?

      Ja, Foursquare habe ich auch lange genutzt. Hat sich nicht durchgesetzt.

      Und der weltpolitische Kontext mit Mord und Krisen ist ein Totschlagargument gegen die Beschäftigung mit fast allem einschließlich Kunst, Sport und so weiter.

      Und mit akzeptieren meine ich, dass man nicht jeden für einen Idioten hält, der sich mit Spielen beschäftigt, die man idiotisch findet.

      Gefällt 1 Person

      • Auf diese Art „akzeptieren“ kann ich das. Ich habe selbst FarmVille gespielt bis zum Exzess, und versucht, es „professionell“ unter Optimierungsgesichtspunkten zu sehen. Aber es hat sich schnell erschöpft, und man merkt, dass es einfach zu banal ist, um dauerhaft zu fesseln. Aber wer das Spiel kritisiert, wird mit derselben Kritik, die man ihm vorhält, kritisiert. Warum kann man nicht jemanden seine Meinung lassen, wenn er es nicht gut findet? Warum muss man kritisieren, dass jemand etwas kritisiert? Weißt Du was ich meine?

        Totschlagargument: ja, Du hast Recht. Ich gebe zu, ich bin zurzeit ob der aktuellen Entwicklungen etwas frustriert. Ich würde mir wünschen, dass die Menschen politischer werden, aber nicht nach rechts abdriften. Im Moment sieht es aber so aus, als wenn Polarisierung und Opportunismus Hochkonjunktur hätten. Aber ich lüge nicht, wenn ich behaupte, dass ich als jüngerer Mensch idealistischer war und politischer als ich das heute von der Generation y und was weiß ich wahrnehme. Mag sein, dass das eine subjektive falsche Einschätzung ist. Und: ich habe auch keine Lösung. :-(

        Gefällt 3 Personen

    • So viel Einsatz Raul um gegen was zu argumentieren? Wo doch ich Text steht dass man das nicht braucht ;)
      Aber im Ernst, was heisst „sich durchgesetzt“? Foursquare ist immer noch aktiv, bei vielen genutzt zB. über instagram.
      Ich verlange auch nicht, genau so wie Christian (genialer Text übrigens, danke), dass du auf der Straße mit der App Flüchtlinge kennen lernst weil ihr ins Gespräch kommt und er sich angekommen fühlt hier, anstatt immer nur abschätzig angesehen zu werden und dadurch agressiv zu werden und ungewollt zu fühlen. Nur dass es die Möglichkeit gibt, dass es mehr gute Seiten als andere haben könnte.
      Farmville und Candy Crush würde ich zB. nie spielen, aber in Pokèmon Go ist ein Spass. Ob er bleibt? Was weiss ich! Aber er ist jetzt grad da. Ah ja übrigens: Auch als Kind haben wir gern in den Gameboy geschaut oder mit Holzspielzeug (je nachdem;) und haben nicht immer hoch geschaut beim reden. Unhöflich? Vielleicht aber auch nur Multitaskingskills ;))

      Gefällt mir

    • Ich finde es absolut valide sich darüber zu beschweren, dass deine Bekannten während eines Gespräches lieber Pokemon jagen. Finde ich auch unhöflich! Aber warum man so aufgebracht das baldige Ende von Pokemon Go diskutieren muss verstehe ich nicht. Ebenso wie diese App ein „bekanntes Muster“ aufgreift finde ich in diesem Kommentar das bekannte Muster immer dann, wenn eine neue Freizeitbeschäftigung auftaucht diese mit politischem Desinteresse gleichzusetzen. Dann müsste man ebenso alle Leute die in ihrer Freizeit Fußball spielen, Motorradtouren unternehmen und Briefmarken sammeln in diese Kiste stecken. Hier sollte man dann vielleicht doch einfach mal die Auswirkungen von den Ursachen trennen. Ich bin mir sicher dass Sie nicht behaupten wollen „die Jugendlichen“ interessieren sich nicht für diese Themen weil sie Pokemon Go spielen?! Daher verstehe ich diese Hetze gegen diesen einen Vertreter der aus dem Desinteresse resultierenden Auswirkungen. Ich behaupte jetzt einfach mal dreist, dass es sehr wohl möglich ist sich für diese Themen zu interessieren und seine Freizeit mit Fußball, Pokemon, Bier, Musik oder Kunst zu verbringen. Toleranz bedeutet nicht, dass du alles gut finden musst mit was sich andere gerne beschäftigen. Es bedeutet, dass du es akzeptierst auch wenn du es nicht verstehst oder anderer Meinung bist.

      Gefällt mir

      • Christian hatte auf meine Kommentar bereits geantwortet und daraufhin habe ich es bereits relativiert. Insbesondere das Totschlagargument ;-)
        Ich habe aber doch nicht „aufgebracht “ das Ende einer App diskutiert und dagegen gehetzt. Ich bitte darum, die Kirche im Dorf zu lassen. So wichtig ist das hier alles gar nicht. Wie jeder Hype, wird sich auch dieser wieder legen.
        Deshalb einfach mal wieder runter kommen und auch mal die Kritik an der kritisierenden Kritik wirken lassen.
        Im Übrigen verstehe ich die Themen sehr gut und ich bin näher an der Technologie und den aktuellen Trends dran, als es den Anschein haben mag. Und genau deshalb werde ich immer gerne meinen Senf dazugeben ;-)

        Gefällt mir

    • Während jemand Alles Übel der Welt gegen ein lustiges Spiel aufrechnet zocke ich noch ne Runde Canaster mit meinen Alten, das können die nämlich und wir unterhalten uns dabei prächtig. Also allgemein frage ich mich vor wem sich dieser Blogeintrag rechtfertigt aber der erste Kommentar zeigt gleich, dass es wohl doch Leute gibt die sich da ernsthaft drüber aufregen. Das eigentliche Problem das ich bei allem sehe ist die permanente erreichbarkeit. Tatsächlich ist offline gehen doch ganz was anderes und pokemon läuft permanent genau wie twittre oder schnapschatz. Die Zerstreuung in die immer auch marketing und kapitalisierungsmechanismen eingebaut sind wird universell, das potential dringt in alle Bereiche darum lebt es davon nicht an feste Zeiten gebunden zu sein.

      Gefällt mir

      • Komischerweise werde dauernd ich gefragt, ob ich das Spiel kenne und wie toll das Spiel wäre. Ich renne aber im Gegenzug nicht rum und erzähle den Leuten dauernd, dass sie es bitte bleiben lassen sollen.
        Das erinnert doch sehr an Star Trek The Next Generation, als die gesamte Besatzung ein Spiel spielte, das das Lust- und Belohnungszentrum des Gehirns adressierte: https://en.m.wikipedia.org/wiki/The_Game_(Star_Trek:_The_Next_Generation). Vielleicht könnte man hier auch Gerhard Schöne zitieren: „Als mein gelber Wellensittich aus dem Fenster flog, hackte eine Schar von Spatzen auf ihn ein. Denn er sang wohl etwas anders und war nicht so grau wie sie, doch das passt in Spatzenhirne nicht hinein“. ;-)

        Gefällt mir

  2. Lieber Herr Buggisch, da provozieren Sie einfach Widerspruch! Ob ich als „Gestriger“ gelte oder nicht, das ist mir ziemlich schnuppe. Für mich ist dieses Spiel – wie viele andere auch – einfach Quatsch. Wer Zeit dafür hat, kann es ja spielen und sich in der schönen Natur oder im Verkehrsgewühl selbst zum Affen machen. Faszinierend ist für mich dabei nur, wie leicht man mit so etwas so schnell viele Menschen begeistern kann. Vielleicht brauchen die einfach Ablenkung von dem, was sie sonst machen (müssen). Und vielleicht brauchen die Spieler auch die Erfolgserlebnisse beim Monsterfangen. Ich finde das Spiel albern, aber nicht unbedingt diejenigen, die damit ihre Zeit verbringen. Auch ich albere manchmal herum. Ohne Ihren Blogbeitrag hätte ich zu Pokémon Go kein Wort verloren. Wenn Sie das mit „akzeptieren“ meinen, soll es mir recht sein. Schöne Grüße – Siegbert Rudolph

    Gefällt 1 Person

    • Lieber Herr Rudolph, dann muss ich mal nachfragen: Was unterscheidet ein Quatsch-Spiel von einem Nicht-Quatsch-Spiel? Es scheint vielen Spaß zu machen, damit erfüllt es ja schon mal ein ganz ordentliches Spiel-Kriterium. Ja, und mit „akzeptieren“ meine ich genau das: „Ich finde das Spiel albern, aber nicht unbedingt diejenigen, die damit ihre Zeit verbringen.“ Mehr wünsche ich mir gar nicht. Zahlreiche Kritiker halten das Spiel und die Spieler für gleichermaßen indiskutabel und das geht mir ein wenig auf die Nerven …

      Gefällt mir

      • Lieber Herr Buggisch, Ihre Frage kann ich leicht beantworten. Es gibt Spiele, bei denen man etwas lernen oder trainieren kann. Bei Pokémon Go sehe ich das nicht. Da macht man einfach „Quatsch“, was bei Spielen natürlich auch erlaubt ist. Und Quatsch kann jeder machen, wann und wo er will, so lange er nicht andere damit belästigt. Nochmals schöne Grüße – Siegbert Rudolph

        Gefällt 1 Person

      • Lieber Herr Rudolph, Lernen kann man mit Pokemon Go glaube ich wenig, aber viele (Eltern) finden das Spiel nicht schlecht, weil die Kinder damit an die Luft kommen. Spiele auf dem PC, auf der Konsole und den Smartphones gibt es ja schon sehr lange und sie haben die Kinder eher zu Stubenhockern gemacht. Da ist das ein Fortschritt. Und was das Belästigen angeht, bin ich eigentlich Ihrer Meinung und bin mir sicher, dass die meisten Pokemon Go Spieler niemanden belästigen. Allerdings gibt es Spiele, die sehr viel größere Belästigungen mit sich bringen und gesellschaftlich dennoch akzeptiert sind. Fußball zum Beispiel. Wer nach einem Spiel mal in eine Gruppe alkoholisierter und schlecht gelaunter Fans geraten ist, weiß was ich meine …

        Gefällt 1 Person

      • Lieber Herr Rudolph, doch, man kann einiges lernen. Viele dieser „Pokestops“ sind an interessanten Punkten. Ich habe das Spiel 4h probiert und allein in den ersten 10 Minuten in meiner Heimatstadt 7 Stellen gefunden die ich im Alltag – ganz ohne Smartphone in der Hand – noch nie wahrgenommen habe.

        Aber es hängt eben wirklich vom Nutzer ab …!

        Gefällt mir

  3. Und da haben wir es wieder, das altbekannte Dilemma.
    Menschen meinen über Dinge, die sie nicht begeistern, nicht mal interessieren, abwertend urteilen zu müssen, über Produkte, die nicht für sie gemacht wurden, den Stab zu brechen. Vielleicht weil sie sich plötzlich an den Rand gedrängt fühlen?
    Ich gebe Ihnen zu 100% Recht.
    Ich verstehe nicht, wozu PokemonGo gut sein soll, es interessiert mich nicht. Ich spiele es nicht. Dieser Hype wird an mir vorüber gehen.
    Aber wer bin ich, wie vermessen muss ich sein, nur weil es mich nicht kickt, andere, abzuqualifizieren, die das cool finden?

    Inliner wurden nicht für mich gemacht, Stand-Up-Paddle-Boards nicht, blinkende Schuhe nicht und Shishas auch nicht.
    Aber nichts davon ist dumm oder albern. Dumm und albern ist nur die vermeintliche Erhabenheit derer, die in ihren Elfenbeintürmen sitzen und auf andere herniederschauen. Sie lassen es an Gelassenheit und Toleranz mangeln, ihre Mitmenschen das tun zu lassen, was sie tun wollen und nicht, was sie tun sollten. Und sie sind beleidigt, dass nicht sie die Fixsterne sind, die den Wegg vorgeben…

    Gefällt 3 Personen

  4. Es gibt Leute, die halten das Spiel für Kokolores. Dein Argument ist: Wenn viele es spielen, ist es für viele gut.

    Prima.
    Wozu braucht es die Aufregung und die Provokation der Anderen als gestrig?

    Gefällt mir

  5. Ich finde den medialen Hype und deren Ursprünge fast noch interessanter als das Spiel an sich. Die Faszination des „Neuen“ in Form der ersten spielerischen Anwendung von Augmented Reality scheint aber auch jenseits des medieninduzierten Hype auf einen fruchtbaren Boden zu fallen. Ob Pokemon Go bleibt oder geht: Ich bin bei Dir. Solche Phänomene muss man sehr ernst nehmen, wenn man sich ernsthaft im modernen Marketing zuhause wähnt. Und man sollte seine Energie vielmehr darauf verwenden diese Phänomene zu analysieren, als sie ignorant zu verteufeln…

    Gefällt 2 Personen

    • Naja, die erste derartige Anwendung von Augmented Reality ist es nicht. Niantic greift hier ja auf die Daten seines Spieles Ingress zu, bei dem man genau so rausgehen musste und Portale (in Pokémon sind die selben Stellen meist Pokéstops) für sein Team einnehmen.

      Gefällt mir

  6. Es sei dir vergönnt, nachdem Regeln eines internationalen Konzerns für Geld deine Zeit totschlagen zu dürfen. Tolle Wurst. Jeder, wie er halt kann.

    Gefällt mir

  7. Lieber Herr Buggisch, meine Beschäftigung mit dem Thema nimmt hiermit ein Ende. Ich habe von Ihnen gelernt, dass Pokémon Go die jungen Leute an die frische Luft bringt. Und frische Luft ist immer gut! In Facebook habe ich gerade dazu eine Bilderserie gesehen. Danach macht Pokémon Go schlank. Ich, als womöglich Gestriger, steige dazu weiter lieber auf das Fahrrad. Beste Grüße – Siegbert Rudolph

    Gefällt mir

  8. Mein Argument ist: Wenn ich etwas blöd finde, muss ich nicht unbedingt die Leute, die es gut finden, blöd finden. Ich kann mich über etwas Neues wundern, ohne mich über die zu wundern, die es nutzen. Scheint vielen nicht leicht zu fallen

    Ja kuck, so kurz auf den Punkt wäre es gegangen. Darum nochmal meine Frage …

    Wozu braucht es die Aufregung und die Provokation der Anderen als gestrig?

    Es kann doch nicht wirklich Dein Ernst sein, dass Du die Ablehnung des Spiels zB an einer Altersklasse festmachen willst, wo doch dieses Spiel umgekehrt auch alle Altersklassen anzusprechen scheint?

    Gefällt 2 Personen

    • Nein, alle Alterklassen eher nicht. Es ist wie bei Snapchat eine Sache für Jüngere, so wie Facebook am Anfang von den Jüngeren entdeckt wurden, die Eltern kamen dann mit ein, zwei Jahren Verspätung auf die Plattform. Das Mediennutzungsverhalten der Jüngeren ist definitiv anders als das der Älteren, auch wenn ich solche groben Vereinfachungen im Prinzip schwierig finde.

      Und zum wiederholten Mal: Es geht mir nicht um die Ablehnung des Spiels, es geht generell um die Haltung gegenüber (digitalem) Neuen.

      Gefällt 1 Person

      • Hallo mein Name ist Tom und ich habe ein Problem: Ich scheine einfach im Kopf nicht alt werden zu wollen.
        Seit Jahren belächeln mich viele Bekannte weil ich so viel auf der oder dann auf der nächsten neuen Plattform bin. Um dann 1-2 Jahre später sich doch auch anzumelden (aber ohne die Haltung wirklich geändert zu habe), Gruppenzwang gesellschaftliche Veränderung sei dank. Genau diese oberflächliche Ablehnung ohne eigene Meinung weil nie selbst angesehen, ist das Problem das ich unter gestrigen verstehe.

        Gefällt 1 Person

  9. Und wiedereinmal ein Werkzeug das zur Kinder und Jugendverblödung beiträgt. Anstatt reale Herausforderungen anzunehmen, sei es körperlich oder geistig wird unser Nachwuchs (unsere Zukunft) auf die virtuelle Jagd geschickt. Der Mensch als Ganzes verkümmert und verlernt seine Sinne zu nutzen und in der echten Welt zu bestehen. Ein Hoch auf die Therapeuten, Psychologen, Psychiater usw. sie werden auch in Zukunft gut beschäftigt!

    Gefällt mir

    • Und was machen Sie so in Ihrer Freizeit? Schön Rosamunde Pilcher vor der Glotze schauen und dabei ihr neues Start-Up gründen?
      Dann schauen Sie mal ganz genau hin was Sie so am Tag treiben. Vielleicht sind Sie ja ein Workaholic, vielleicht treibt es Sie wirklich jede Stunde Ihres Tages um der Umwelt zu helfen, für einen Marathon zu trainieren oder eine geniale neue Erfindung zu entwickeln. Wenn ja Glückwunsch! Dann lassen Sie uns Normalsterblichen aber bitte unseren Spaß, Danke!

      Genug des Sarkasmus:
      Ich finde eine Generation „PokémonGO“ zumindest angenehmer als eine Generation „RTL“. Wollen Sie mir sagen, dass die Leute wieder zu Hause stricken sollen? Oder der männliche Part besser in einer Bar versauert? Oder doch lieber der letzte Trend zum Fernseher?
      Außerdem ein „Werkzeug“ wird von jemandem benutzt, sonst ist es kein Werkzeug. Also wer hat Ihrer Meinung nach den Masterplan zur „Jugendverblödung“?
      Seien wir ehrlich. Laut Umfragen sind die meisten PokémonGO Spieler zwischen 22 und 26 (ohne Garantie, das ist nur die Umfrage die ich gesehen habe). Das sind Menschen die mit ihrer Ausbildung fertig sind oder grade mit ihrem Studium fertig werden! Wenn nicht, dann hilft ihnen Pokémon nicht, aber KEIN Pokémon macht aus einem Arbeitslosen (oder einfach Ziellosen) Menschen auch kein „funktionierendes Wesen in der Gesellschaft“ (wie Sie es offenbar haben wollen).

      Ich hoffe einfach, dass Sie keine Kinder haben die jung genug sind um wegen Dingen die Sie nicht verstehen zum Psychologen geschickt werden, obwohl sie komplett normal sind. Die steigende Medikation von Kindern macht mir nämlich mehr Sorgen als ein Spiel was zur aktiven Kommunikation mit anderen Menschen, Sport und (für jüngere) methodischem Denken anregt.

      Es tut mir fast leid für Sie, da ich für diesen Kommentar aus einer ganzen Menge an Kommentaren aussuchen konnte auf die ich hätte antworten können. Da hab ich mir doch lieber den ignorantesten geschnappt.
      Einen schönen Tag wünsche ich.

      Gefällt 4 Personen

      • Hahaha Bam! Word.
        Körperlich und Geistig: Meine Meinung zu dem Defizit: Erziehung tut not. Spiele oder sonstwas können nur „Schäden“ anrichten, wo schon Sollbruchstellen entstanden sind.

        Gefällt mir

    • Sehe ich hier Herrn Spitzers (ein für alle Mal gültige, unverrückbare – populistische – „Weisheiten“ und „Wahrheiten“) zwischen den Zeilen hervor blitzeln? :-)

      Pokemon Go? Finde ich total langweilig, jüngstes Tochterkind übrigens auch. Damit impliziere ich aber keinesfalls eine Mithafting des spielenden Volkes, die sind nicht blöd, weil sie ein bestimmtes Spiel spielen, werden dadurch auch kein bisschen „blöder“ [1]. Tochterkind (im Gymnasium eine herausragend gute Schülerin mit jeder Menge Offline-Interessen) spielt weiterhin (viel zu) intensiv Minecraft online, unterhält sich auf Englisch mit Schotten übers Angeln, mit Südamerikanern über deren Probleme usw. Eine Ausnahme? Nein. Keinesfalls, wenn ich ihr privates Umfeld näher betrachte.

      Die generelle Ablehnung von Neuem entspringt meiner Meinung nach einer selektiven Wahrnehmung, da sind Filter in Beton gemeißelt. Wenig hilfreich um die Welt, wie sie nun ein´mal ist und wie sie sich entwickelt, zu begreifen.

      Um selbst ein abgestimmtes, möglichst faktenbasiertes Bild zu generieren, muss man sich selbst ein Bild verschaffen. Das ist durchaus Arbeit, setzt ein grundlegendes Verständnis „neuer“ Kulturtechniken voraus. Diese zu leistende Arbeit wird durch ein generelles Problem erschwert: Nicht nur Im Bildungsbereich, in dem ich arbeite, jubeln einige Opinion-Leader, Marketing- und Vertriebsprofis, „Consultants“ – stets auf der Suche nach neuen Geschäftsmodellen) sowie sogenannte Leitmedien gewisse Dinge hoch und verklären diese gern.
      Einen schönen, nicht zu heißen Tag allen.
      Marc Schnau
      (heute Abend wieder unterwegs, Skyrim befrieden 8-) )

      [1] Was für ein „tolles“ Etikett, das spricht doch schon gleich von wahrer Menschenzugewandheit

      Gefällt 2 Personen

    • Eine zusätzliche Motivation draußen zu sein ist durchaus etwas wert. Und nebenbei lernt man tatsächlich so einiges, gerade „versteckte“ Kunstobjekte sind so toll zu entdecken.
      Und wenn sich am A***** der Welt wildfremde Leute treffen und miteinander reden ist das etwas, was es hier zuletzt vor rund 30 Jahren gab.

      Wie bei jeder Technologie ist die Frage, was draus gemacht wird. Es gibt genauso gut negative wie positive Aspekte, und nichts davon passiert automatisch.

      Gefällt 1 Person

  10. Es ist ganz einfach: Mit dem Blick auf das Handy durch die Gegend laufen ist, genauso wie mit dem Blick auf das Handy Gespräche führen, Menschen besuchen, Auto- oder Radfahren, in allererster Linie unhöflich und respektlos, völlig unbabhängig davon, ob da jetzt ein Spiel gespielt wird, oder sonst etwas. Es ist bedauerlich, dass das zum gesellschaftlichen Standard wird.

    Gefällt mir

    • Ich stimme Ihnen grundsätzlich zu.
      Nur das „durch die Gegend laufen“ kann Ihnen doch egal sein? Oder erwarten Sie von jedem den Sie sehen einen persönlichen Gruß?

      Von Auto- und Radfahren (was total bescheuert und gefährlich für alle Beteiligten und Nicht-Beteiligten ist) und dem herumlaufen finde ich es auch sehr unhöflich, wenn man sich mit dem Handy in der Hand unterhält. Ich kann nur nichts schlimmes daran finden wenn jemand an mir auf der Straße vorbeigeht und nunmal ein Handy in der Hand hält. Vielleicht haben Sie das aber auch nicht so gemeint und ich habe Sie falsch verstanden.

      Gefällt 1 Person

  11. Diesmal etwas übers Ziel hinausgeschossen werter Bloggerkollege. Zum ersten die Frage: gibt es sowas wie einen Generationskonflikt überhaupt noch? Meine Großeltern mögen überrumpelt worden sein, als nach 20 Jahren Rundfunk plötzlich Fernsehgeräte in die Wohnzimmer Einzug hielten. Die Halbwertszeit technischer Dinge hat sich seitdem stark verkürzt. Allein im Bereich Audio habe ich die Schallplatte, die Kompakt-Kassette, die Audio-CD, MP3 und Streaming er-bzw.überlebt. Was noch kommt? Weiß der Himmel. Man ist heute gezwungen sich mit der Technik zu befassen, wenn man Sie begreifen und benutzen will. Auch bei Software und EDV- Hardware muss man am Ball bleiben. Dazu gehören auch Spiele. Bei toll gemachten Spielen kann ich mich begeistern – bei schlechten bin ich schnell fertig damit. Pokémon Go reißt mich nicht vom Hocker- wenn ich auch grundsätzlich die Idee hinter dem Spiel interessant finde: die Kackblagen spielerisch dazu bringen die BicMäcs wieder abzutrainieren. Grafisch ist das Game langweilig – und was passiert, wenn man zu sehr in die Spielwelt eintaucht, der sollte mal dieses Video anschauen: http://www.youtube.com/watch?v=9hkW_QzQOtI&sns=em . Ach ja, ich gehe straff auf die 60 zu..

    Gefällt 3 Personen

    • Auch wenn der Artikel doch sehr provozierend formuliert ist, muss ich doch darauf hinweisen, dass so etwas wie ein Generationskonflikt durchaus immer noch da ist (und wahrscheinlich auch immer ein Thema sein wird). Nur weil immer schneller neue Technik vorhanden ist heißt das nämlich nicht, dass sich ältere Menschen auch besser darauf einstellen! Sie wirken natürlich als Paradebeispiel Ihrer Generation, das ist auch wirklich schön und ich würde hoffen, dass Sie nicht in der absoulten Minderheit wären, sind Sie aber nach meiner Erfahrung eben schon.

      Wenn man sich wirklich an immer neue Technik gewöhnen kann, dann wird es in 100 Jahren sicher eine Freizeitbeschäftigung von Jugendlichen geben, die den dann „gestrigen“ fremd vorkommt (vielleicht grade weil sie nicht technisch ist und dann eine „Technikgeneration“ nicht damit klarkommt?) Und es wird auch immer Leute wie Sie geben, die (Hut ab!) sich auch darauf einstellen. Nur eben nicht besonders viele.

      Gefällt 2 Personen

    • Ja, den Konflikt gibt es, siehe die Kommentare hier und überall im Web. Lustig dass das ausgerechnet an so einer kleinen harmlosen App so sichtbar wird. Es ist ein Konflikt zwischen denen die (digitalem) Neuen gegenüber tendenziell aufgeschlossen sind und denen, die es nicht sind. Und natürlich gibt es keine echte Altersgrenze im Konflikt, aber tendenziell welche, die argumentieren „Früher gab’s das ja auch nicht und die Welt war schön, wozu braucht’s das also“, und welche, die sagen „Aha, was Neues, interessant, schaun mer mal“.

      Ich merke schon, dass sich manche Ältere, die die App blöd finden, durch meinen Beitrag angegriffen fühlen, aber so war er nicht gedacht. Man kann die App finden wie man will, man sollte nur versuchen undogmatisch und offen für Neues zu bleiben. Und das scheint bei dir ja der Fall zu sein ;)

      Gefällt 1 Person

  12. Weiß nicht, ob das wirklich ein Generationenkonflikt ist. Ich bin 40+ und kann nun speziell mit Pokémon Go nichts anfangen; einfach aus dem Grund, dass es mich (momentan) nicht sonderlich interessiert. Vielleicht hängt das damit zusammen, dass ich mit zunehmender Weisheit laaangsam anfange Prioritäten zu setzen zwischen wertvoller und verschwendeter Lebenszeit. Sinnbefreite, monologische Spiele gehören eher der zweiten Kategorie an. Dass ich Menschen, die das spielen, doofer fände als andere, kann ich aber auch nicht behaupten.
    Andere Neuerungen, Trends und Neuigkeiten finde ich dann wieder wesentlich spannender.
    Und manchmal bin ich regelrecht erstaunt, wie „retro“ manche jüngeren Leute sein können. Manche Aussagen der Generation Y sind so dermaßen konservativ und ideologisch geprägt (links oder rechts oder gemischt), dass einem schon angst und bange werden könnte.
    Ich persönlich beobachte keine altersgemäßen Tendenzen pro und wider Digatilisierung. Jedenfalls nicht bei Menschen unter 50. Was ich zu beobachten glaube, ist, dass es immer (altersunabhängige) Gegenbewegungen gibt: Je schneller die Technik, die Digitalisierung und die Globalisierung fortschreitet, desto stärker entwickeln sich auch Trends zu mehr Einfachheit, mehr Langsamkeit, zurück zur Natur, Öko, Besinnung, Bio, Fairtrade, Selbstversorgung, Landleben, Regionalität, Heimat usw., usw. …

    Gefällt 1 Person

  13. Lieber Chris,

    Danke für diesen Beitrag und die Diskussion, die er ausgelöst hat. Eine Diskussion, die sich quer durch die Altersgruppen und Bevölkerungsschichten zieht. Ob man es gut findet oder nicht, ob man es versteht oder nicht, ob man es spielt oder nicht … vollkommen gleich. Selten hat ein „SPIEL“, und mehr ist es ja auch nicht, so einen Hype ausgelöst, dass selbst BBC & Co. darüber berichten. http://www.bbc.com/news/technology-36793610

    Es erhitzt die Gemüter, spaltet und eint die Menschen gleichermaßen. Einig sind sich die, die sich Samstag Nacht um 0 Uhr vor einem Supermarkt treffen, weil dort ein Pokéstop ist. Gespalten sind sind die, die daran vorbeigehen und die Polizei rufen, weil sie eine Demonstration vermuten.

    Es ist köstlich, unterhaltsam und tut niemandem weh (was in der heutigen Zeit schon fast noch bemerkenswerter ist).

    Ich gestehe, mich hat der Hype zuerst auch kalt gelassen, dann habe ich es installiert und darüber gebloggt (http://newmediapassion.com/pokemon-go-ein-mobile-game-infiziert-millionen/), jetzt ruht es auf meinem Smartphone, bis ich es wieder lösche. Who cares :-)?

    Und all denen, die hier jetzt dagegen wettern – ihr habt auch Recht. Es ist Blödsinn, Albern, Quatsch, Zeitverschwendung, aber irgendwie auch faszinierend und beeindruckend. Ingrees hat in Jahren nicht geschafft, was Pokémon Go in wenigen Tagen gelungen ist, obwohl es auf den gleichen Spielprinzipien beruht und von der gleichen Firma stammt.

    Und noch ein Wort zum „mit gesenktem Kopf durch die Gegend laufen“, was hier einige als unhöflich beschreiben. Die Koreaner und Japaner laufen fast alle mit gesenktem Kopf durch die Gegend und sind trotzdem die wohl höflichsten Menschen der Welt.

    Jan

    Gefällt 2 Personen

  14. Die ganze Argumentation ist absolut lächerlich:

    Ich hatte damals als Kind eine große Sammlung an Pokemon Karten und alle Spiele für den Gameboy.
    Selbst die ersten Spiele, welche 95 oder 96 entwickelt wurden, hatten eine gewisse tiefe im Spiel.

    Und nun habe ich mich sehr auf Pokemon Go gefreut, da ich dachte, dass mal endlich wieder ein guter Ableger raus kommt – aber leider ist das nicht der Fall.

    Wenn man die Spieler (ich nenne sie gerne liebevoll „PokeMongos“) fragt, warum sie das Spiel spielen, ist der meist genannte Grund: ja ich kann da so toll spazieren und rad fahren.

    Bullshit. Das Spiel ist einfach nur erfolgreich, weil es „Pokemon“ heißt.

    Mich würde viel mehr interessieren, wie es so viele Menschen begeistern kann.
    Ist die Marke so stark, dass man extrem abstumpft und nicht mal merkt, dass man einfach nur Zeit hingeklatschten Müll investiert, der weniger Features enthält als ein Spiel für den Gameboy von 1996?

    Es gibt so viele bessere GPS-Game alternativen und das schlechteste mit dem stärksten Namen wird gezockt.

    Vielleicht bin ich aber auch einfach nur komisch. Man weiß es nicht.

    LG
    Marcel

    Gefällt 1 Person

    • Hallo ich bin’s, der Mongo!

      Naja die Marke Pokèmon hat mich noch nie interessiert (auch Generation Gameboy) genauso wenig wie andere GPS Anwendungen, aber die ganze Idee nun hat mich gleich gecatcht. Wohl einfach zur Richtigen Zeit und auf dem richtigen Gerät.
      Abgestumpft bedeutet: Ich lese manchmal über die Punkte wo ich ein Pokèmon Pokèball hole, den Namen der Sehenswürdigkeit. Richtig..? (Sie sehen, ich stimme Ihnen nicht zu)

      Gefällt mir

  15. Es gibt Blogbeiträge bei denen sind die Kommentare noch aufschlussreicher wie der Beitrag an und für sich. Mich überrascht in dieser Diskussion, wie sehr sie die Gemüter so in Wallung bringt. Ich habe deinen Beitrag so interpretiert, dass Pokémon Go so quasi ein Kulminationspunkt für eine Diskussion ist, die ich auch leid bin. Du bringst es ja auf den Punkt mit diesem Satz: „Nur weil ihr etwas langweilig, überflüssig und nutzlos findet, heißt das noch lange nicht, dass es langweilig, überflüssig und nutzlos ist.“ Ob es nun um Pokémon, Snapchat oder wie früher um Twitter geht, spielt hier nun wirklich keine Rolle. Oft staune ich, wie sehr sich Menschen, die sich für die Veränderungen, welche die Digitalisierung mit sich bringt, interessieren sollten, darum foutieren. Dazu zähle ich zum Beispiel Berufsleute, die in der Kommunikation arbeiten, Lehrpersonen, aber auch Eltern mit halbwüchsigen Kindern. Im Minimum hinschauen und versuchen zu verstehen, was da abläuft finde ich ist Pflicht, da bin ich ganz bei Alex Wunschel. Und dann bleibt es jedem selber überlassen, ob er sich ein Buch greift, sich hinter sein Fernsehgerät klemmt, Radio hört oder doch still und heimlich auf dem Smartphone schaut, ob sich hinter der nächsten Ecke ein virtuelles Monster verbirgt.

    Gefällt 1 Person

  16. Haha, sehr schöne Diskussion gestartet.

    Ich selbst bin 62, habe mich nach den Lemmingen und den Moorhühnern keinem Computerspiel mehr hingegeben. Ich bin lieber draußen unter Leuten oder auch alleine in der Natur zum Wandern. Aber ich habe an Kindern von Freunden den ersten Pokemon-Hype sowie die Spielekonsolen-Klassiker mitbekommen. Und ähnlcih wie viele andere Kommentatoren hier, habe ich zunächst mal über vieles (später auch über Twitter und Snapchat) den Kopf geschüttelt.

    Für mich ist es auch ein schlimmer Anblick, wenn ich auf einem öffentlichen Platz bin, und sehe, dass 70-–80 Prozent der Menschen gar nicht wirklich da sind, weil Sie auf ihr Handy, Smartphone oder was auch immer starren.

    Aber deshalb das alles verurteilen? Ich kann verstehen, und ich finde es einen genialen Schachzug, was PokemonGo da macht, dass es die Leute mehr fasziniert als alle anderen Spiele, die in den letzten Jahren auf den Markt kamen. Die Leute sind draußen unterwegs, (gut sie bekommen vielleicht nicht viel mit, was um sie herum vorgeht). Aber sie bewegen sich, sind engagiert, spüren vielleicht das Interesse der anderen jungen Leute, die ebenfalls auf der Jagd sind. Es gilt etwas zu suchen, zu finden, das lässt den Adrenalinpegel steigen, aber man klebt nicht vor dem Computer in einer engen und stickigen Bude, sondern setzt diese Energie in Bewegung um. Es ist wie Geo-Caching, nur viel dynamischer, weil es ja nicht nur einen Cache gibt, sondern es gibt vielleicht ständig was Neues zu entdecken.

    Ob es Menschen verbindet, kann ich nicht beurteilen. Klar, es gibt Gruppen, die gehen zusammen auf die Jagd. Ob sich Menschen finden, die sich bei der Jagd zufällig treffen, kann ich nicht beurteilen. Hier in Köln sieht man sie massenhaft auf der Straße, zumal im Moment Ferien sind. Am vergangenen Wochenende bei einer Wandertour am Rhein habe ich in einer Kleinstadt auf dem Marktplatz ein einzelnes Mädchen gesehen, die auf ihr Smartphone starrend in einem merkwürdigen Zickzack über den Platz lief. Erst als ich das Café verließ, näherte sich auf einer Zufahrtstraße ein junger Mann ebenfalls suchend auf sein Handy schielend. Ob sie sich auf dem Marktplatz begegnet sind und dabei ins Gepräch gekommen sind??

    Ich weiß es nicht. Ich war schon wieder auf dem Weg.

    Schöne Grüße aus Köln, Joachim

    Gefällt 3 Personen

  17. Ein paar gute und ein paar blöde punkte hier…

    Pokemon Go ist super. Eben aufgrund seiner banalität. Es ist auch nicht auf ein gewisses alter beschränkt. Ständig sehe ich zur zeit Menschen (mit handy in der hanfäd) und es bereitet ein Vergnügen mich mit denen zwanglos zu unterhalten. Dabei ist es egal ob ob die person vom äußeren eher wie ein Türke, Afghane, Schlägertyp, Russe, schönheitskönigin, hartz 4 empfänger, supernerd oder sonst wie aussieht. Die App an sich leistet da zwar nicht viel ist aber ein prima werkzeug um die grenzen der alteingesessenen zu sprengen. Große probleme wie ttip, türkei, eigene steuer, jugendarveitslosigkeit etc. Sind einfach zu groß, zu viel, zu abstrakt und es ist mir einfach solangsam zu blöd die *scheiße* weg zu räumen, die meine eltern und großelterngeneration großzügig gür mich hinterlassen haben.
    Niemand will ttip. Juckt das wen? Merkel und Trump werden das schon einrichten. Ich bin es müde mit meinen fast 30 ständig mauern einrennen zu wollen. Und ich bin es müde mir von anderen sagen zu lassen ich soll auf die straße demonstrieren… war ich und jetzt?
    Ich bin da inzwischen etwas pessimistisch: russland, türkei, syrien und murika brechen bald in einem krieg zusammen… und?
    Ich packe mir einfach ein paar flaschen wasser ein, eine powerbank und ein paar snacks, gehe in den stadtpark und treffe mich mit wildfremden schlägertypen und supernerds und darf noch sehen, dass es doch noch das „gute“ im menschen gibt.

    Gefällt mir

  18. Also ich halte es auch für unverständlich, überflüssig und nutzlos (bin ja auch schon 40 ;) ) – aber wer es machen will, bitte. Es fasziniert mich eher, wenn ich Freunde um die 30 habe, die auf einmal bei einem dann doch recht simplen Spiel anfangen auf die Jagd zu gehen ;) . Solange die Sucher bestimmte Räume respektieren (das immer wieder erwähnte Jüdische Museum, oder Holocaust-Gedenkstätten) und sie auf den Verkehr achten, sollen doch alle machen was sie wollen. Ich muß es ja nicht tun. Allerdings glaube ich auch gar nicht, daß es einen so großen Gegensatz gibt, wie er hier behauptet wird. Es gibt immer Nörgler und Meckerer. Die sind laut aber eben auch meist nur eine laute Minderheit. Kann man ignorieren.

    Gefällt 2 Personen

  19. Mein Sohn, 16, spielt es. Seine Freundin, 16, sieht es nicht ein und lässt es. Und wenn mein Sohn sagt „ja papi, 1st World Problem“ und er sich gleichzeitig über Nizza und Türkei etc. in Disukssionen mit mir den Kopf fast zermartert, beruhigt mich das, weil eben nicht alles ein Topf ist. Daraus Trends für den Untergang der Zivilisation oder gar des Intelligenzniveaus abzuleiten, ist auch vermessen. Ich habe mehr Angst davor, was der Trump für uns bedeuten könnte…

    Generationenkonflikt? Natürlich gibt es den. Biologisch und physiologisch gesehen. Man ändert sich hormonell und damit auch in seinen Bedürfnissen und Zielsetzungen. Und die Wahrnehmung dessen, was für einen Sicherheit und was Gefahr bedeuten könnte. So wird es unseren Kindern gehen, genau so wie es uns auch geht. Es gibt „Alte“, die mental beweglicher und frischer drauf sind als manche 30-Jährige. Aber das ist nicht die Regel.
    Das blöde ist nur, das die menschliche Natur eben so ist, ca. ab dem zweiten/dritten Lebensjahr aus der Ich-Perspektive analysieren und entscheiden zu lernen (zu müssen). Und daraus entstehen diese Urteile. Und in Folge auch Misachtung, Zusammenrottungen, Konflikte, das Wir-gegen-die, und alles andere woran wir zu knabbern haben.

    Klar blöd. Und absolut nicht logisch, würde Mr. Spok sagen…

    Gefällt 1 Person

  20. Pokémon Go brauche ich (Baujahr 1955) genauso wenig wie Moorhühner, Farmville und all die anderen hier in den Kommentaren erwähnte Games. Ich spiele lieber was fürs Hirn, sprich anspruchsvolle Strategiespiele – früher auf dem PC, seit zwei Jahren meist auf dem iPad.
    Wenn es jemandem Spaß macht, immer dasselbe wie alle anderen zu daddeln, ist mir das herzlich egal. Wenn jede Woche ein Smombie unter die Straßenbahn gerät, nennt man es wohl ‚Evolution‘. Kein Problem.

    Was aber wirklich nervt, ist diese gnadenlose und durchaus blödsinnige Hype in den Social Media. Wenn es in jedem 2. Facebook- und jedem 1,5. Twitter-Post – und jetzt auch noch in meinem Lieblings-Blog :( – um Pokémons geht, ödet’s spätestens nach drei Tagen nur noch an. Unfollow macht keinen Sinn, weil auch durchaus ernstzunehmende Zeitgenossen mit normalerweise wertvollen Beiträgen thematisch anscheinend nicht an diesen Pixelmonstern vorbeikommen. Q.e.d.

    Gefällt mir

      • Aber anhand eines reichlich irrelevanten Beispiels. Warum wird „das Neue“ in deinem Rant nicht durch Nanotechnologie (cool), Apple Pay (gerne) und selbstfahrende Autos (sehr gerne!) repräsentiert?
        Mangelt es einem wirklich an „geistiger Flexibilität“, wenn man nicht völlig kritiklos jedem albernen Hype hinterherhechelt? Oder ist man nicht gerade dann geistig flexibel, wenn man in der Lage ist, ultimativ Nutzloses aus seinem Leben auszufiltern?
        Ist man ein „Gestriger“, wenn man zwecks Zeitersparnis lieber drei Minuten ‚telefoniert‘ (eine Art geheime Zusatzfunktion in jedem Smartphone) als sich 15 Minuten in Snap- oder sonst einem Chat die Finger zu verbiegen – mitsamt aller Kommunikationsfehlerquellen?
        Sorry, da kommen wir wohl nicht auf einen Nenner. Trotzdem folge ich dir ab jetzt auch auf Twitter. :)

        Gefällt mir

      • Ich will jenseits von Pokemon ja genau auf Folgendes hinaus: Es ist völlig ok, wenn du für dich entscheidest, dass du Pokemon nutzlos und Snapchat albern findest. Die Betonung liegt auf FÜR DICH. Der Fehler, den die „Gestrigen“ machen ist zu sagen: Das ist generell nutzlos und albern. Und diejenigen, die das nutzen, haben wohl zu viel Zeit / nichts Sinnvolleres zu tun / nicht verstanden, dass es nutzlos und albern ist etc. Die von mir geforderte geistige Flexibilität besteht darin zu akzeptieren, dass für manche Menschen Snapchat das perfekte Kommunikationsmittel ist, weil es exakt ihre Kommunikationsbedürfnisse befriedigt, die sich möglicherweise sehr von deinen Kommunikationsbedürfnissen unterscheiden.

        Das ist der feine Unterschied zwischen Kopfschütteln über Snapchat und Pokemon Go (weil du selbst nichts damit anfangen kannst) und Kopfschütteln über alle Nutzer von Snapchat und Pokemon Go (weil du meinst, jeder müsse das genau so bewerten wie du).

        Und wie schon an anderer Stelle geschrieben: Ich habe mich in der Auseinandersetzung mit Snapchat genau bei Letzterem ertappt und gedacht: Mein Lieber Christian, jetzt mal langsam. Nur weil du Snapchat komisch findest, heißt das nicht, dass alle Snapchat-Nutzer komisch sein müssen. Es könnte auch einfach daran liegen, dass du ein bisschen alt geworden bist und die jungen Snapchat-Nutzer andere Bedürfnisse haben und anders kommunizieren als du.

        Gefällt mir

      • Als Antwort auf deine Antwort vom 20. Juli, 10:15:
        Ich glaube, es geht hier um grundsätzlichere Dinge als die Einstellung gegenüber etwas Neuem.

        1. Angebot und Nachfrage
        Haben junge Snapchat-Nutzer wirklich andere Bedürfnisse? Andere Bedürfnisse als ich sicherlich. Aber andere Bedürfnisse als Jugendliche vor 5, 20 oder 45 Jahren? Glaube ich eher nicht. Heutige Jugendliche unterscheiden sich m.E. nicht grundsätzlich von denen meiner Jugend. Demzufolge müssten sich die Jugendlichen der Prä-Snapchat-Ära den ganzen Tag gegrämt haben: „Oh shit, ich habe sooo ein Bedürfnis, snapchat-like zu kommunizieren! Warum zur Hölle gibt es das noch nicht?“.

        Die nackte Wahrheit: Das Angebot kam vor der Nachfrage. Die Amis sind halt sehr gut darin, etwas auf den Markt zu werfen, was man angeblich „schon immer gebraucht“ habe, vgl. Facebook. Dass in Details dann wirklich auf die Wünsche der User eingegangen wird, unterscheidet die erfolgreichen (FB) von den sang- und klanglos in der Versenkung verschwundenen (MySpace, StudiVZ, Google+).

        Ist erstmal eine magische Schwelle von x Prozent Marktabdeckung erreicht, tut der gerade unter Jugendlichen extrem ausgeprägte Gruppenzwang sein übriges. Wer heute nicht Pokémon Go spielt, kann halt nicht mitreden. Das spricht weder für noch gegen das Game an sich.

        2. Toleranz, Grundlagen des menschl. Zusammenlebens
        Nochmal: Ich toleriere es, wenn Jugendliche viele Stunden am Tag mit Chats und Pokémons verballern. Dass ihnen dann die Zeit für anderes (Hausaufgaben, Straßenfußball, ehrenamtliche Tätigkeiten) fehlt, ist jedoch keine subjektive Einschätzung eines „Gestrigen“, sondern Fakt. Der Tag hat nun mal nur 24 Stunden.

        Dagegen toleriere ich es überhaupt nicht, wenn mir einer auf der Pokémon-Jagd blind vors Auto latscht! Nichts gegen das Eintauchen in virtuelle Welten; das habe ich schon vor 20 Jahren bei Klötzchengrafik-PC-Games sehr genossen – aber eben im stillen Kämmerlein, ohne Gefährdung anderer und meiner selbst. Und ich habe auch keine Lust, mich dauernd von Smombies anrempeln zu lassen.

        Fazit: Jeder kann machen, was er will – solange er anderen damit nicht schadet.

        Gefällt mir

      • @Querdenker: Ja, man ist ein Gestriger, wenn man denkt, dass Telefonieren dieselben Funktionen erfüllt wie die Kommunikation über Snapchat oder Whatsapp. Oder wenn man sogar denkt, dass diese Art der Kommunikation in jeder Hinsicht besser oder effektiver als ein Chat ist.
        Das stimmt einfach nicht. Warum? Im Chat – hier nur einige Beispiele zur Verdeutlichung – kann ich antworten, wann ich will und kann; kann ich länger nachdenken, bevor ich antworte; ist das Gespräch schriftlich dokumentiert; kann ich mittels Autovorschlägen mittlerweile fast so schnell schreiben wie ich rede; kann ich mimische Elemente einfügen; kann ich sofort Bilder und Links und andere Dateien mitschicken, habe ich nicht mehr oder weniger Kommunikationsfehlerquellen wie beim Telefonieren …
        Ein Gestriger ist, wer Telefonieren nur deshalb besser findet, weil er an Telefonieren besser gewöhnt ist und anderes weniger gut kennt und deshalb weniger gut kann …
        Telefonieren ist hier jetzt auch nur ein von mir aufgegriffenes Paradebeispiel für das Verhältnis zu Neuem und Altem …
        Im Übrigen ist es vielleicht gar nicht einmal so schlimm, ein Gestriger zu sein!

        Gefällt mir

  21. Nein, ich spiele kein Pokemon Go. Es stört mich nicht, wenn andere es spielen, solange sie dabei noch ausreichend Aufmerksamkeit für ihre Umgebung haben, daß sie nicht sich selbst und andere gefährden.
    Aber mich stören zwei Dinge:
    – Die Datenschutzerklärung der App ist ein schlechter Witz. Weitergabe von Daten an Behörden ohne Gerichtsbeschluß? Sorry, geht gar nicht! Gerade in einer Zeit, in der Menschen immer mehr unter Generalverdacht gestellt werden und Pseudo-Antiterrorgesetze unsere Grundrechte aushebeln, sollte man vorsichtig sein, was man erlaubt, wenn es um die eigenen Daten geht.
    – Die „Verteilung“ der Pokemon an Orten, wo fremde Menschen gar nichts zu suchen haben, oder wo zumindest erwartet werden kann, daß sie die Würde des Ortes wahren: Gedenkstätten und Friedhöfe sind schlecht geeignet als Spielorte, und weder in Intensivstationen von Krankenhäusern noch auf Privatgrundstücken haben Spieler was verloren. Was hat sich die Firma dabei gedacht? Glauben diese Typen, ihnen gehört die Welt? Diese Programmierung der Verteilung ist an Respektlosigkeit nicht mehr zu überbieten.

    Gefällt 1 Person

  22. Es geht nicht um Pokémons, es geht nicht um irgendein Spiel, es geht auch nicht um unsere generelle Haltung gegenüber Neuem. Es geht darum, dass hier nun das Neue kommt, das unsere Wahrnehmung der Welt verändert.
    Wir alle wissen, dass mit diesem Spiel eine neue Ära eingeläutet wird. Jetzt ist es also soweit. Die virtuelle Welt ist mit der realen verschmolzen – überall und global, nicht nur punktuell, wie bisher. Das hat grundlegende Konsequenzen für uns alle. Sich dagegen zu sträuben ist legitim und verständlich. Denn das Problem ist, dass wir letzlich keine Wahl haben: Entweder wir nehmen teil, wie die meisten, oder wir bleiben ausgeschlossen. Und ausgeschlossen sein wird in ziemlich naher Zukunft sicher schmerzhafter sein als es bisher für jene war, die keinen Internetanschluss besaßen oder kein Smartphone.
    Ab nun wird die „reale“ Ebene unserer Wirklichkeit immer mehr mit virtuellen Informationen, Dingen und sonderbaren Wesen versehen sein. Umgekehrt wird die reale Ebene wohl eine ganze Menge an Informationen an die virtuelle Ebene verlieren. Ich denke da nur an Straßenschilder, Hausnummern, Ladenschilder, Werbeplakate …
    Es wird also eine starke Verschmelzung stattfinden. Und wir werden die Welt komplett anders wahrnehmen (müssen). Wer die virtuelle Dimension nicht besitzt oder besitzen will, wird an einem großen Teil der Welt der anderen nicht mehr teilnehmen können.
    Wir sind also ab heute ein Stück weit mehr in unserer persönlichen Freiheit beschnitten, an der Vernetzung der Welt NICHT teilzunehmen. Früher oder später werden sich alle dem Druck der großen Mehrheit beugen müssen.
    Und das ist beunruhigend; vor allem für jene, die sich bisher nicht unbedingt zur großen Mehrheit zählen wollten.

    Gefällt mir

    • @holzimker:
      Die angeblichen Chat-Vorteile treffen aber genauso auf Emails zu, die ich seit 20 Jahren intensiv nutze – genau aus den geschilderten Gründen. :)
      Wenn aber etwas wirklich eilig ist, ist man per Telefon schneller. Chatten ist IMHO ein fauler Kompromiss zwischen Email und Telefon, den ich persönlich nicht brauche. Aber wer’s mag, soll halt chatten.

      Gefällt mir

      • Stimmt, die vielen Gründe, warum Chatten besser als Telefonieren UND E-Mails sein kann, hatte ich nicht gelistet.
        Ging mir ja auch nur darum zu zeigen, dass die verschiedenen Medien und Wege situationsbedingt durchaus die günstigsten sein können.
        Dies hier ist auch ein Chat und deshalb widersprichst du dir selbst in deinem Widerspruch. :-)

        Gefällt mir

  23. Mich stört das Spiel selber nicht – ist halt ein Spiel, mit einem Spielkonzept, das wahrscheinlich genau deshalb so faszinierend für viele ist, weil es so banal ist. Aber das ist doch genau der Sinn eines Spiels – Ablenkung und Entertainment. Das darf auch sinnfrei sein – Monopoly ist auch nur Spielgeld, und wenn 22 Jungs hinter einem Ball herrennen und von 20.000 Leuten dabei angefeuert werden, erschließt sich dem Uneingeweihten der Wert dieses Zeitvertreibs auch nicht unmittelbar.

    Was mich stört, und zwar massiv, sind zwei Dinge.
    1. die absolute Kritiklosigkeit, mit der Technologie hinter dem Spiel ignoriert wird. Das ist kein neues und kein Pokemon-Phänomen, aber in diesem Fall besonders eklatant. Dass teilweise 24/7 Standortdaten und Umgebungsbilder der User an irgendwelche privaten Server gesendet werden, scheint niemanden zu stören – von den sonstigen „Bugs“ (wer’s glaubt) wie Zugriff auf komplette Google-Profile mal ganz abgesehen.
    2. Die plötzliche Irrelevanz von a) jeglichem gesunden Menschenverstand und b) jeglichen Manieren für einen kurzfristigen Thrill. Bei uns haben Kollegen angefangen, in einer Industrieproduktion diese Viecher zu suchen – natürlich haben die Schichtleiter und Vorgesetzten Zeter und Mordio geschriehen, während den Betroffenen selbst vollkommen unverständlich war, wieso deshalb so ein Aufstand gemacht wurde. Leute spielen beim Autofahren oder rennen blind über die Straße. Leute platzen in Gottesdienste und Beerdigungsandachten auf Friedhöfen oder spielen in KZ-Gedenkstätten. Leute verschaffen sich Zutritt zu Privatgrundstücken ohne Rücksicht auf die Besitzer.

    Das Problem ist, dass in Spielen Regeln gelten, die mit der Wirklichkeit nicht viel zu tun haben. Wenn ich mit 3 anderen zusammensitze und Monopoly oder Uno spiele, machen wir 4 diese Regeln unter uns aus, und niemand anders hat da reinzureden. Wenn ich World of Warcraft spiele, habe ich mich an die Regeln dieser Spielwelt zu halten. Wenn ich Skyrim spiele, kann ich cheaten was das Zeug hält, und niemanden hat das zu stören.

    Und wenn ich das Spielbrett wegräume oder den Computer ausschalte, hat die wirklich Welt mich wieder.

    Wenn ich diese Spiele allerdings in die reale soziale Umgebung hineinbringe, kann es nicht sein, dass plötzlich die Regeln des Spiels für alle, auch Unbeteiligte, gelten – und genau das scheint der Anspruch vieler Pokemon Go-Spieler zu sein. Alle Verkehrsteilnehmer müssen bitteschön mit darauf achten, ob jemand, der mit den Augen am Bildschirm hängt vielleicht bei rot über die Straße rennt. Die Gottesdienstbesucher sollen sich doch bitteschön nicht so aufregen, ist ja nur ein Spiel und ich bin eh gleich wieder weg. Wie, das ist Dein Vorgarten? Interessiert mich nicht, da ist was hinter der Garage.

    Wenn Leute für ein deppertes Spiel ihr Hirn ausschalten und es ihnen vollkommen wurscht ist, wie ihre Mitmenschen auf ihr Verhalten reagieren, dann müssen sie sich nicht wundern, dass sie nicht nur nicht ernst genommen werden, sondern sich auch sehr effektiv sehr unbeliebt machen.

    Gefällt 2 Personen

    • … wie ich sage, das Spiel ist mehr als nur ein beliebiges Spiel; es steht als erste faktische Realisierung einer globalen Augemented Reality am Beginn einer Entwicklung, die wir erst bewusst begreifen, wenn sie bereits eingetreten ist. Es wird neue Regeln für diese Reality geben müssen. Kritik ist angebracht, denn sie führt zu neuen Regeln.

      Gefällt mir

  24. Meine Güte, hier werden aber viele und lange Kommentare geschrieben zu einem Phänomen, das so belangvoll nun aber auch wieder nicht ist. Und das dahinter stehende Prinzip wird sich – wie auch Christian (sofern ich ihn richtig verstanden habe) schon mehrfach andeutete – kaum ändern lassen. Egal, wie lang und engagiert die Kommentare hier ausfallen…

    Gefällt mir

    • Mich wundert es, dass Menschen so gestrig sind, dass sie nicht begreifen, dass das hier mehr als nur ein Hype ist. Das Phänomen ist eindeutig belangvoll und es ist sicherlich disruptiv. Außerdem es ist noch lange nicht begriffen, sobald man es mit Augmented Reality bezeichnet.
      Vielleicht täuscht die simple Qualität des Spiels über die Bedeutung des Phänomens hinweg. Es wird aber bald mehr Apps aller Art (nicht nur Spiele) geben, die nach diesem Prinzip funktionieren – nur eben immer besser. Es wird relativ rasch gängige „devices“ geben, die technologisch weiter gehen als unsere smartphones. Und es wird immer mehr Menschen geben, die von Klippen fallen oder in ein Auto laufen, weil sie vergessen zwischen real und virtuell zu unterscheiden. Oder auch zwischen Ernst und Spiel. Das ist alles andere als nicht belangvoll.

      Gefällt 1 Person

      • Überhaupt nichts gegen Augmented Reality. Mein Traum war immer das Star Trek-Holodeck!
        Natürlich ist nicht Augmented Reality der Hype, sondern dieses sinnfreie Anwendungsbeispiel Pokémon Go. Wenn das in 1 – 2 Jahren noch jemand spielt, krieche ich gern zu Kreuze.

        Aber deinem letzten Absatz stimme ich zu. Die physische Realität, Raum und Zeit, schert sich nämlich nicht um irgendwelche menschlichen Phantasiewelten.

        Gefällt 2 Personen

      • Ich vermute, dass Pokémon Go schon nach wenigen Wochen erledigt sein wird.
        Aber der Hype um das Spiel hat Gründe, die tiefer gehen, wie bereits gesagt. Und das berechtigte Kopfschütteln der „Gestrigen“ betrifft mehr als nur ein Spiel oder den Hype um ein Spiel.

        Gefällt mir

      • so wie ich das sehe ist Pokemon Go eine Mischung aus Geocaching und „Panini-Bildchen“ sammeln – wie es ein Kommentator beschrieb. Es bleibt abzuwarten, wie sich das entwickelt. Geocaching war ja auch mal ein Hype – hört man aber nicht mehr viel von (wird aber sicher noch gespielt). Unterschied zu PG: es konnte/kann mit minimaler Ausrüstung gespielt werden. Bei Pokemon Go kommt sicher irgendwann bei den Kiddies ein finanzieller Aspekt ins Spiel, wenn Sie neue Items brauchen. Da werden einige eventuell überlegen ob Sie Ihr Taschengeld für so was ausgeben.

        Gefällt mir

  25. Es macht ja manchmal Spaß, absichtlich etwas falsch zu verstehen und dann seine Meinung zum absichtlich falsch Verstandenen kundzutun. Die Grundthese dieses Blogbeitrags war, so wie ich sie verstanden habe, dass man sich nicht abwertend gegenüber Spielern von PokémonGo oder dem Spiel selbst verhalten solle. Das kann man doch eigentlich so stehen lassen? Da braucht man auch nichts weiter zu kommentieren. Auch muss man es nicht als Provokation verstehen, wenn CB sagt, dass alle, die sich abwertend verhalten, Gestrige sind. Wenn ich nicht abwerte, bin ich ja nicht notwendig ein Gestriger.
    Jetzt ist natürlich „gestrig“ auch schon ziemlich abwertend. Es werden also Abwertende abgewertet. Auch das kann man ertragen; sogar wenn man selbst ein Abwertender ist.
    Deshalb wundert mich umso mehr diese Reizflut an Kommentaren zu einem eigentlich eher simplen Thema.

    Nach einiger Überlegung bin ich dann zu dem Schluss gekommen, dass dieser Blogbeitrag, so klug und gut er ist, hier tatsächlich die Dimensionen des Phänomens und dessen Problematik verkennt. Es geht um eine Problematik, die weiter geht als nur dieses Spiel – eine Problematik, die gerade eben erst richtig aufzubrechen scheint …
    Da ist eine tiefenpsychologische Komponente, die weiter geht als die bloßen Meinungen, die hier kundgetan werden. Und deshalb bin ich mir fast sicher, dass wir hier eine Art Ahnung der Schwarmintelligenz spüren, eine Ahnung, dass dieses Spiel eine größere Umwälzung ankündigt.

    Gefällt mir

    • …, dass man sich nicht abwertend gegenüber Spielern von PokémonGo oder dem Spiel selbst verhalten solle.

      Also nochmal: Wenn mir
      – das Spiel selbst zu 100% schnurzpiepegal ist,
      – auch die Spieler zu 100% schnurzpiepegal sind,
      ist das doch erst mal nicht abwertend, oder? Oder muss man Jubelarien und Freudentänze aufführen, um nicht als „Gestriger“ zu gelten?

      Bewusst abwertend ist, wenn ich Smartphone-User, also nicht nur, aber eben zurzeit gehäuft AUCH PokémonGo-Spieler, welche
      – die Privatsphäre anderer nicht achten,
      – sich und andere in Gefahr bringen,
      – aus ihrer Scheinwelt heraus dauernd Menschen aus der realen Welt anrempeln,
      als unhöflich bis asozial bezeichne. Und dazu stehe ich.

      Bloß: Was hat das mit „gestrig“ zu tun“? Wenn man Nazis (also die von 1933 – 45) abwertet, ist man dann im Umkehrschluss ein „Morgiger“?
      Tut mir leid, aber diese Begrifflichkeiten des ansonsten wirklich geschätzten Autors sind hier einfach fehl am Platze.

      Gefällt mir

      • Also läuft der ganze Gegenwind hier einzig darauf hinaus, dass Abwertende es nicht ertragen können, abgewertet zu werden.
        Wäre natürlich auch eine mögliche Erklärung.

        Gefällt mir

      • @holzimker:

        Also läuft der ganze Gegenwind hier einzig darauf hinaus, dass Abwertende es nicht ertragen können, abgewertet zu werden.

        Nein, es läuft darauf hinaus, dass Abwertenden falsche Motive für die Abwertung (mangelnde geistige Flexibilität, mangelnde Toleranz, Unaufgeschlossenheit gegenüber Neuem) unterstellt werden! Danke für den versauten Tag und tschüß!

        Gefällt 1 Person

      • Bei all den Ergänzungen und Verschärfungen hier in den Kommentaren darf ich nochmal darauf hinweisen, was ich mit den „Gestrigen“ ursprünglich gemeint und nicht gemeint habe: Nicht gemeint (und geschrieben) habe ich, dass jemand, der Pokemon Go albern, idiotisch oder seltsam findet, gestrig ist. Gemeint (und geschrieben) habe ich hingegen, dass diejenigen, die in den letzten 15 Jahren solchen Innovationen gegenüber skeptisch waren und es in den nächsten 15 Jahren noch sein werden, für mich „Gestrige“ sind. Beispiele für solche Innovationen waren Twitter, Pokemon Go und Snapchat, es ließen sich spielende Dutzende weitere Beispiele finden.

        Gestrig bedeutet dabei eher der Vergangenheit als der Zukunft zugewandt. Nicht mehr und nicht weniger. Ob das nun abwertend ist, mögt ihr selbst beurteilen.

        Gefällt mir

  26. Das Anprangern von scheinbar generationsbedingtem Kulturpessimissmus mag ja sein. Aber…

    Augmented Reality in Spielen im Wet-Space ist toll! – Gar keine Frage. Jedoch Pokemon Go ist Mist. Nimm Ingress: Ein seit 5 Jahren ausbalanciertes Muli-Player Aurgmented Reality Social-enabled Strategie-Spiel mit Story. Pokemon Go ist Paninni-Sammelheftchen. in den Design-Principles von Niantic an (z.B. Vortrag auf der Google I/O) kommt neben dem Raus-gehen noch soziale Kooperation hinzu.

    Gefällt 1 Person

  27. hihi, ich kann nicht mitreden – ich habe kein handy, weil ich immer so ziemlich dumme ideen habe und die hohe kunst des „nein sagens“ zelebriere. ich finde ja, wir sollten nur die hälfte von dem tun, was wir so tun und die so gewonnene zeit damit zubringen, darüber nachzudenken, ob wir es _überhaupt_ tun sollten.

    du hast da ne schöne rechtfertigung geliefert, warum man irgendwas trotzdem tun sollte, was in so weit okay ist, daß _du_ ggfl. deine zeit verschwendest und das ist ja nicht mein problem.

    zu spielen allgemein: ich finde, daß man in der zeit, in der man ein spiel, das sich jemand anderes ausgedacht hat, spielt, lieber dazu nutzen sollte, selbst eines zu schreiben.

    aber was weiss ich schon, ich bin alt und alles, was „nach meiner zeit“ erfunden wurde ist eh quatsch, obwohl … USB sticks und mp3 player sind eine extrem nützliche erfindung. alles andere wiederum unnötiges zeugs, mit dem leute nur ihre zeit verplempern, in der ich wiederum lieber köstlichen tee trinke und nachdenke, was ich tun und was ich eben nicht tun sollte.

    Gefällt mir

  28. … borrr, Christian, was ist denn hier los !

    Ich vermute, die Gestrigen sind das Problem: Die haben einfach allerlei kleingeistige Gründe, warum das Neue u.U. nicht nur gut ist, so wie das u.a. auch brand eins in der aktuellen Ausgabe 07/2016 zur „Digitalisierung“ sieht: Wir sind noch nicht einmal im Mittelalter der Digitalisierung angekommen und viele Geschäftsmodelle stinken zum Himmel. Da dürfen ja dann wohl z.B. Anmerkungen/Warnungen zum Datenablasshandel erfolgen, ohne das man gleich als Kulturpessimist und eben Ewiggestriger markiert wird. Sonst wird das Neue zur Diktatur, – nein, ich finde auch, das Digitalisierungsmittelalter gehört kritisch begleitet (500 Jahre Luther stehen an!). Das Spiel ist ein kalkulierte Datensammelmaschine, die vielen eine kurzweilige Ablenkung vom Sein und wenigen häßliche Unfälle bringen wird. Nutzen und Unterhaltungswert sollten aber tatsächlich keine Argumente sein, weil nicht für andere bewertbar – muß/soll jeder selbst wissen. Es werden aber auch Unbeteiligte aus dem Leben gerissen, weil z.B. auch beim Autofahren nach Monstern gejagt wird. Is aber natürlich nicht schlimm, könnte ja auch beim SMSen und Chatten passieren. Ist halt so, – anders kommt das Neue leider nicht in die Welt: Damit müssen sich die Ewiggestrigen abfinden und darum finde ich Deinen mahnen Blog-Beitrag voll richtig ; -) Ich meine, Datensammelmaschinen mit Gefährdungspotenzial auch für Nichtspieler gehören als solche markiert – und dazu muß es auch ausgesprochen werden können, ohne das fiese Etikett des Gestrigen verliehen zu bekommen …

    Das ist bestimmt ein Kommentar-Rekord für Deinen Blog – Glückwunsch : -)

    Gefällt mir

  29. Wie unterschiedlich hierzu die Meinungen sind, erkennt man spätestens beim Lesen der Kommentare zu Deinem Artikel. Ich persönlich fahre am besten damit, dass ich mir erst einmal anschaue, was meine Kids so sehr begeistert. Unsere Eltern durften die Beatles nicht hören, wir durften die Bravo nicht lesen – so könnte man genügend Beispiele finden, wie Eltern ihre Kinder vor der bösen Welt schützen möchten. Ich gelte als strenge Mutter, die den Kindern keine Narrenfreiheit lässt. Es muss Regeln geben, an denen sich Kinder orientieren können. Doch dazu gehört auch, dass wir Eltern uns ausreichend informieren über das, was unsere Kinder / Jugendlichen beschäftigt. Das habe ich getan und dazu den Artikel „Pokémon Go – Elternwissen“ verfasst: https://einfachstephie.de/2016/07/20/pokemon-go-elternwissen/.
    Spannend, dass einige Leser nicht die Blog-Kommentarfunktion gewählt haben, sondern lieber ihre Meinung dazu „versteckt“ per Email geäußert haben…

    Gefällt 1 Person

  30. Wir „Gestrigen“ sind nicht repräsentativ. Das ist wohl so. Doch zweifle ich, dass die Digitalsklaven, die all das, was sie für Realität halten, nur noch über einen kleinen Bildschirm in ihrer Hand wahrnehmen, repräsentativ sind – ich hoffe nicht. Als Kind der Sechziger lasse ich mir meine Skepsis gegenüber der allgegenwärtigen, fast schon religiösen Verehrung alles Digitalen nicht nehmen.

    Gefällt mir

    • > kind der 60er

      ich war gestern auf dem 36. hinterwald umsonst und draussen festival. auf dem weg auf den platz unterhielt ich mich mit einem, mit dem ich jetzt 40 jahre befreundet bin und wie ich an dem aus der taufe heben des festivals beteiligt war und immer noch jährlich das plakat zeichnet, darüber, wie das wohl wäre, wenn wir damals schon computer gehabt hätten (ich habe einen seit 1985) –

      das festival hätte es wohl nie gegeben, wir hätten alle zuhause gesessen und zu pornos im netz masturbiert.

      pokemon go ist aber ein „problem anderer leute feld“.

      sollen die doch in 36 jahren an ihrem „wir waren helden“ schrauben ;)

      Gefällt mir

  31. Und dann dürfen wir ja auch nicht vergessen, dass dieses Spiel in allererster Linie ein Riesengeschäft ist, auch wenn die Nintendo-Aktie im Moment abschmiert. Apple profitiert sehr stark von diesem Hype!

    Noch ganz schnell ein Erlebnis von gestern. Wir waren in Ravensburg, tolle Fotoausstellung mit Fotos von Guido Mangold (Fotografenlegende aus Deutschland). Parallel fand in Ravensburg auf einem Festplatz in der Nähe der Altstadt ein historisches Fest (Rutenfest) statt, bei dem Vorderlader oder Kanonen abgeschossen wurden. Extrem laute Detonationen. Meine Frau, mein Sohn und meine Tochter und unsere beiden Austauschgäste aus Frankreich (!) gerieten kurz in echte Panik. Unbeeindruckt von allem aber 3 halbwüchsige Pokèmon-Spieler, die vor lauter Spielen fast in den Minikanal in der Altstadt gelaufen wären, wäre da kein Geländer gewesen. Schade, dass eines da war.

    Gefällt mir

Und jetzt sag deine Meinung:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s