Facebook und die German Angst

Man muss Angst haben vor Facebook. Das ist die schlichte Botschaft der Datenschützer Schleswig Holsteins, mit der sie für einigen Wirbel im Web gesorgt haben. Damit liegen sie im Trend in einem Land, in dem nichts so sehr gemieden wird wie das Risiko …

In einem schönen Artikel im Wochenendteil der Süddeutschen Zeitung hat Autorin Petra Steinberger heute die Angst-Kultur der Deutschen beschrieben. Überall lauert Gefahr in diesem Land: Kinder können auf dem Schulweg von Autos überfahren werden, Schokoriegel können Spuren von Nüssen enthalten, Lehman-Zertifikate können wertlos werden … Wir leiden unter etwas, das der britische Risikoforscher John Adams als Compulsive Risk Assessment Psychosis, also zwanghafte Risikobemessungspsychose bezeichnet hat. „Zwanghaft werde demnach für alles Erdenkliche das Risiko berechnet – nicht selten auf der Grundlage von pseudowissenschaftlichen und falschen Annahmen.“ Der Witz dabei: Je weniger sich eine Gefahr beweisen lässt, desto bedrohlicher wirkt sie. John Adams Lieblingsbeispiel ist daher die irrationale Angst vor bösen elektromagnetischen Feldern unter Hochspannungsleitungen: „Gerade weil es unmöglich sei zu beweisen, dass die Masten kein ernstes Gesundheitsrisiko darstellen, habe dies zu der Annahme geführt, das sie gefährlich sein müssen.“

Handystrahlung, Radioaktivität, Internet

Und so fürchten wir uns besonders vor gefährlicher weil nicht nachweisbarer Handystrahlung, vor unsichtbarer Radioaktivität (auch wenn sie am anderen Ende der Welt auftritt) – und ganz besonders vor den vielen, vielen Gefahren im Internet, die wir nicht so richtig sehen können und die daher ums größer sein müssen. Wie sonst lässt es sich erklären, dass viele Bürger Online-Banking für riskant halten und dabei vergessen, dass es viel riskanter ist, seine Geheimnummer auf die EC-Karte zu schreiben? Und woher sonst soll die groteske Angst vor Google StreetView kommen, die allen Ernstes auch damit begründet wurde, dass die virtuelle Hausfassade im Web den realen Einbrecher im Hier und Jetzt zu seinen Taten animieren könnte?

Vom Verbraucherschutz zur Verbraucher-Bevormundung

Natürlich tun wir so viel wie möglich, um das Risiko zu minimieren und uns vor den vermeintlichen Gefahren zu schützen. Und erfinden Behörden und Institutionen, die uns dabei helfen und vordergründig dem Wahren, Schönen und Guten dienen. In der analogen Welt ist das zum Beispiel der Verbraucherschutz, der natürlich eine feine Sache ist – würde er nicht viel zu oft die Grenze zur Verbraucher-Bevormundung überschreiten. Und so fordern wir allen Ernstes eine Lebensmittelampel, die uns die Welt der Ernährung in rot, gelb und grün einteilt, damit der mündige Bürger (der übrigens auch Auto fahren und wählen und Kinder in die Welt setzen und ähnlich verantwortungsvolle Dinge tun darf, ohne dass man ihm dabei dauern sagt, was gut, mittel und schlecht ist) versteht, dass eine Flasche Cola nicht unbedingt gesund ist. Und wir erfinden einen Anlegerschutz inklusive „Verordnungsermächtigungen“ und „Gesetzesnovellierungen“, damit ja kein unbescholtener Bürger mehr Aktien kauft und glaubt, sein Geld sei dabei sicher.

Was wir dabei letztlich produzieren, ist ein riesiges, kompliziertes Konstrukt, das uns Sicherheit und Risikolosigkeit vorgaukelt – und das uns suggeriert, dass alle an allem schuld sind – nur wir selbst nicht. Die deutschen Kinder werden immer fetter? Dann liegt das an der Lebensmittelindustrie (die die Ampel verhindert hat), den Politikern (die auf die Lobbyisten reingefallen sind), dem Bildungssystem (das den Schulsport runtergfahren hat), den Fernsehsendern (die rund um die Uhr senden) … nur nicht an uns, den Eltern.

Der Datenschutz und das Reich des Bösen

In der digitalen Welt gibt es den Datenschutz, der uns vor allem Übel bewahren soll, vor „Datenkraken“ wie Google, generell vor allem, was aus dem Reich des Bösen (nämlich den USA) kommt  – und natürlich ganz besonders vor Facebook. Wir müssen nicht darüber diskutieren, dass Datenschutz natürlich sinnvoll und berechtigt ist. Doch ist bemerkenswert, wie oft erstens nach Datenschutz gerufen wird (oder die Datenschützer sich ungefragt selbst herbeirufen), obwohl eine reale Bedrohung doch gar nicht auszumachen ist. Und wie oft zweitens manche Datenschützer auf eine ausgewogene Betrachtung verzichten und dogmatisch den Bürger, den man offenkundig nicht für mündig hält, vor sich selbst schützen wollen.

Zum ersten Punkt: Wo genau liegt eigentlich die Gefahr, die von Google StreetView oder Microsofts Streetside ausgeht? Wovor genau muss der Bürger geschützt werden, indem man seine Haufassade verpixelt. Warum will der bayerische Innenminister solche Dienste am liebsten verbieten? Ganz einfach: Die Gefahr ist ähnlich real wie diejenige, die von Hochspannungsmasten ausgeht. Sie existiert nicht. Aber in unserer zwanghaften Risikobemessungspsychose wittern wir unsichtbares Unheil – vor dem uns Politiker und Datenschützer nur zu gerne bewahren.

Kennen Google und Facebook die Leichen in meinem Keller?

Und wo genau liegt eigentlich das Risiko einer Speicherung von IP-Adressen? Handelt es sich dabei wirklich um personenbezogene Daten, wie deutsche Datenschützer meinen? Lassen sich dadurch Internet-Bewegungsprofile erstellen? Wissen Google und Facebook, welche Seiten ich in den letzten zehn Jahren im Web aufgerufen habe, wissen sie deshalb genau, wer ich bin, welche Leichen in meinem Keller liegen, und was werden sie mit diesen Informationen anfangen? Auch eine solche Gefahr – seien wir bitte mal ehrlich und objektiv und vergessen kurz unsere zwanghaften Ängste – existiert nicht. Mit dem Notebook, an dem ich gerade diesen Blog-Beitrag schreibe, surfen mindestens vier Familienmitglieder im Internet. Ich selbst benutze mehrere Endgeräte mit unterschiedlichen Browsern (und natürlich dauernd wechselnden IP-Adressen). Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr als dass irgendwer mit dem dabei entstehenden Daten-Chaos etwas anfangen kann. Wie wenig Profilierung funktioniert, selbst wenn sich Daten einem Nutzer zuordnen lassen, kann man sehr schön bei Amazon beobachten: Die Buchempfehlungen, die ich dort bekomme, sind ein Witz und sagen nichts über mich aus – weil ich nicht nur für mich dort bestelle, sondern auch Geschenke kaufe, den Nachbarn mal etwas mitbestelle und so weiter.

Thilo Weichert, Leiter des „Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz“ (ULD) in Schleswig-Holstein, möchte nun also Facebook verbieten (bzw. weil er das nicht kann: möglichst alle in Schleswig-Holstein bestrafen, die Facebook oder Facebook-Funktionen nutzen), weil bei Facebook „eine umfassende persönliche, bei Mitgliedern sogar eine personifizierte Profilbildung vorgenommen“ wird.

Klammern wir das Thema Facebook-Mitglieder kurz aus. Mit persönliche Profilbildung bei Nicht-Mitgliedern meint der Datenschützer, dass durch den „Gefällt mir“-Button von Facebook auf irgendwelchen Webseiten meine IP-Adresse an Facebook übertragen wird. Diesem Gefällt mir-Button und der flotten Datenübertragung kann man in der Tat kritisch gegenüberstehen, weshalb zahlreiche Firmen (wie etwa DATEV) den Button nicht auf ihren Seiten einbinden. Dass sich dadurch aber irgendein sinnvolles und verwertbares Profil ergibt, ist wieder eine gefühlte Gefahr aus der Abteilung Hochspannungsmasten.

Müssen 20 Millionen Facebook-Nutzer vor sich selbst geschützt werden?

Was die Facebook-Mitglieder angeht: Das führt uns zum zweiten Punkt, der unausgewogenen Betrachtung seitens des Datenschützers und der Neigung, die Internet-Nutzer zu gängeln. Schon die einseitige Reduzierung der Facebook-Funktionen auf den „Gefällt mir“-Button durch das ULD ist fahrlässig. Sehr brauchbar ist aus meiner Sicht etwa der „Teilen“-Button, der es einem ebenfalls ermöglicht, anderen Seiten im Web zu empfehlen. Diese Funktion überträgt aber – anders als der „Gefällt mir“-Button – gar nichts an Facebook, wenn man sie nicht nutzt. Webseiten-Betreiber, die einen „Teilen“-Button einbauen, verlinken letztlich nur auf Facebook. Folgt ein User diesem Link, befindet er sich auf einer externen Webseite, wo er dann alles mögliche tun kann. Klingt kompliziert, ist es auch – aber von Landesdatenschützern, die sich in einem 25-seitigen Dokument über Facebook auslassen und dabei diesen Unterschied kein einziges Mal erwähnen, kann man wohl erwarten, das zu verstehen.

Und was ist mit den 20 Millionen Deutschen, die sich auf Facebook angemeldet haben und diesen Dienst nutzen? Sie geben bewusst Profildaten ein, die ihnen als Person zugeordnet werden können. Sie möchten das so. Sie haben nämlich Vorteile dadurch. Sie finden alte Bekannte, die sie seit ihrer Schulzeit nicht mehr gesehen haben und kommunizieren mit Verwandten in Australien, die sie sonst nur einmal im Jahr sehen würden. Das ist Herrn Weichert und dem ULD aber egal. Die 20 Millionen müssen vor sich selbst geschützt werden. Und eine Chancen-Risiko-Abwägung aus Sicht eines Datenschützers sieht bei Facebook eben so aus: Chance 0, Risiko 100.

Es gäbe noch viel zu dem Thema zu sagen. Zum Beispiel wie grotesk hier wieder einmal der deutsche Föderalismus zu Tage tritt. Gut möglich, dass Firmen in Schleswig-Holstein bald ihre Facebook-Seiten dicht machen müssen, während das für alle anderen Bundesländer (noch) nicht gilt. Oder wie traurig wir Deutschen mal wieder als die Welt-Bedenkenträger in Sachen Internet dastehen. Das heißt: eigentlich nicht traurig, sondern mit einer ordentlichen Portion Arroganz: Seht her, wir Deutschen haben als einzige in der Welt verstanden, wie gefährlich Facebook ist … Oder darüber, dass ich keinen einzigen Fall kenne, in dem eine echte oder vermeintliche virtuelle Profilierung zu einem Schaden für irgendwen geführt hat. Aber wir reden hier ja auch über eine Psychose. Und die hat per Definition etwas mit dem Verlust des Realitätsbezugs zu tun.

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Bildnachweis: Klicker / www.pixelio.de

41 Gedanken zu “Facebook und die German Angst

    • Der Artikel spiegelt fast 1zu1 meine Ansicht wieder. Aber eben nur fast. Denn Handystrahlung und Internet mit Fukushimi gleichzusetzen halte ich nicht nur für einen hinkenden Vergleich, es ist auch Geschmacklos den Opfern und zukünftigen Opfern gegenüber. Egal wieviele Kilometer es von der Angsthasen Gesellschaft in Deutschland entfernt ist.

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      • Na ja, es liegt mir fern, Geschmacklosigkeiten gegenüber den Opfern in Japan zu verbreiten. Tue ich aber auch nicht. Meine Formulierung bezieht sich ja nicht auf die Menschen in Japan, sondern darauf, wie man in Deutschland auf die Situation in Japan reagiert hat, nämlich hysterisch. Wir erinnern uns: Die Geigerzähler waren hierzulande kurzfristig ausverkauft und so weiter … Ich hatte damals auch etwas dazu gebloggt (was sich auf die Hysterie der Medien bezogen hatte): https://buggisch.wordpress.com/2011/03/14/fukushima-und-die-entdeckung-der-langsamkeit/

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      • Ich weiß worauf du hinaus willst. Ich möchte dir auch nicht unterstellen, nicht mit der nötigen Sensibilität vorzugehen. Das steht mir nicht zu. Aber, mögliche, nicht nachgewiesene Handystrahlungen, Internetproblematiken etc. lassen sich für mich nicht mit dem Vergleichen was in Japan passiert ist. Das sehe ich weiterhin so. Auch die ausverkauften Geigerzähler (von denen es übrigens nicht soviele im Einzelhandel gibt, als das es eine Überraschung gewesen wäre, dass Sie ausverkauft waren..;)) passen da nicht ins Bild.
        Dennoch stimme ich dir voll und ganz zu was deine Kernaussage betrifft.

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  1. Diese ganze Datenschutzdiskussion wird immer grotesker. Es nervt mich tierisch, dass sich nach Meinung von Daten- und Verbraucherschützern offenbar immer alles nach den unaufgeklärtesten, faulsten oder dümmsten Nutzern/Verbrauchern richten muss. Warum müssen Website-Betreiber immer Verrenkungen bis zum geht nicht mehr machen, nur weil einige (meinetwegen auch viele) ihrer Besucher nicht fähig oder willens sind, Verantwortung für sich selbst und das eigene Handeln zu übernehmen?

    Denken hilft manchmal. Oder ist Hirn-einschalten wirklich so sehr aus der Mode gekommen? Wäre mehr Aufklärungsarbeit (und damit meine ich nicht die üblichen Planetopia-Panikmache-Filmchen) nicht der bessere Weg? Oder ist der durchschnittliche Websurfer (und im übrigen auch der durchschnittliche Verbraucher überhaupt) mittlerweile so unfähig, dass man ihn immer und überall vor sich selbst schützen muss?

    Es mag borniert klingen und ist sicherlich politisch nicht korrekt aber: Wer nicht fähig oder willens ist, das Internet so verantwortungsvoll zu nutzen, dass er sich nicht selbst schadet, soll sich bitte schlau machen oder einfach den Stecker ziehen. Wer Auto fahren will, braucht schließlich auch einen Führerschein. Und wer durch die Fahrprüfung fällt, darf eben nicht Auto fahren. Ganz einfach.

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  2. Schön geschrieben der Vergleich mit den Magnetfeldern unter Hochspannungsmasten ist köstlich.

    Das mit der Arroganz geht mir mächtig auf den Zeiger, deutsche Datenschützer denken die Internet Welt dreht sich nur um Deutschland, schimpfen auf die Methoden von China und sind selbst keinen Deut besser. Es sind die neuen Diktatoren des Internets die einem mitteilen was gut und was schlecht ist.

    Weichert ist mit eines der Paradebeispiele. Hält Nutzer für dumm weil sie Google benutzen, es gibt doch Alternativen. Jeder hat sein eigenes Weltbild, gefährlich wird es wenn dieser die Macht hat dieses Weltbild bei allen anderen durchzudrücken.

    Die gleiche Arroganz die die ewigen Neider in Deutschland an den Tag legen, die jedem Nutzer von Social Media unter die Nase reiben müssen „Facebook ist böse, hast du keine echten Freunde?“.

    Lars Reineke (http://larsreineke.de/2011/08/19/datenschutzfundamentalisten/) spricht von Datenschutzfundamentalisten und das trifft es ganz gut. Sobald der Datenschützer mit Keywords wie Google oder Facebook konfrontiert wird, bekommt er Schaum vor dem Mund, und geifert wie wild herum das der Datenschutz in Gefahr sei. Auf der anderen bei Stichwörtern wie Vorratsdatenspeicherung wird er kleinlaut – will ja nicht gegen den Chef stänkern. Da frag ich mich für wen man eigentlich Arbeitet? Für den Steuerzahler (Geldgeber) wohl nicht.

    Und wie es Michael so schön ausdrückt, der Bürger ist zu Faul geworden selbst zu denken.

    Man erinnere sich nur an den großen Skandal als herausgefunden wurde das die heiße Gabi beim SMS Chat gar nicht heiß und nicht mal Gabi heißt. Da wurde der Aufschrei laut nach Regulierung. Das kann nicht sein, das geht so nicht – und im Kern hat der Bürger in dem Moment nur eines gemacht „Ich bin zu dumm zum denken ich brauche hilfe“.

    Ich selbst stelle die Behauptung auf, das die Menschen die Facebook nutzen, sich der Gefahr bewusst sind. Ähnlich wie ein Freeclimber, man lebt mit der Gefahr, mit dem Risiko so ist nun mal das Leben.

    Wenn man so auf Datenschutz pocht, sollte man sich erst mal darum kümmern was im eigenen Land so los ist. Da gibt es genügend Baustellen.

    Schöne neue Internetwelt, die Welt lacht sich über Deutschland (in dem Fall kann man dann von Dunkeldeutschland reden) halb tot. Mit dieser Arroganz die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben, machen wir uns vor allen lächerlich.

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  3. Wenn man den „Share“-Button (und ich glaube den meinst Du wenn Du von „Teilen“ sprichst), wie von Facebook empfohlen als iFrame einbindet, werden selbstverständlich Daten an FB gesendet.

    Genauso gefährlich wie die vielleicht überzogen maternalistische Privatsphärendiskussion ist IMHO aber das radikal abnehmende technische Verständnis selbst bei einigermaßen fitten Internetnutzern.

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  4. Den Teilen-/Share-Button kann man wunderbar ohne fremden Code in der Seite, Dynamik, Nachladen, Datenübermittlung oder sonstwas einbinden, weil die Interaktion im neuen Fenster bzw. Pop-up stattfindet. Das ist wie ein Link auf eine externe Webseite und damit aus meiner Sicht in jeder Hinsicht unkritisch. Gleiches gilt für die Tweet this-Funktion. Das ist beim Gefällt mir/Like-Button zwar theoretisch auch möglich, aber hier ist der Nutzer gewöhnt, dass die Interaktion gleich per Klick stattfindet und nicht erst nachgelagert in einem neuen Fenster.

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  5. Nun eine Diskussion will ich gar nicht anzetteln :) Schön das dir meine Seite gefällt.

    Zur Thematik noch eines ich persönlich setze auch lieber die Like Buttons ein, weil es für die Nutzer in der Regel einfacher ist (ein Klick erledigt), die Hemmschwelle ist auch geringer und das Ergebnis ist aussagekräftiger. Mittels Share erfährt der Seitenbetreiber relativ wenig, die Information ob es dem Nutzer gefallen hat bleibt beim Nutzer und dessen Personenkreis – die für den Seitenbetreiber erstmal verschlossen bleibt.

    Zudem kann der Nutzer so oft sharen wie er will, was beim Liken nur einmalig möglich ist – außer man löscht das Cookie oder sein vorhandenes Profil bei Facebook.

    Man kann drüber unken und das Argument bringen „früher ging es doch auch ohne“, ja es ging, da gab es aber noch kein Facebook da hat sich das Internet auch im Internet abgespielt. Heute nutzen viele Menschen Facebook und die Nutzung nimmt sogar recht radikale Züge an. Da wird die Facebook als Startseite deklariert und so lange der Rechner an ist, bleibt die FB Seite im Vordergrund.

    Ähnliches konnte man zu den besten Zeiten der Webchats erleben.

    Auf das Share oder Like könnte man aber noch verzichten, aber die Fanpage muss eben auch weg. Das ist in meinen Augen der größte Knackpunkt, das trifft nicht nur Unternehmer oder Firmen, nein Bands, Vereine und normale Gruppe sind da auch mit dran (außer der Fanpage Admin hockt im Ausland).

    Man darf gespannt sein wie es Google+ und dem +1 Button bald ergehen wird (ich persönlich mochte Facebook nie aber Google+ hat es mir angetan), da wird sich bestimmt in naher Zukunft mächtig dran gerieben.

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  6. Also auch mal ´ne abweichende Meinung, damit es nicht langweilig wird: Es wäre erhellender gewesen, wenn es nicht mit genausoviel Schaum vor dem Mund und gar so eindimensional daherkäme wie die „anderen“, die etwa selbst von Empfangs(!)-Antennen „Schlafstörungen“ bekommen – wegen der bösen Strahlen…

    Wenn es im Text heißt „Dass sich dadurch aber irgendein sinnvolles und verwertbares Profil ergibt, ist wieder eine gefühlte Gefahr…“ fragt man sich, wozu Facebook dann diesen Mega-Aufwand treibt, der im Gutachten beschrieben wird (für einen natürlich nicht an das hier offenbar vorhandene Niveau heranreichenden Laien ist der Aufwand mit Cavalry-Scripts usw. usf. schon bezeichnend).
    Es klingt dann ein bisschen wie z.B. einer der Wissenschaftsredakteure in der ZEIT, der ja auch gegen alle Verzärtelungen und Bedenken auf einmal anschreibt und in einen Topf wirft. Auf den groben Klotz von der armen, inzwischen doch schon fast zu Tode zitierten „German Angst“ könnte man den groben Keil von der entsprechenden chinesischen Angstfreiheit setzen, die man beim jüngsten Vorfall mit ihrem Hochgeschwindigkeitszug bestaunen durfte.

    Noch mal genauso verallgemeinernd: Wer den Freeclimber-Vergleich konsequent leben will, sollte auf solchen Warmduscher-Schnickschnack wie Sicherheitsgurte, Indusi oder Antivirensoftware verzichten. … Ganz so einfach war´s dann doch nicht gemeint? Doch ein bisschen mehr Risiko-„Abwägung“ mit langweiligem Pro-und-Kontra und der mühsamen Diskussion über das „Wieviel Sicherheit“?
    Die Auskenner scheinen meinetwegen niemand zu brauchen, der Cavalry-Scripts usw. analysiert. Wir Stinos sind erst mal nicht böse, dass jemand das tut, weil Digitalien nicht für jeden DIE Rund-um-die-Uhr-Lebenserfüllungs-Beschäftigung ist. So wie jetzt natürlich die Auseinandersetzung über Bande (also über die User und Anbieter) angestoßen wird, ist schon mindestens schräg – aber sicher auch Folge davon, dass Anbieter wie Facebook normales Geschäftsgebaren und Umgang so völlig verweigern. Platte Kleinbeispiele: Hat jemand neulich die Geschichte in der FAZ über den Identitätsklau bei FB gelesen oder mal versucht, einen alten YouTube-Account bei Google zu löschen? Kafka würde einem Ideen-Honorar für das zahlen, was da abgeht.

    Stino-Meinung: Der arg selbstgewissse Freeclimber-Ton der tatsächlichen oder selbsternannten Web2.0-Experten verfestigt Wagenburgen, weil er die Stinos bei jeder Gelegenheit als arg dämliche „Internet-Ausdrucker“ abtut, während sie eigentlich nur weniger Aufwand für die digitalen Werkzeuge treiben wollen/müssen und deshalb viel Arbeit den echten Experten überlassen. Niemand bleibt außerhalb seines engen Fachgebiets was anderes übrig – wie etwa auch bei Lebensmitteln über die Plattitüde vom ungesunden Cola hinaus die meisten mit einer echten Bewertung der Angaben in 4pt großer Schrift im Falz der Lebensmittelverpackung überfordert wären, oder?

    Stinos würden zu dem Ganzen ganz platt sagen: „Nichts wird so heiß gegessen…“ und ein bisschen Druck hat sich Facebook schon verdient.

    So, und jetzt darf expertenmäßig so richtig geknüppelt werden ;-)

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  7. Ach, so schlimm fand ich das jetzt nicht, als dass ich zum Knüppel greifen müsste ;-) Ich bin aber trotzdem anderer Meinung. Man muss sich in einer komplexer werdenden Welt nicht mit allem auskennen und mit allem beschäftigen und man darf und sollte sich Experten anvertrauen. Und jedem bleibt selbst überlassen, welche Experten das sind. Nur warum du dann einerseits mit Web 2.0 Experten haderst, dich andererseits aber ausgerechet auf die Expertise eines Web 0.0 Datenschutzbeauftragten verlassen willst, verstehe ich nicht.

    Gegen Riskio-Abwägung mit Pro und Contra habe ich nicht das Geringste, im Gegenteil. Ich langweile meine Leser gerne mit Differenzierung. Aber du willst doch nicht ernsthaft behaupten, dass das ULD jetzt eine differenzierte Stellungnahme abgegeben hätte? In Wahrheit ist die Debatte um Facebook und Sicherheit und Datenschutz, wie wir alle wissen, nicht neu, nur das Letzte, was wir brauchen, ist ein Betonkopf in Schleswig-Holstein, dessen Feindbild feststeht und der deshalb noch weniger zur Lösung von irgendwas beiträgt als Frau Aigner mit ihrer albernen Ich-mag-jetzt-nicht-mehr-auf-Facebook-sein-Aktion. Ich habe versucht, etwas mehr zu diefferenzieren als das ULD und nicht Like, Share und Page in einen Topf zu werfen. Aber wer Facebook und Google und die Achse des digitalen Bösen nicht mag, dem ist das halt einfach wurscht.

    Ach ja, und wenn ich Schaum vor dem Mund habe, klingt das ganz anders … ;-)

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    • Na, wenn das differenziert war, können wir ja beruhigt die Burnout-gefährdeten Schreckgespenster „German Angst“ und „Psychose“ wieder in ihre Gruft entlassen. So wenig gesunder Menschenverstand ist hierzulande ja nicht, sonst wären die „Handystrahlen- und Elektrosmog“-Paniker nicht nur wortmächtig, sondern auch wirkmächtig, was sie aber eben nicht sind. Von wegen technischer Expertise haben die Datenschützer sicher mehr als die meisten selbst ernannten Web2.0-Experten (die ja zwangsläufig mehr Anwender als Experten sein können) – die Schleswig-Holsteiner sind halt berufsmäßig lästige, aber notwendige „Spaßbremsen“ – und sie haben, was gerne überlesen wird (https://www.datenschutzzentrum.de/presse/20110819-facebook.htm), im Zusammenhang mit Bußgeldern von „können“ und „maximal“ 50k Euro gesprochen. Selbst wenn es dazu kommt, wird bestimmt ein Verwaltungsgericht genau die Differenzierung mit Share&Like u.a. vornehmen und vielleicht auch berücksichtigen, dass ein Button wie z.B. auch hier für den Klein-„Anbieter“ gar nicht entfernbar sein kann.
      Und ansonsten: Kennst Du wirklich Leute, die Google, Facebook & Co. als „Achse des Bösen“ bezeichnen oder ist das auch nur so ein Verbalknüppel wie die vermeintlichen „Internet-Ausdrucker“? Zwei Schreckligen tiefer kann man doch immerhin darüber reden, ob Vorratsdatenspeicherung sympathsicher ist, wenn sie bei „Freunden“ stattfindet und nicht nur bei Bürgern.
      So, und jetzt warten wir darauf, ob Schleswig-Holstein den Hattrick schafft – die dritte Schlagzeilenwelle mit Facebook nach CvB und ULD ;-) ;-)

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      • Warum eigentlich nur Web2.0 Experten? Finde ich etwas einseitig, gerade dann wenn man selbst mit dem WWW angefangen hat als es zu laufen anfing. Social Networks gab es ebenso schon vor Web2.0, nur geht es ja nicht gegen Social Networks im allgemeinen sondern um die Teilkomponente Social Media.

        Die notwendigen Spaßbremsen (ich wohne in SH) kappen die Social Media. Ob nun können oder maximal, welche Anbieter interessiert das. Die meisten kleinen Unternehmer, Gruppen, Vereine oder Gemeinde in SH werden abspringen. Fällt die Fanpage, fällt diese Marketingmaßnahme weg. Das zu kompensieren fällt für die kleinen schwer. Da fehlt das Budget um sich in Google gesund nach oben zu Stoßen. Es ist eben eine Kostenfrage und nicht jeder ist Webdesigner der in einem Blog regelmäßig Artikel verfasst.

        Die großen Firmen interessiert das derzeit nicht wirklich, in SH gibt es so gut wie keine richtig große Firma oder Konzern (die sitzen in Hamburg), zum anderen ist die Fanpage nur eine kleine Teilkomponente. Die haben das Budget das ganz einfach zu kompensieren.

        Es ist ja nicht nur die ULD die droht, es werden sich auch zahlreiche Anwälte (Spezialgebiet Abmahnrecht) die Hände reiben.

        Abmahnanwälte muss die ULD nicht erst einschalten, die werden von alleine Aktiv. Ich könnte wetten das einige schon anfangen mit der Recherche.

        Deine so nötigen Spaßbremsen, wie du sie nennst haben bei SWIFT die Füße still gehalten. Aber es scheint ja so dass das Verteilen von Kontobewegungen mit eindeutiger Identifikationsmöglichkeit weniger dramatisch ist als das sammeln von sich wechselnden IP mit den Informationen der Rechnerkonfiguration.

        Dem Ottonormalbürger wird mit solchen Aktionen (gegen Facebook und Google) nur eines Suggeriert „Wir machen was, fühlt euch sicher“.

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  8. Die Datenschützer kappten die Social Media???
    Doch wohl eher FB selbst, wenn sie meinen, Einwände ignorieren zu können. Es gibt in dem Papier eine neckische Fußnote, dass FB zwischen Ende Juni und Mitte August in seinen deutschen Nutzungsbestimmungen den Hinweis entfernt habe, dass „deutsches Recht“ gelte – ein Schelm, wer Böses dabei denkt… (aber vieleicht ist er inzwichen woanders versteckt).

    Was ginge denn an Funktionalität verloren, wenn die FB-Buttons auf Drittseiten eben nur nicht mehr so viel Infos nach Hause telefonierten?

    Bei Abmahnhaien wäre ich skeptisch, ob ein „Arbeitspapier“ mit einer „datenschutzrechtlichen Bewertung“ schon wirklich viel juristisches Wasser unter den Flossen ist. Bei der Zunft ist natürlich viel möglich, aber ein Oberverwaltungsgerichts-Urteil wäre schon ein anderes Kaliber, schließlich ist die Bewertung des ULD juristisch nicht unumstritten.

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  9. „Facebook, Inc. ist eine nach dem Recht des States Delaware gegründete und registrierte Gesellschaft.
    Registernummer: 3835815, Secretary of State, State of Delaware“

    Da Frag ich mich persönlich immer, wie kommt man auf die Idee das sich Facebook nach dem richten sollen was Deutschland will. Mir persönlich können EULAs auch so gut wie Schnuppe sein.Zudem hält sich nicht jeder Deutsche Nutzer an die Klarnamenregelung der Nutzungsbedingungen (und das mit besten Wissen). FB könnte die Nutzer zwar kicken, aber dazu zwingen ist nicht möglich (selbst wenn es in Amerika dafür ein Gesetz geben würde).

    Davon abgesehen, wäre die Lage nicht so dramatisch wenn die Fanpage bleiben würde. Da man diese aber für Menschen aus SH verbietet (was alle Bewohner von SH trifft), koppelt man sie ab vom Social Media Konzept. Und das macht nicht Facebook, sondern Thilo Weichert der dabei munter mit der Geldstrafenkeule wedelt.

    Da man Facebook selbst nicht belangen kann, macht man das dann mit den Nutzern, die man seit gestern dann auf die Kriminelle Ebene gehoben hat. Denn für den Ottonormalbürger sieht das jetzt so aus „Aha hat ein Like Button und noch eine Fanpage, na warte Bursche Ende September bist du fällig du kriminelles Subjekt“.

    Ob Abmahnanwälte sich abhalten lassen, wage ich zu bezweifeln. Gibt genügend die handeln selbst in der Grauzone frei nach dem Prinzip „Mal gucken irgendein Dummer wird schon drauf anspringen, man muss nur ordentlich drohen“.

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    • Wie man auf die Idee kommt, dass ein Konzern sich nach den nationalen Gesetzen der Länder seine Kunden richtet? Das war vor wenigen Jahren so üblich!

      Schließlich entspricht jedes hier verkaufte Auto auch den deutschen Gesetzen. Ich finde es viel spannender, dass Nutzer die demokratischen Freiheitsrechte und Privilegien einfach so wegwerfen.

      Ich würde von einem Konzern der mich als Kunde betrachtet, erwarten das er die Regeln in meinem Land berücksichtigt und mich nicht in Schwierigkeiten bringt. Genau daran kann man aber erkennen, dass die Nutzer nicht die Kunden sondern die zu verkaufende Daten-Ware sind.

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      • Autovergleiche sind immer wieder drollig, sorry.

        Ein Hersteller von Fahrzeugen hat sich an die herrschenden Gesetze des Landes zu halten in dem er seine Ware verkaufen will. So weit so richtig.

        Nur verkauft Facebook erst einmal gar nichts, es gibt auch nicht den Facebook Server Germany, Facebook Server Frankreich, Facebook Server USA – alles schön von einander unabhängig. Es gibt eine Facebook Serverfarm auf der sich die ganze Welt tummelt, und austauscht. Für Internetdienste gibt es keine Ländergrenzen. Wir können natürlich anfangen, da ist NRW gut geübt, Facebook einfach zu Sperren mit der Zensurkeule.

        Jedem steht es frei den Dienst zu nutzen, es wird keiner Gezwungen – wer nicht in der Lage ist trotz bedenken nein zu sagen der hat einfach selbst schuld. Wer dennoch beim Dienst mitmacht, sich aber die Nutzungsbedingungen nicht durch ließt ist ebenfalls selbst schuld und brauch hinterher nicht meckern von bei Facebook wären die Daten nicht sicher.

        So und nun? Facebook muss nicht auf die Belange eines Landes eingehen mit 30 Millionen Mitglieder. Facebook hat sich an die Gesetze ihres Heimatlandes zu halten. Genauso wie wir es hier eben auch tun müssen, mir ist Amerikanisches Recht denkbar schnuppe – weil ich dem Deutschen Gesetzgeber verpflichtet bin. Ich kann wenn ich will, nur zwingen kann mich der Ami eben nicht.

        Vielleicht hätte Facebook den Dienst gar nicht erst eindeutschen sollen, weil einige Deutsche dann schnell im glauben sind „Hey ist ja ein Deutscher Dienst“. Dazu noch dieses Kunden denken „Hey bin doch kunde will so behandelt werden also wie ein König“.

        Um zu deinem Autovergleich zurückzukommen. Mit einem Fahrzeug klebst du im dümmsten Fall an der Mauer und bist hinüber. Im Falle von Facebook trudelt dir höchstens eine Werbung ins Gesicht „Schließen sie noch heute die Versicherung ab – bevor sie an die Mauer klatschen“.

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      • Autovergleiche sind also drollig. Hätten Sie lieber die Tüte Brötchen aus der Privatrechtvorlesung? Mein Bäcker um die Ecke „verschenkt“ also seine Brötchen, wenn man ihm dafür nur genügend persönliche und für ihn nützliche Daten überliefert. Im Gegenzug finde ich am Frühstückstisch in der Tüte dann eine Handvoll Werbeblättchen, die meinen angegebenen Interessen entsprechen, aber sonst wenig mit Brot zu tun haben. Neuerdings erfahren die Werbepartner auch, ob ich lieber Croissants oder Kleiebrötchen esse und ob ich auch mal vom Vortag kaufe. Gestern hat mich meine Krankenkasse informiert, ich würde als Belohnung fürs tägliche Vollkornbrot sechs Monate von der Zuzahlung befreit. Als Kunde sieht mich mein Bäcker schon lange nicht mehr.

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  10. Den Post und viele angesprochene Aspekte finde ich gut. Ich finde den Artikel aber etwas zu vereinfachend.

    Ich glaube nicht daran, da ein einzelner in einer schneller und komplexer werdender Welt immer alles kontrollieren kann und abwägen kann oder Entscheidungsfreiheiten hat, die hier suggeriert werden.

    Wer liest wirklich die unzähligen AGBs von Software oder Versicherungsverträgen, doer die Inhaltsstoffe von Lebensmitteln? Vor allen Dingen wer hat die Zeit dazu und wer ist in der Lage sie zu verstehen, die Auswirkungen wirklich zu durchschauen.

    In den Kommentaren hat jemand geschrieben, dass die notwendige technische Kompetenz zum Verstehen der Technologie oft fehlt. Exakt, es ist aber unrealistisch von einem normalen User zu erwarten, das er auf eine Webseite geht, als erstes alle technischen Detail und Einbindungsvarianten checkt, um dann zu enstcheiden, ob er auf der Seite bleibt.

    Folglich habe ich keine andere Wahl, als erstmal zu „fressen“ was andere mir vorsetzen.

    Damit eine Gesellschaft handlungsfähig bleibt, muss ich mich auf bestimmte Dinge einfach verlassen können, oder die Komplexität muss so stark reduziert werden, dass ich mich schnell informieren kann. Bsp. Lebensmittelampel. Cola kenne ich noch so, aber bei den anderen 50.000 Lebensmitteln sieht es anders aus.

    Blindes Vertrauen in die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen oder funktionierende Marktmechanismen ist nach den Erfahrungen der letzten 20 Jahre nur noch naiv.

    Gerade bei Daten wird in der Diskussion immer wieder der Fehler gemacht (auch oben mit den vier Nutzern eines PC) und überlegt, dass diese Daten ja keinen Sinn machen. Aber weiß der später Auswertende das? Nein. Er wird die Daten interpretieren und seine (falschen) Schlüsse daraus ziehen.

    Es haben fast alle wirtschaftliche Interessen daran, das die Daten verbunden werden, also gibt es Dienstleister und Sammler, die diese Dinge verbinden und verkaufen. Das ist ja auch das Modell von Facebook.

    Die Gefahr besteht ja gerade darin, das viele einzelne Informationen automatisiert zu einem Gesamtbild zusammengesetzt werden und dieses von Dritten (automatisiert) interpretiert wird. – Sonst gäbe es keine Soziale Netzwerke und den Zwang zu Klarnamen nicht. Gerade das Bsp. mit den vier Nutzern, zeigt ja wunderbar, das es große Fehlerquellen und damit „Missinterpretationen“ und ungünstige Auswirkungen geben kann.

    Die passende Werbung ist da ja noch ein Vorteil. Welche Rückschlüsse ein Unternehmen, ein Vermieter, eine Versicherung, ein Arbeitgeber, eine Behörde aus diesen Daten zieht und entsprechend handelt oder nicht handelt, bekommen wir als Nutzer doch nicht mit. Starkes Interesse an Seiten über Krebs? Dann fehlt vielleicht der günstige Tarif in der kommenden privaten Pflegeversicherung, oder in einem Kleingedruckten der AGBs der Versicherung ist Krebs ausgeschlossen?

    Dreimal ein Auto gekauft und häufig die Versicherung gewechselt? Warum kann der Mensch nicht autofahren? Oder ist er nur sprunghaft und nicht beständig? Wäre für mich als Vermieter aber besser einen verlässlichen Mieter zu haben.

    Vier Personen nutzen einen PC? Wäre das nicht ein möglicher Fall für die GEZ?

    Ich glaube der Fantasie der Fragen wird keine Grenzen gesetzt, es gibt handfeste wirtschaftliche Interessen dahinter.

    Die Mühen auf der Ebene eines Bundeslandes wirken natürlich eher kurios an. Auf der anderen Seite globale Konzerne, die die faktische Macht haben, sich über geltendes Bundesrecht hinweg zusetzen.

    Mir ist vollkommen unklar nach welchen Regeln das alles ablaufen wird.

    Die Verbraucherbevormundung sehe ich auch, aber von einer anderen Seite als im Post beschrieben.

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    • Ich kann die Argumentation und die Bedenken voll und ganz nachvollziehen – ich mache mir nur weniger Sorgen wegen der möglichen Folgen oder Konsequenzen. Um beim Beispiel IP-Adresse zu bleiben: Über die IP lässt sich für ein Unternehmen X kein Personenbezug herstellen. Diesen Bezug kann nur der Provider herstellen, der diese Daten nicht ohne Weiteres herausgeben darf. (Natürlich kann man sagen: Aber die Daten sind dort nicht sicher, könnten geklaut werden etc. Aber wo gibt es schon 100% Schutz vor Kriminalität?). Aber halt, nicht mal der Provider kann einen Personenbezug herstellen – er kann nur einen Anschlussbezug herstellen, hinter dem wieder viele verschiedene Personen wie in meinem Fall sitzen können. Damit sind solche Daten meines Erachtens nutzlos. Ganz anders sieht es aus, wenn man sich bei Google registriert und dann ausschließlich Google-Produkte zum Surfen, Mailen, Googleplussen etc. nutzt. Oder bei Facebook und dann sich ausschließlich via Facebook durchs Internet bewegt. Aber das hat doch jeder selbst in der Hand, und da kann die „Unmündigkeit“ des Nutzers (im Sinne von geringes technisches Verständis) nicht als Argument gelten, um solche Dienste und Plattformen generell verbieten zu wollen. Wer Bedenken hat, was mit seinen einem Profil oder Klarnamen zugeordneten Daten passieren könnte, sollte keine Dienste nutzen, die eine solche Profilierung ermöglichen. Mit anderen Worten: Sie sollten einfach auf Facebook verzichten. Und natürlich tun das auch viele meiner Bekannten, die sagen: Facebook? Nein danke. DAS ist meines Erachtens die richtige Antwort, aber nicht Facebook zu nutzen und sich darüber zu beschweren, dass man lieber ein ganz anderes Facebook haben will …

      Noch ein PS zur Lebensmittelampel: Das Problem ist ja gerade, dass dadurch eine Einfachheit suggeriert wird, die der Komplexität der Welt nicht angemessen ist. Auf einer Cola-Flasche ist eine Ampel angemessen – aber überflüssig. Auf zig anderen Lebensmitteln wäre eine Ampel hilfreich – sie ist aber nicht sinnvoll realisierbar bzw. würde in die Irre führen, weil eine Reduktion auf das Schema Eiweiß und Kohlenhydrate gut, Zucker und Fett schlecht einfach falsch ist. Auch hier muss man heutzutage vom „mündigen“ Verbraucher erwarten, dass er sich durchs Kleingedruckte auf der Packung wühlt, wenn er’s genau wissen will. Wenn er’s nicht genau wissen will, kann er das lassen, aber dann interessiert ihn vermutlich auch keine Ampel.

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      • Nein Christian, das ist zu undifferenziert. Im Falle des Facebook- LikeButton als Iframe bekommt Facebook ein personalisiertes Bewegungs- und Nutzerprofil eines gleichzeitig angemeldeten Facebook- Users. Die IP- Adresse wird dazu gar nicht mehr benötigt. Der Personenbezug ist vollumfänglich hergestellt. Das Schlimme daran ist, dass diese Facebook- Nutzer meist ahnungslos und ohne jede Information über den Sachverhalt ihr Nutzer- und Bewegungsprofil übermitteln. Auch Nicht- Facebook- Nutzer übermitteln Nutzer- und Bewegungsprofile, wenn auch der Personenbezug nicht (so leicht) herzustellen ist. Das ist aber für die Marketing- Unternehmen und Facebook- Kunden gar nicht so entscheidend, denn immerhin funktioniert so eine regionalisierte Werbeeinblendung. Den Unternehmen, die für solche Werbung an Facebook & Co. viel Geld bezahlen, ist nicht wichtig, den Namen der potentiellen Kunden zu kennen.

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  11. Da die Diskussion mir zu weit ausufert und zwar sowohl von Seiten der amtsausführenden Datenschützer als auch von den datenschutzbefreiten Spackeria- Fans, beschränke ich mich auf einige wenige Punkte.

    1. Der „Gefällt mir“ (Like Button) als Synonym für alle gleichgearteten Social- Plugins und Datenschnüffelsysteme.

    Eingebettet als IFrame in eine Facebook- externe Internetpräsenz übermittelt dieses Werkzeug ungefragt Daten des Besuchers dieser bestimmten Internetseite an Facebook. Neben der IP- Adresse sind das diverse Maschinen- Daten, die zunächst irrelevant erscheinen. Es mag auch aus Sicht des Besuchers irrelevant sein, dass Facebook (oder wer auch immer) weiß, dass eine bestimmte IP- Adresse den Internet Explorer 9 oder Mozilla Firefox 3.6 verwendet. Das ist es für professionelle Marketing- Strategen aber sicher nicht. Allein die statistischen Änderungen im Nutzerverhalten (welcher Browser, welches Betriebssystem) liefert für bestimmte Personengruppen essentiell wichtige Informationen, um auf Verbrauchervorlieben reagieren zu können. Das ist dem Besucher bis hierhin immer noch ziemlich egal. Doch wo zieht wer eine vernünftige Grenze?
    Ist der Besucher einer solchen Internetpräsenz gleichzeitig aktiver Nutzer von Facebook, wird diese Grenze deutlich überschritten. Ziemlich präzise Bewegungsprofile solcher Besucher werden dank IFrame- Technik und großer Verbreitung der Social- Plugins, ohne überhaupt den Button betätigt zu haben, an Facebook ungefragt übermittelt. Das ist wie Passivrauchen…

    2. „Freunde finden“ per Freigabe des Emailaccounts an Facebook.

    Als ich ein Fake- Profil bei Facebook registrierte, nervte mich fortan nach jedem Einloggen die Aufforderung, mein Email- Adressbuch an Facebook frei zu geben. Dadurch war mir bewusst geworden, weshalb das SPAM- Aufkommen seit Einführung dieser Schnüffel- Technik erheblich angestiegen war. Leute, die meine Emailadresse in ihrem Emailadressbuch gespeichert hatten, haben diese, unter Umständen halbwegs vertrauliche Information, an Facebook unüberlegt weiter gegeben, ohne dass ich als Betroffener etwas dagegen hätte ausrichten können. Wieder passiv geraucht.

    Wer einen „Gefällt mir“ Button als solches IFrame in seine Internetpräsenz einbindet, handelt gegenüber seinen Besuchern grob fahrlässig und achtet nicht deren informationelle Selbstbestimmung. Es ist schlimm genug, dass dies technisch so einfach möglich ist, es aber auch noch egoistisch verteidigen zu wollen, finde ich noch schlimmer.

    Man könnte ebenso gut auch auf Mc Donald’s schimpfen, weil die Pappbecher und Tüten den Verkehrsteilnehmern untrügerisch mitteilen, dass man in unmittelbarer Nähe ein Schnellrestaurant dieser Fast Food Kette finden kann. Ist daran Mc Donald’s schuld? Es sind die Leute, die rücksichtslos die Umwelt auf diese Weise verschandeln.

    Bei den Facebook- Social Plugins ist es ähnlich. Würden die Homepage- Betreiber mehr Sorgfalt damit betreiben und verantwortungsbewusst ihren Besuchern gegenüber auf solche Datenschnüffel- Tools verzichten bzw. nur solche nutzen, die dem Besucher eine Option zur Wahl verschaffen, wäre dem Datenschutz ein guter Dienst erwiesen worden.

    Es ist natürlich falsch vom ULD, wenig differenziert diese Thematik anzugehen und das Schwert über jegliche Social Plugins zu senken. Auch ist die Strafandrohung in der gemachten Form gegenüber Homepage- Betreibern aus Schleswig- Holstein unangemessen, aber offensichtlich der einzige Weg, überhaupt dahingehend etwas zu bewegen. Was spricht dagegen, dass Homepage- Betreiber ihrer Verantwortung gegenüber ihren Besuchern gerecht werden und eben datenschutzkritische Social Plugins entschärfen oder entfernen. Wer diese kritischen Umstände bisher nicht gekannt hatte, weiß es doch wenigstens jetzt und könnte reagieren. Durch das plakative Aufdecken der Fehler in der Forderung des ULD macht man die Missstände beim Datenschutz nicht irrelevant und grundsätzlich falsch. Gegen die Impressumspflicht gab es bei weitem keine so heftigen Reaktionen wie jetzt gegen die grundsätzlich richtigen Bestrebungen des ULD. Was spricht dagegen, dass datenschutzkritische Social – Plugins nach einer gesetzten Frist nicht mehr verwendet werden dürfen?

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  12. @Johannes (ich antworte mal auf beide Kommentare hier):

    Ich bin kein Freund des Like-Buttons, habe ich ja auch im Blog geschrieben. Auf den Unternehmensseiten meines Arbeitgebers (= meines Verantwortungsbereichs) setzen wir ihn bewusst nicht ein und nutzen statt dessen den Teilen-Button in einer Form, dass erst bei Klick mit Facebook interagiert wird und nicht davor. Jetzt könnte man argumentieren, dass der ahnungslose unbedarfte Nutzer auch wenn er auf Teilen klickt nicht weiß, was dann alles passiert. Ja, aber da kann ich ihm nun wirklich nicht helfen. Wer auf einen Facebook-Button klickt, von den muss ich auch annehmen dass er irgendwas mit Facebook machen oder zu tun haben will.

    Und der Wunsch von Facebook, mein E-Mail-Adressbuch zu durchforsten ist ein gutes Beispiel, aber eines, das zeigt, dass sich User nun mal mit Dingen beschäftigen müssen, bevor (!) sie sie tun. Facebook greift nicht automatisch auf mein Adressbuch zu, sondern fragt, ob ich das freigebe. Habe ich nicht gemacht. Viele machen das und jammern hinterher. DAS ist meines Erachtens grob fahrlässig. Und ich bin eben nicht der Meinung, dass man den Nutzern so eine Funktion lang und breit mit allen Pros und Cons seitens Facebook erklären muss, sondern dass die Nutzer sich damit selbst auseinandersetzen müssen. Und viele Nutzer tun das ja auch: Ich gebe bei uns in der Firma in der „Abendschule“ (das sind so VHS-artige Freizeit-Kurse) auch einen Kurs zu Facebook, da kommen viele, die schon mal was über Facebook gehört haben, deren Kinder das vielleicht nutzen, die aber weitgehend keine Ahnung davon haben und denen es auch zu heikel ist, sich da selbst und ohne Anleitung reinzubegeben. Und das ist doch genau die Vorgehensweise, die man erwarten darf: Erst fragen, dann machen. Und natürlich erkläre ich allen dort, was es mit der Adressbuch-Geschichte auf sich hat, wie man seine Privacy-Einstellungen machen sollte etc.

    PS: Der Vergleich mit dem Passivrauchen „gefällt mir“
    PS2: Der Name deines Blogs „gefällt mir“ auch ;-)

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    • @Christian, meine Kritik galt weder dir noch deinem Artikel. Lediglich das Missverständis, welches aus zeitweilig undifferentierter Diskussion entstanden ist, hat mich besonders in Udo Vetter’s Lawblog erschüttert. Ich möchte niemandem seinen Spass mit und in Facebook verbieten, das ist auch nicht die Absicht von Thilo Weichert, es wird aber polemisch anders interpretiert, jedenfalls von der überwiegenden Masse.
      Was nützt es mir, wenn ein Facebook- User sein Adressbuch freiwillig bzw. ohne schlechtes Gewissen an Facebook verschenkt? Es schadet mir, indem ich mehr SPAM erhalte, mindestens…
      Es hilft mir in diesem Fall nichts, wenn man dann argumentiert, dass der Facebook- User ja in Eigenverantwortung handelt, zumindest hat er nicht in Fremdverantwortung gehandelt. Mit welchem Recht übergeben Facebook- User ohne Zustimmung Emailadressen anderer an Facebook?
      Beim „Like- Button“ ist es der jeweilige Webseitenbetreiber, der entgegen des Willens seiner Besucher auf diese Art Daten von eben diesen Besuchern an Facebook übermittelt. Diese User können sich schlicht nicht dagegen wehren.
      Beides verstößt gegen deutsches Datenschutzrecht und dagegen sollte man schon vorgehen, wenn die Leute nicht zur Einsicht gebracht werden können. Natürlich wäre es vorteilhafter, wenn Facebook sich an deutsches Recht bei seinen deutschen Nutzern anpassen würde. Da dies aber mehrfach gescheitert ist, muss man eben einen alternativen Weg beschreiten.

      P.S. Es ist lobenswert, wenn du privat sowie auch beruflich darauf achtest, Datenschutzbestimmungen umzusetzen. Wenn jeder diese Einsicht hätte, wäre diese Diskussion überflüssig.

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  13. Interessant: Die Anti-Facebook-Kampage des ULD ist nicht nur inhaltlich, sondern auch juristisch fragwürdig:

    „Ob und inwieweit Cookies und IP-Adressen als personenbezogene Daten anzusehen sind, wird seit vielen Jahren kontrovers diskutiert. Und es verwundert sehr, dass das Arbeitspapier des ULD diese Kontroverse vollständig verschweigt.“

    „Das Arbeitspapier, die Pressemitteilung und die Interviewäußerungen [des ULD] erwecken den Eindruck, dass das geltende Datenschutzrecht eindeutige Antworten auf die Fragen gibt, die im Zusammenhang mit den Facebook-Fanseiten und dem „Gefällt mir“-Button gestellt werden. Schon wegen der nicht zu leugnenden Unzulänglichkeiten des geltenden Datenschutzrechts kann es jedoch keine eindeutigen Antworten geben. Hinzu kommt, dass Grundannahmen, die das ULD seiner Stellungnahme zugrunde legt, im datenschutzrechtlichen Schrifttum kontrovers diskutiert werden, ohne dass dies in den Äußerungen des ULD auch nur ansatzweise zum Ausdruck kommt.“

    „Vollständig unsachlich und in besonderem Maße fragwürdig ist auch der an einen Boykottaufruf grenzende Hinweis auf „europäische und andere Social Media, die den Schutz der Persönlichkeitsrechte der Internet-Nutzenden ernster nehmen.“ Der Leiter der ULD behauptet nicht, „andere Social Media“ mit derselben Hartnäckigkeit untersucht zu haben. Der vergleichenden Wertung fehlt somit jegliche sachliche Grundlage.“

    „Irreführend und falsch ist es, wenn das ULD damit droht, ein Bußgeld nach § 16 TMG zu verhängen. Das ULD ist hierzu nicht befugt.“

    Und schließlich: „An dieser Stelle wird die Verfassungswidrigkeit der Facebook-Aktivitäten des ULD besonders deutlich: Wenn das ULD das erklärte Ziel verfolgt, in Schleswig-Holstein Facebook-Fanpages stillzulegen wegen des (angeblichen) Verstoßes gegen geltendes Datenschutzrecht, hat es die Aufgabe, hiergegen durch Untersagungsverfahren (§ 38 Abs. 5 BDSG) oder durch die Verhängung von Bußgeldern vorzugehen. Die Betroffenen können sich dann hiergegen durch Anrufung der Gerichte wehren. Durch Öffentlichkeitsarbeit kann und darf sich eine staatliche Behörde nicht ihrer Bindung an Recht und Gesetz und der Kontrolle durch die Gerichte entziehen. Diese Vorgabe des BVerfG hat das ULD klar missachtet.“

    Alle Zitate stammen aus diesem Artikel: http://www.computerundrecht.de/media/2011_08-22_Haerting_Oeffentlichkeitsarbeit_einer_Landesbehoerde.pdf – ich habe den Link auch oben im Blog ergänzt.

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  14. Ich sehe die ganze Sache von einer etwas anderen Seite. Leider ist es in dieser „aufgeklärten“ Gesellschaft heutzutage ein absolutes muss, zu polarisieren, um etwas zu erreichen. Wenn man die Diskussionen im Netz sieht, die diese Massnahme ausgelöst haben, haben die Herren aus Schleswig Holstein m.E. gute Arbeit geleistet. Damit wird auch der DAU mal wieder darauf gestossen, was denn so alles an Daten gesammelt wird. Ob und inwieweit er sich davon beeinflussen lässt bleibt mal dahin gestellt, aber ich glaube, dass mindestens 60% der Internet-nutzer mit dem Medium und den Hintergründen, bzw. den Möglichkeiten sich bewusst vor dies oder jenem zu schützen absolut überfordert sind.

    Wenn dann mal jemand kommt, der die Denk-Lethargie beim Surfen mal wieder ein wenig stört kann das nie schaden. Meist verschwinden solche Ideen ja auch ganz schnell wieder in der Schublade, weil eh nicht durchsetzbar.

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  15. HAMMER! :) Ich mein die ganzen Kommentare hier!!! also doch Diskussion :p

    angefangen bei Buggisch selbst, dann haben mich Saschas (Fuchs) Beiträge in den Bann gezogen (find übrigens auch=>coole website)… und „zeilenknecht“ : auch nicht von schlechten Eltern! =:)

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  16. […] Die Botschaft „Man muss Angst haben vor Facebook“ der Datenschützer Schleswig Holsteins hat im Internet für grosses Aufsehen gesorgt. Auch wenn viele Menschen ganz unbesorgt die Dienste von Facebook in Anspruch nehmen, bei vielen Nutzern besteht eine gewisse (Rest)unsicherheit. Ist das alles so unbedenklich? Fast periodisch wechseln sich Vertrauen und Misstrauen bezüglich grossen Social-Media-Plattformen ab. Der nachfolgende Link führt zu einem lesenswerten Essay (inkl. Kommentaren) von Christian Buggisch, der bei der Datev e.G. für die Online-Kommunikation verantwortlich ist. Er widmet sich genau diesem Thema „Gefahr Facebook“: Link zum Volltext […]

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  17. Ich habe neulich mal eine Verbraucherschützerin gefragt, wie Facebook denn mit dem Problem umgehen solle, dass hinsichtlich des Datenschutzes in Deutschland immer mehr reglementiert werden wird. Außerdem habe ich zu Bedenken gegeben, dass dieses Unternehmen ja im Internet sein Geld verdient und dadurch nahezu so viele Rechtsordnungen berücksichtigen müsse, wie es Staaten gibt. Ihre Antwort war schlicht, dass die das dann eben so implementieren müssten, denn die VZ-Netzwerke hätten das schließlich auch getan. Ich hab dann einfach nichts mehr drauf gesagt, um den Vortrag nicht weiter aufzuhalten.

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